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Nach Verdacht auf Wahlbetrug

Jetzt muss sich der Ex-Bürgermeister von Wetzikons Partnerstadt vor Gericht verantworten

Dem Bürgermeister von Badolato, Nicola Parretta, werden Verbindungen zur Mafia im Zusammenhang mit Wahlbetrug vorgeworfen. Nun ist ein Prozess gegen ihn und fünf weitere Personen angesetzt.

Im April wird gegen den ehemaligen Bürgermeister Nicola Parretta ein Prozess geführt. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Jetzt muss sich der Ex-Bürgermeister von Wetzikons Partnerstadt vor Gericht verantworten

Dem ehemaligen Bürgermeister von Badolato, Nicola Parretta, werden Verbindungen zur Mafia im Zusammenhang mit Wahlbetrug vorgeworfen. Nun ist ein Prozess gegen ihn und fünf weitere Personen angesetzt.

Jetzt wird es ernst für Nicola Parretta, den ehemaligen Bürgermeister von Badolato, der Partnerstadt von Wetzikon. Im Rahmen eines grösseren Schlags gegen die kalabrische Mafiaorganisation wurde er vor bald einem Jahr verhaftet. Die Untersuchungen gegen ihn und fünf weitere Personen drehen sich um mutmasslichen Wahlbetrug respektive einen mafiös-politischen Stimmenaustausch mit Mitgliedern des Mafiaclans Gallace.

Parretta wurde unter Arrest gestellt, bis er Anfang Juli auf seinen Rekursantrag hin freigelassen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft insbesondere Parretta vor, ein Abkommen mit dem Unternehmer Antonio Paparo, einem lokalen Vertreter des Gallace-Clans, geschlossen zu haben, um sich dessen Unterstützung im Wahlkampf zu sichern.

Nicola Parretta und fünf weitere Beschuldigte hatten ein ordentliches Verfahren gewählt. Der Prozess beginnt am 7. April vor dem Kollegialgericht von Catanzaro.

Das süditalienische Städtchen Badolato ist die Partnergemeinde von Wetzikon. Die beiden Gemeinden pflegten bis zu den Vorwürfen vor einem knappen Jahr eine enge Beziehung. Viele ehemalige Badolatesi wohnen in der Oberländer Stadt, mit Virtus Badolato gibt es in Wetzikon sogar einen Fussballklub, der den Namen des 2800-Einwohner-Städtchens trägt.

In Wetzikon sieht man keinen Anlass, die seit 2011 bestehende Partnerschaft aufzulösen. «Unsere Zusammenarbeit besteht mit der Stadt Badolato, nicht mit einzelnen Personen», sagt Stadtpräsident Pascal Bassu (SP). «Nicht zuletzt für die vielen Badolatesi, die in Wetzikon leben.»

Man sieht Pascal Bassu und Nicola Parretta ein rotes Band durchschneiden.
Stadtpräsident Pascal Bassu und Nicola Parretta eröffneten 2024 gemeinsam das Stadtfest in Wetzikon. (Archiv)

Weil das süditalienische Städtchen derzeit unter Zwangsverwaltung stehe, habe man die Kooperation vorläufig sistiert. «Sobald wieder eine gewählte Regierung im Amt ist, wird sich das ändern», sagt Bassu mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in Badolato.

Zudem bestehe weiterhin die Unschuldsvermutung. «Ob sich diese bestätigt, wird der Prozess zeigen.»

Nicht das erste Mal

Es sind nicht die ersten negativen Schlagzeilen für Nicola Parretta, der bereits von 1977 bis 1980 Bürgermeister von Badolato war. 2008 kehrte er ins Amt zurück und wurde 2013 wiedergewählt. Kurze Zeit später ermittelte die Staatsanwaltschaft bereits ein erstes Mal wegen Verbindungen zur Mafia gegen ihn. Erst im Jahr 2015 folgte der Freispruch.

Obschon Parretta ankündigte, sich aus der Politik zurückzuziehen, folgte 2021 sein Comeback. Er kandidierte wieder für das Bürgermeisteramt – und erzielte einen deutlichen Wahlsieg.

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