Den FC Volketswil trennen Welten vom Gegner
Für den Drittligisten Volketswil kommt der Saisonhöhepunkt schon vor der Meisterschaft: Er misst sich im Schweizer Cup mit Rapperswil-Jona aus der Challenge League.
Gewöhnlich war gestern. Der Drittligist FC Volketswil steckt in einer speziellen Lage. Nur knapp zwei Wochen Pause konnten sich die Volketswiler nach dem Ende der letzten Saison gönnen, dann begann für sie bereits wieder die (von Ferienabwesenheiten geprägte) Vorbereitung.
«Nicht jammern, sondern weitermachen», lautet das Credo von Trainer Antonio Limata. Das Team hat sich die verkürzte Ruhezeit ja auch selbst zuzuschreiben. Mit dem Vorstoss in den regionalen Cup-Final sicherte sich der FCV Ende Juni das Ticket für die 1. Hauptrunde im Schweizer Cup. Und so heisst es für ihn: Noch vor dem ersten Meisterschaftsspiel steht bereits der Saisonhöhepunkt auf dem Programm.
Am Freitagabend empfangen die Volketswiler daheim im Griespark die Profis des FC Rapperswil-Jona.
Weniger als 30 Kilometer liegen zwischen den zwei Ortschaften. Zumindest auf dem Papier aber klaffen zwischen den beiden Gegnern Welten. «Sie sind meilenweit von uns entfernt», sagt darum Limata. Gleich vier weitere Ligen liegen dazwischen.
Hier der FC Volketswil, der sich zum Spitzenteam in der 3. Liga entwickelt hat und in der Meisterschaft um den Aufstieg mitreden will. Und da das St. Galler Team, das nach sechs Jahren Abwesenheit auf diese Saison hin in die zweithöchste Schweizer Liga zurückkehrte.
Der Star tut nicht weh
Während die Volketswiler sich nur mit drei Testspielen und einigen wenigen guten Trainings auf die Cup-Partie vorbereiten können, ist der Gegner bereits im Meisterschaftsrhythmus. Die ganz grossen sportlichen Schlagzeilen schrieb Rapperswil-Jona in den ersten drei Partien mit einem Sieg und zwei Niederlagen indes nicht.
Und dessen bekanntester Exponent ist gar einer, der Gastgeber FC Volketswil am Freitag auf dem Feld nicht wehtun kann: Xherdan Shaqiri. Der 33-Jährige, der seine glanzvolle Karriere derzeit bei seinem Stammklub Basel ausklingen lässt, ist seit etwas mehr als einem halben Jahr Minderheitsaktionär beim FC Rapperswil-Jona.
Die Rollen sind beim Cup-Duell natürlich trotz Shaqiris Abwesenheit klar verteilt. Alles andere als ein Rapperswiler Sieg wäre eine faustdicke Überraschung. Und dabei ist nicht etwa die Faust eines Kinds gemeint, sondern jene eines kräftig gebauten Manns. Wobei es den Underdogs jeweils nicht an Floskeln fehlt, um den Hoffnungen Nahrung zu verschaffen.
«Der Cup hat eigene Gesetze», ist eine davon, die gern verwendet wird. Oder: «Im Cup ist alles möglich.» Limata verzichtet komplett auf solche Plattitüden. «Klar, wir nehmen die Herausforderung an», sagt er, gibt sich aber realistisch: «Wir wollen gut aussehen und nicht mit einer Riesenpackung abgefertigt werden. Alles andere ist weit gegriffen.»
Das nächste Fest
Der FC Volketswil steht an einem ganz anderen Punkt als beim regionalen Cup-Final im heimischen Griespark vor der Sommerpause. Damals war der Drittligist im Flow. Er hatte erfolgreiche Wochen in der Meisterschaft hinter sich, was ihm Selbstvertrauen verschaffte und dabei half, den letztlich siegreichen Zweitligisten Unterstrass bis ins Penaltyschiessen zu zwingen. «Alle Spieler waren vorher im Training, jeder wollte dabei sein», erinnert sich Limata.
Über 2000 Fans sorgten am Spiel gegen Unterstrass für eine aussergewöhnliche Atmosphäre, ja ein wahres Cup-Fest. Ein solches würden die Volketswiler gegen den FC Rapperswil-Jona gerne erneut erleben. Was Trainer Limata den Spielern neben taktischen Anweisungen mit ins ungleiche Duell gegen die Profis gibt? «Sie sollen Freude daran haben.»