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Zwischen Herbstzauber und Preisdebatte

Das erwartet die Besucher des Juckerhofs diesen Herbst

Der grosse Besucheransturm während der Kürbissaison auf dem Juckerhof hat Konsequenzen: Die beliebte Kürbisausstellung in Seegräben bleibt kostenpflichtig. Doch: Wie viel Kürbis erhalten die Besucher für ihr Geld?

Glumanda (ein Pokémon) war 2022 Teil der Ausstellung «Feuer» auf dem Bächlihof in Jona. Diesen Herbst ist die Figur auf dem Juckerhof zu bestaunen.

Foto: Jucker Farm

Das erwartet die Besucher des Juckerhofs diesen Herbst

Zwischen Herbstzauber und Preisdebatte

Der grosse Besucheransturm während der Kürbissaison auf dem Juckerhof hat Konsequenzen: Die beliebte Kürbisausstellung in Seegräben bleibt kostenpflichtig. Doch: Wie viel Kürbis erhalten die Besucher für ihr Geld?

In der kleinen Gemeinde Seegräben wird der Herbst jedes Jahr zur Bühne und der Kürbis zum Hauptdarsteller. Auch dieses Jahr verwandelt sich der Juckerhof vom 20. September bis am 26. Oktober in ein farbenprächtiges Wunderland aus Tausenden von Kürbissen – kunstvoll angeordnet zu grossen Skulpturen, Tieren oder Fantasiewesen.

Kein Wunder also, dass das Spektakel grosse Besuchermassen anzieht. An Spitzentagen strömen Tausende Menschen durch die Kürbisalleen.

«Die Kürbisausstellung ist ein saisonales Ereignis und damit eine Rarität. Beispielsweise im Gegensatz zum Zoo Zürich, der ganzjährig geöffnet ist», erklärt Nadine Gloor, Kommunikationschefin der Jucker Farm, die grosse Beliebtheit der Kürbisschau. Zudem sei die Ausstellung mehr als nur eine Schau von Kürbissen, sie biete ein ganzheitliches Erlebnis mit zahlreichen Aktivitäten rund um das Thema Kürbis, ergänzt Gloor.

Während der Besucherandrang für die Inhaber des Juckerhofs ein Segen ist, ist er für die Anwohner und Anwohnerinnen Seegräbens eher ein Fluch.

Die Vorgeschichte

Der zunehmende Overtourismus während der Kürbissaison auf dem Juckerhof in der 1500-Seelen-Gemeinde führt zu erheblichen Verkehrsproblemen und Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner. Im Frühjahr 2024 reichten vier Einwohner eine Petition mit über 150 Unterschriften ein, woraufhin auch der Gemeinderat konkrete Massnahmen forderte.

Die Betreiber des Juckerhofs etablierten daraufhin zur Kürbissaison 2024 eine neue Strategie: Erstmals mussten die Besucher und Besucherinnen Eintritt zur Ausstellung bezahlen. Die Veranstaltungsdauer wurde von acht auf vier Wochen halbiert. Ausserdem wurde eine werktägliche Busverbindung zwischen Uster und Seegräben eingeführt, um die Blechlawine zu reduzieren. Des Weiteren wurde der Parkplatz im Aatal gestrichen.

Zudem sorgte ein neu angelegter Fussweg dafür, dass die Besucherinnen und Besucher nicht mehr direkt durchs Dorf liefen, was in der Vergangenheit auch zum Ärger der Anwohnenden beigetragen hat.

Die neue Strategie zeigte Wirkung: Die Besucherströme konnten letztes Jahr spürbar eingedämmt werden. Deshalb werden die Regelungen auch in diesem Jahr beibehalten, allerdings mit einigen Anpassungen.

Die Neuerungen

Die Kürbisausstellung auf dem Juckerhof in Seegräben dauert dieses Jahr neu fünf statt vier Wochen: eine Reaktion auf den starken Umsatzrückgang nach der Halbierung der Veranstaltungsdauer letztes Jahr. Zudem können so die Besucherströme auf mehr Tage verteilt werden.

Auch beim Eintritt gibt es eine kleine Anpassungen: Wer online bucht, zahlt wie im Vorjahr 10 Franken unter der Woche und 12 Franken am Wochenende. Beim Kauf vor Ort ist der Preis des Tickets um einen Franken gestiegen, allerdings nur unter der Woche: Neu zahlt man 13 statt 12 Franken. Am Wochenende kostet ein Ticket wie bisher 15 Franken.

Den Franken mehr begründet Gloor mit einem höheren Bearbeitungszuschlag vor Ort, als Teil der vereinfachten Preisstruktur. «Dafür sind zum Beispiel Events wie die Pumpkin Night Light, der Apfelgarten und die Wildkultur neu im Eintritt inbegriffen.» Diese sind im vergangenen Jahr nicht inkludiert gewesen und sind unter dem Jahr kostenpflichtig.

Eine Änderung gibt es auch beim Gratiseintritt: Statt wie bisher bis 16 Jahre, erhalten nur noch Kinder bis 12 Jahre kostenlosen Zutritt. Grund sei die Angleichung an die übrigen Angebote des Hofs, bei denen Vergünstigungen auch nur für Kinder bis 12 Jahre gelten, so die Kommunikationschefin.

Kostenloser Zugang bleibt zudem nur für Anwohnende aus Seegräben mit gültiger Anwohnerkarte möglich. Während der Kürbisausstellung gilt der Eintritt auch für den Besuch des Hofladens oder der Gastronomie.

Verbessert wurde dieses Jahr der Fussweg: Ein neuer, direkter Weg verbindet Parkplatz und Bushaltestelle mit dem Juckerhof. 2024 war nur eine provisorische Lösung möglich, da ein Rekurs gegen die Baubewilligung lief.

Zur besseren Bewältigung des Verkehrs werden erstmals in Pfäffikon und Wetzikon Hinweisschilder aufgestellt, um die Parkplatzsuche rund um den Pfäffikersee zu erleichtern.

Am meisten dürfte viele Besucherinnen und Besucher die Preisgestaltung beschäftigen – ein Punkt, der im vergangenen Jahr teils für Unmut sorgte.

Wir müssen unsere Zusatzkosten während der Kürbissaison auch irgendwie decken. Etwa für den Extrabus an den Werktagen, den wir eigenständig finanzieren.

Nadine Gloor, Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm

Nadine Gloor stellt sich dem Unmut wie folgt: «Wir müssen unsere Zusatzkosten während der Kürbissaison auch irgendwie decken. Etwa für den Extrabus an den Werktagen, den wir eigenständig finanzieren.»

Die Highlights

Die wichtigsten Programmpunkte während der Kürbisschau im Überblick:

Am 20. September startet die Kürbisausstellung «Let’s Play!» um 9.30 Uhr mit der Enthüllung der acht Kürbisfiguren rund ums Thema Spielen. Zu sehen sind beispielsweise ein Brettspiel und ein Kuscheltier. Gegen Mittag folgen Musik und Unterhaltung für Gross und Klein.

Ein weiteres Erlebnis erwartet die Besucher am 4. und 5. Oktober, jeweils von 11 bis 17 Uhr: Dann wird eine Riesenkürbissuppe gekocht – eine Portion kostet Fr. 7.50. Der Erlös geht an den Verein Ghana Switzerland Hospital Technicians (GSHT), der Spitäler in Ghana unterstützt.

Für alle, die auf den Geschmack gekommen sind, bietet der Hofladen eine breite Auswahl an weiteren Kürbisprodukten: von Kürbisglace über geröstete Kürbiskerne bis hin zu Kürbisrisotto und mehr. Und bei schönem Wetter gibt es draussen knusprige Pumpkin Fries.

Alles rund um die jährliche Kürbisaustellung auf der Jucker Farm und auf dem Bächlihof Jona.
Auch auf dem Kürbismenü: der Pumpkin Spice Latte.

Ein weiteres Highlight ist die Pumpkin Light Night am 17./18. und 24./25. Oktober ab 17 Uhr. Der Hof verwandelt sich in eine leuchtende Kürbislandschaft. Besuchende dürfen gratis Kürbisse schnitzen, die den Hof erhellen. Das Mitnehmen eines Kürbisses ist kostenpflichtig, abgerechnet wird nach Gewicht.

Wer eine weniger überlaufene und kostenlose Alternative sucht, wird auf dem Bächlihof in Jona fündig: Dort sind ebenfalls acht Figuren zum Motto «Let’s Play!» zu sehen.

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