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Kuriose Einsätze

Tierische Rettungsaktionen und viel Dampf um nichts

Hungrige Biber, arbeitslose Katzen und fliegende Kühe: Das Oberland überzeugte 2025 mit tierischen Rettungseinsätzen, viel Dampf um nichts und die ewig währende Frage der Definition.

Abhauen, übernachten, nagen und dampfen: Das waren die kuriosesten Einsätze 2025 im Oberland.

Bildkombination: Marie Fredericq

Tierische Rettungsaktionen und viel Dampf um nichts

Hungrige Biber, eine Katze als Polizeianwärterin und eine fliegende Kuh: Das Oberland überzeugte 2025 vor allem mit tierischen Rettungseinsätzen, ungefährlichen Dampfeinlagen und der ewig währenden Frage einer Definition.

Das waren die kuriosesten Rettungsaktionen, Fehlalarme und Feuerwehreinsätze 2025: Das Oberland brillierte mit georteten Kopfhörern, spektakulären Flugstunden, Fischerei-Schlupflöchern und harmlosem Dampf. Besonders zum Schmunzeln brachten uns 2025 die kuriosen tierischen Einsätze – zu Boden, in der Luft und am Wasser.

Die spontane Polizeianwärterin

Für keinen Einsatz, dafür aber für Schmunzeln sorgte eine Katze am 21. März auf dem Parkplatz beim Strandbad Auslikon. Zwei Polizisten der Polizei Region Pfäffikon, Peter Andenmatten und sein Kollege, hielten dort während ihrer Nachtschicht für eine kurze Pause.

«Wir haben die Seitentür aufgelassen und standen direkt neben dem Auto. Völlig unbemerkt hatten wir kurz darauf einen ungebetenen Gast», berichtet Andenmatten. Während die beiden in einen Schwatz vertieft waren, schlich sich ein Kätzchen auf samtenen Pfoten in den Dienstwagen und nahm auf dem Fahrersitz Platz.

Ein Polizist, der in ein Auto leuchtet, in dem eine Katze sitzt.
Nach ihrer Pause fanden die beiden Polizisten einen vierbeinigen Gast im Auto vor. Dank Spiegelung «trägt» dieser sogar Uniform.

«Als ich ein Foto davon machte, spiegelte sich meine Uniform im Fenster – damit sah es so aus, als würde auch die Katze eine Uniform tragen», erzählt der Polizist. «Wir sind durchaus immer froh um Nachwuchs. Aber eher um zweibeinigen.»

Der «Versteckis»-Profi

Ein weiterer Vierbeiner hielt die Stadtpolizei Uster im Februar auf Trab. Ein Mischlingshund rannte seinem Halter am 21. Februar davon – nur um sich dann in einer Holzbeige zu verstecken. Laut Facebook-Post der Stadtpolizei war diese rund 30 Meter lang, 6 Meter hoch und tonnenschwer.

Nach erfolglosem Kriechen, Bewegen und Sägen wurden ein Kanalservice sowie der Forstwart hinzugezogen. Mit einer Kanalkamera konnte der Hund geortet werden, woraufhin der Forstwart ihn freisägte.

Nach rund vier Stunden konnte sich der Hund in die Freiheit zwängen. Wie er in die Beige gelangte, bleibt offen – gewiss ist nur, dass er im «Versteckis» durchaus gute Chancen hätte.

Dichter Rauch um Nostalgie

Dichter Rauch über Hinwil sorgte im Juni für Nervosität – und einen Feuerwehreinsatz. Eine besorgte Person alarmierte die Notrufzentrale, die Stützpunktfeuerwehr Hinwil rückte wegen «unklarer Rauchentwicklung» aus.

Vor Ort zeigte sich: kein Brand, kein technischer Defekt, keine verkohlten Bratwürste. Der Rauch stammte von der historischen Dampfbahn, die gerade eingeheizt wurde.

2024_05_05_Bauma_Historische Zugfahrten ab Bauma_Die schönsten Bilder zum Saisonstart der Dampfbahn.
Viel Rauch, aber kein Notfall: Die Dampfbahn sorgte bei der Hinwiler Feuerwehr für einen Einsatz – und letztlich für ein Schmunzeln. (Archivbild)

Statt zum Löschschlauch griff der Medienverantwortliche zum Handy und informierte die Öffentlichkeit über den ungewöhnlichen «Einsatz».

Eine Intervention war nicht nötig, die Feuerwehr konnte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ein Einsatz, der für Schmunzeln sorgte.

Frühkindliche Flugstunden

Sie setzte sich von der Herde ab – und wurde im Tobel wiedergefunden. Die Kyburger Kuh hatte wohl die Schnauze voll von ihrer Herde und brach von der Weide in Richtung eines Walds auf. «Vielleicht hat sie sich bei dieser Hitze von der schattigen Schlucht Kühlung erhofft», kommentierte Besitzer Heinz Meier im damaligen Bericht. Durchaus verständlich, ereignete sich das Spektakel doch Anfang Juli.

Die Kuh steht in einem Wald.
Obwohl sie bis zu den Knien im Schlamm feststeckte, blieb die Ausreisserin erstaunlich ruhig.

Problematisch war jedoch, dass die rund 850 Kilogramm schwere Kuh zwar runter-, aber nicht wieder hochkam. Darum wurde das Tier von einem durch die Rega aufgebotenen Rettungshelikopter aus dem Tobel geflogen.

Besonders kurios: Mit der Aktion bescherte sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem ungeborenen Kälbchen einen wilden Höhenflug – die Kuh war nämlich hochträchtig.

Dumm gelaufen – und geortet

Manchmal sind es nicht Sirenen oder Spürhunde, die der Polizei auf die richtige Spur helfen, sondern moderne Technik. Im Dezember brachen ein 19-jähriger und ein 26-jähriger Schweizer in Egg in ein Schulhaus ein. Was alles entwendet wurde, war unklar – nur Kopfhörer wurden als gestohlen gemeldet, was den Dieben zum Verhängnis wurde.

Die Besitzerin der entwendeten Kopfhörer konnte diese nämlich orten. Die Polizei nahm die beiden mutmasslichen Einbrecher daraufhin fest.

Hungersnot macht erfinderisch

Brandaktuell sind diese angenagten Bäume: In den letzten Tagen hat der Biber gleich an mehreren Orten seine Spuren hinterlassen. 

An der Wilstrasse in Uster, an der Kempttalstrasse in Illnau und in Tablat in Turbenthal treibt der Nager nämlich sein Unwesen und knabbert immer wieder Bäume an. Das zwang die Feuerwehr mehrfach zu Massnahmen, so wurden die Bäume unter anderem eingezäunt oder sogar gefällt.

Der Biber breitet sich rund um den Greifensee und die hiesigen Gewässer weiter aus – gerade in den kälteren Monaten, in denen Nahrung rar wird, macht er sich gerne auch an die Bäume nahe am Siedlungsgebiet oder an Strassen.

Ein Baumstamm wurde von einem Biber angenagt, sodass der Stamm mit einem Drahtgeflecht geschützt werden musste.
Ein Festtagsschmaus: Die Bäume in Uster scheinen den Bibern gut zu schmecken. Für sie erfreulich, für die Stadt eher nicht.

In Uster setzt man deshalb auf vorsorgliche Massnahmen: Auf dem Stadtgebiet wurden bereits viele Bäume umzäunt, besonders rund um den Zellweger-Weiher.

Eine Frage der Definition

In Pfäffikon musste die Polizei im Oktober über eine besondere juristische Spitzfindigkeit befinden: Ein Angler hatte sich am Seequai mit einem Zelt eingerichtet, um Karpfen zu fangen, die sich vor allem nachts zeigen. Der Fischer wollte also die Dunkelheit abwarten.

Ein kleines, olivgrünes Zelt steht am Seequai in Pfäffikon. Man sieht zwei Angeln, die vor dem Zelt an der Quaimauer befestigt sind.
Manche Fischer «übernachten» am Pfäffikersee, um nach Karpfen zu angeln.

Doch aus Sicht der Polizeiverordnung wäre das eigentlich Campieren und damit verboten. Als die Polizei wegen einer Bürger­meldung vorbeischaute, erklärte der Fischer jedoch, dass er keineswegs übernachte, sondern lediglich Witterungsschutz gesucht habe.

Die Ordnungshüter zogen nach kurzer Prüfung wieder ab. Denn wo genau gemütlicher Anglersport endet und echtes Campieren beginnt, ist offenbar eine knifflige Rechtsfrage.

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