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Die SVP bringt Bewegung in den Wahlkampf von Hinwil

Mit mehreren Kandidaten greift die SVP in Hinwil nach Sitzen im Gemeinderat und nach dem Schulpräsidium. Vor allem die FDP hält als zweite bürgerliche Kraft dagegen.

Die SVP bringt Bewegung in den Wahlkampf von Hinwil

Mehrere Kampfwahlen

Mit mehreren Kandidaten greift die SVP in Hinwil nach Sitzen im Gemeinderat und nach dem Schulpräsidium. Vor allem die FDP hält als zweite bürgerliche Kraft dagegen.

Wer zieht ins Gemeindehaus von Hinwil ein? Die Ausgangslage vor den Wahlen verspricht Spannung.
Foto: Simon Grässle

Schon vor vier Jahren kam es in Hinwil zu Kampfwahlen. Als lachende Siegerin ging damals die FDP hervor. Sie konnte ihre drei Sitze im siebenköpfigen Gemeinderat verteidigen. Die SVP verlor hingegen zwei Sitze. Das Gemeindepräsidium ging damals unangefochten vom nicht mehr antretenden Germano Tezzele (SVP) an Andreas Bühler (SP) über.

Ganz so turbulent dürften die diesjährigen Wahlen am 12. April nicht werden. Doch verheissungsvoll ist die Ausgangslage allemal. Denn obwohl zwei bisherige Gemeinderäte nicht mehr antreten, wird nur ein Sitz frei. Dies, weil der Gemeinderat nach der Bildung der Einheitsgemeinde neu nur noch sechs Mitglieder zählt. Als siebtes Mitglied kommt der Schulpräsident oder die Schulpräsidentin neu dazu.

Kontinuität versus Veränderung

Die FDP hat Michael Rüegg als Nachfolger für die bisherige Gesundheitsvorsteherin Herta Huber aufgestellt. Die SVP schickt mit Landwirt Tobias Bachofen und Unternehmer Raphael di Gallo gleich zwei Kandidaten ins Rennen, um den Sitz des nicht wieder antretenden Tiefbauvorstehers Beat Amstutz zu halten.

Porträtfotos von drei Männern.
Tobias Bachofen (SVP), Michael Rüegg (FDP) und Raphael di Gallo (SVP) wollen den Einzug in den Hinwiler Gemeinderat schaffen (von links).

«Es braucht gerade mit der neuen Einheitsgemeinde eine gewisse Stabilität und Fachkompetenz für die wartenden Herausforderungen», sagt FDP-Ortspräsident Philipp Casutt. Und er betont: «In Gemeindebehörden ist es wichtig, pragmatisch über die Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.»

Die Zusammenführung der beiden Behörden zur Einheitsgemeinde werde die nächsten Jahre prägen. Für Michael Rüegg spreche, dass er als Bereichsleiter Liegenschaften bei der Gemeinde Fehraltorf sowie mit seiner Ausbildung als Strassenbauer und seiner langjährigen Tätigkeit als Vorarbeiter und Bereichsleiter Infrastruktur den passenden beruflichen Hintergrund und die nötige Erfahrung mitbringe. Insbesondere dann, wenn er das voraussichtlich neu zu besetzende Tiefbauressort übernehmen würde.

SVP-Ortspräsident LeeBrian Ward sieht hingegen in der Bildung der Einheitsgemeinde eine Chance: «Es ist genau der richtige Zeitpunkt für Veränderungen», findet er. Die Bevölkerung habe zuletzt immer wieder gezeigt, dass sie unzufrieden sei. Mittelfristig müsse man vor allem die finanzielle Lage der Gemeinde wieder ins Lot bringen.

Die SVP greift deshalb auch Sitze der Bisherigen an. Der Gemeinderat sei zu stark nach links gerichtet, sagt Ward. «Wir streben wieder eine bürgerliche Politik in unserer Gemeinde an.»

Ob wegen des Frontalangriffs der SVP die Sitze der beiden bisherigen FDP-Gemeinderätinnen Gabriela Casutt und Christina Haffter sowie von Florian Michel und Brigitte Wälchli (beide Die Mitte) wackeln, wird sich am Wahlsonntag zeigen. Einzig der Sozialdemokrat Andreas Bühler scheint als bisheriger und einziger Kandidat für das Gemeindepräsidium in einer komfortablen Ausgangslage zu sein.

Vorwürfe gegen SVP-Kandidat

Eine gewisse Brisanz enthält die Kandidatur von Raphael di Gallo. Vor knapp einem Jahr schrieb die Zeitschrift «Beobachter» von «skandalösen und unwürdigen Zuständen» in einem von di Gallo betriebenen Psychiatrieheim in Wald. Es sind Vorwürfe, die der heutige SVP-Gemeinderatskandidat stets bestritt.

Die Berichterstattung kommentieren will LeeBrian Ward nicht. «Di Gallo ist ein fairer und liebenswerter Mensch», sagt er nur. «Er kommuniziert aber seine Meinung klar.» Die Parteiversammlung hatte sich einstimmig für di Gallo ausgesprochen.

Duell um das Schulpräsidium

Zur Kampfwahl wird auch das Rennen um das Schulpräsidium, das neu Teil des Gemeinderats ist. Thomas Ludescher (parteilos) tritt für eine weitere Amtszeit an. Allerdings musste die Schulpflege unter seiner Leitung in den vergangenen Monaten wegen der drastischen Steuererhöhung sowie der geplanten Schliessung des Schulhauses in Unterbach aus Teilen der Bevölkerung Kritik einstecken.

Die SVP hat deshalb mit dem ehemaligen Landwirt Felix Honegger einen Gegenkandidaten aufgestellt. Sie strebt damit sogar einen dritten Sitz im Gemeinderat an.

Zwei Männerporträts und eine Luftaufnahme des Schulhauses Meiliwiese.
Thomas Ludescher (parteilos) und Felix Honegger (SVP) duellieren sich um das Hinwiler Schulpräsidium (von links).

«Wir können nicht schimpfen und dann keine Verantwortung übernehmen», sagt LeeBrian Ward. Es brauche in der Schulpflege neue und kreative Ideen, um die Versäumnisse der Vergangenheit rund um die Finanzen mittel- bis langfristig auszumerzen.

Der bisherige Schulpräsident Thomas Ludescher geniesst allerdings bei den übrigen Parteien viel Rückhalt. Die SP, die Grünen, die EVP, die Mitte und die FDP unterstützen eine weitere Amtszeit des Projektleiters.

Er möchte seinen «grossen Rucksack an Erfahrung und Wissen» aus mehreren Legislaturen in der Schulpflege nun als Schulpräsident auch in den Gemeinderat einbringen, erklärt Ludescher. «Stabilität und Kontinuität sind gerade in unsicheren Zeiten wichtig. Das bin ich der Schule schuldig.»

Denn neben der Eingliederung der Schule in die Politische Gemeinde stünden weitere wichtige Themen an – beispielsweise zusätzliche Kostenoptimierungen und die pädagogische Weiterentwicklung.

Die Kritik an gewissen Entscheiden der Schulpflege nimmt Ludescher gelassen. «Jeder Beschluss führt naturgemäss dazu, dass einige zufrieden und andere unzufrieden sind», sagt er. Und: «Bei mir steht als Parteiloser immer die Sachpolitik und keine Ideologie im Vordergrund.»

Die Kandidaten für den Gemeinderat von Hinwil

Tobias Bachofen (SVP, neu)

Andreas Bühler (SP, bisher), auch als Präsident

Gabriela Casutt (FDP, bisher)

Raphael di Gallo (SVP, neu)

Christina Haffter (FDP, bisher)

Florian Michel (Die Mitte, bisher)

Michael Rüegg (FDP, neu)

Brigitte Wälchli (Die Mitte, bisher)

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