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Gesellschaft

Kürbisausstellung auf dem Juckerhof dauert neu fünf statt vier Wochen

Letzte Saison büsste der Juckerhof mit seiner Kürbisausstellung wegen einschneidenden Massnahmen Umsatz ein. Nun kommt die Gemeinde dem Betrieb etwas entgegen.

Gute Nachricht für den Juckerhof und alle Kürbisfreunde: Die diesjährige Ausstellung des Juckerhofs dauert eine Woche länger. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Kürbisausstellung auf dem Juckerhof dauert neu fünf statt vier Wochen

Verlängerung auf dem Erlebnishof

Nachdem letztes Jahr die Dauer der Kürbisausstellung reduziert wurde, verzeichnete der Betrieb einen starken Umsatzrückgang. Nun kommt die Gemeinde Seegräben dem Juckerhof etwas entgegen.

Fünf statt vier Wochen. Die Kürbisfiguren der rege besuchten Ausstellung des Juckerhofs darf im Herbst eine Woche länger stattfinden als letztes Jahr. Konkret vom 20. September bis am 26. Oktober. «Die eine Woche extra ist sehr wichtig für den Hof, so können wir den Halloween-Vibe Ende Oktober noch mitnehmen», lässt sich der Hofleiter Reto Benker in einer Mitteilung zitieren.

Der Juckerhof musste die Ausstellungsdauer letztes Jahr auf Wunsch der Gemeinde von acht auf vier Wochen halbieren. Der Umsatz brach daraufhin während der Ausstellung um 15 Prozent ein. Besonders happig waren aber vor allem die Auswirkungen auf den Umsatz in den Wochen vor und nach der Kürbisschau mit Einbussen von 51 Prozent. Ein markanter Rückgang.

Nun kommt der Gemeinderat von Seegräben dem Juckerhof etwas entgegen. Es sei ihm ein Anliegen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der unternehmerische Erfolg des Juckerhofs möglich bleibe, erklärt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Allerdings müsse die Belastung für die Anwohner im Rahmen bleiben.

Seegräbner wehrten sich mit Erfolg

Das Anliegen kommt nicht von ungefähr. Im Frühjahr 2024 verschafften sich über 150 Seegräbner Gehör beim Gemeinderat. In einer Petition forderten sie Massnahmen gegen die Besucherströme und das hohe Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustüre. Denn die Kürbisausstellung lockte täglich Tausende Besucher nach Seegräben.

Nach Aussprachen zwischen der Gemeinde und dem Juckerhof beschlossen sie weitergehende Massnahmen. In einer Pilotphase über drei Jahre wollte der Gemeinderat die Probleme in den Griff kriegen.

Einerseits verkürzte sich deshalb – auf Wunsch der Gemeinde – die Dauer der Ausstellung. Zugleich führte der Juckerhof Eintrittspreise ein. Diese sorgten wiederum bei den Besuchern für Unmut, woraufhin die Betreiber die Preise leicht nach unten korrigierten.

Andererseits sollte durch die Umleitung des Fussverkehrs via Flurweg und das Streichen von Parkplätzen wieder Ruhe im Dorf einkehren. Weiter finanzierte der Juckerhof eine Busverbindung zwischen Uster und Seegräben während der Werktage. Zuvor betrieb der ZVV die Busse lediglich im Halbstundentakt an den Wochenenden.

Diese Massnahmen gelten dieses Jahr

Im Grossen und Ganzen zeigt sich die Gemeinde mit der Wirkung der Massnahmen zufrieden. Neben den Eintrittspreisen habe auch der tägliche Betrieb der Buslinie Wirkung gezeigt. Gut ein Drittel weniger Autos nutzten den Parkplatz. Erste positive Reaktionen aus der Bevölkerung waren während der letzten Ausstellung zu vernehmen.

Und auch der Juckerhof pflichtet bei: «Der täglich fahrende Bus und somit die konsequente Verlagerung auf ÖV sowie das Eintrittssystem, um diesen Bus zu finanzieren, haben die nötige Beruhigung gebracht.» Es scheine, als habe man letztes Jahr endlich ein Rezept gefunden, das funktioniere.

Die Busverbindung und die Eintrittspreise bleiben deshalb auch dieses Jahr bestehen. Wie teuer die Tickets sein werden, entscheiden die Betreiber des Juckerhofs im Verlauf der nächsten Woche.

Dieses Jahr kann die Gemeinde auch wieder einen direkten Fussweg vom Parkplatz und der Busstation aus bis zum Juckerhof bereitstellen. 2024 musste darauf verzichtet werden, da gegen die Baubewilligung des Kantons ein Rekurs hängig war. Die Gemeinde Seegräben und der Kanton befinden sich für die Ausarbeitung einer dauerhaften Lösung zurzeit im Gespräch.

Auf den sogenannten Überlaufparkplatz auf der Wiese beim Bahnhof Aathal verzichtet man weiterhin. Dafür wird die Beschilderung um den Pfäffikersee in den Gemeinden Pfäffikon und Wetzikon verbessert, um den Autofahrern die Suche nach dem Parkplatz zu erleichtern.

Eine Reaktion der Petenten, die sich für die Massnahmen starkgemacht hatten, steht noch aus. Am Mittwochnachmittag war niemand erreichbar.

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