Ex-Bürgermeister von Wetzikons Partnergemeinde aus Hausarrest entlassen
Nach Verhaftung im Januar
Seit Ende Januar stand der Bürgermeister von Badolato unter Hausarrest. Jetzt heisst das höchste italienische Gericht einen Rekurs gut.
Ende Januar erschütterte eine Verhaftungswelle das süditalienische Städtchen Badolato, wie verschiedene italienische Medien berichteten. In der Partnergemeinde von Wetzikon wurden gleich mehrere Behördenmitglieder unter Hausarrest gestellt. Darunter Bürgermeister Nicola Parretta.
Der Hauptvorwurf: Parretta soll mithilfe von Mitgliedern der Mafiaorganisation ’Ndrangheta seine Wahl ins Amt im Jahr 2021 beeinflusst haben. Ausserdem habe Parretta im Anschluss lediglich als Strohmann fungiert. Die Gemeindeverwaltung soll quasi unter Kontrolle des sogenannten Gallace-Clans gestanden haben.
Die Vorwürfe streitet Nicola Parretta ab. Gegen den verordneten Hausarrest hatte er zudem Rekurs eingelegt. Diesem Rekurs gab mit dem Kassationsgericht nun die höchste Instanz statt, wie aus einem Urteil von Anfang Juli hervorgeht, das uns vorliegt. Nach dem Entscheid des höchsten italienischen Gerichts ist der ehemalige Bürgermeister vorerst wieder ein freier Mann.
Noch nicht öffentlich ist die Begründung für den Entscheid des Kassationsgerichts, wie der Anwalt von Nicola Parretta uns gegenüber bestätigt. Damit bleibt vorerst unklar, ob die Ermittlungen weiterlaufen.
Insgesamt hatte die Polizei Ende Januar 44 Personen verhaftet, denen sie Verbindungen zur Mafia vorwirft. 29 davon wurden unter Hausarrest gestellt. Die Stadt Wetzikon hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Partnerschaft mit Badolato sistiert.
