Jetzt muss sich der Ex-Bürgermeister von Wetzikons Partnerstadt vor Gericht verantworten
Dem ehemaligen Bürgermeister von Badolato, Nicola Parretta, werden Verbindungen zur Mafia im Zusammenhang mit Wahlbetrug vorgeworfen. Nun ist ein Prozess gegen ihn und fünf weitere Personen angesetzt.
Jetzt wird es ernst für Nicola Parretta, den ehemaligen Bürgermeister von Badolato, der Partnerstadt von Wetzikon. Im Rahmen eines grösseren Schlags gegen die kalabrische Mafiaorganisation wurde er vor bald einem Jahr verhaftet. Die Untersuchungen gegen ihn und fünf weitere Personen drehen sich um mutmasslichen Wahlbetrug respektive einen mafiös-politischen Stimmenaustausch mit Mitgliedern des Mafiaclans Gallace.
Parretta wurde unter Arrest gestellt, bis er Anfang Juli auf seinen Rekursantrag hin freigelassen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft insbesondere Parretta vor, ein Abkommen mit dem Unternehmer Antonio Paparo, einem lokalen Vertreter des Gallace-Clans, geschlossen zu haben, um sich dessen Unterstützung im Wahlkampf zu sichern.
Nicola Parretta und fünf weitere Beschuldigte hatten ein ordentliches Verfahren gewählt. Der Prozess beginnt am 7. April vor dem Kollegialgericht von Catanzaro.
Das süditalienische Städtchen Badolato ist die Partnergemeinde von Wetzikon. Die beiden Gemeinden pflegten bis zu den Vorwürfen vor einem knappen Jahr eine enge Beziehung. Viele ehemalige Badolatesi wohnen in der Oberländer Stadt, mit Virtus Badolato gibt es in Wetzikon sogar einen Fussballklub, der den Namen des 2800-Einwohner-Städtchens trägt.

