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Start zu den Playoffs

Darum ist das Überraschungsteam doch nur Aussenseiter

Der UHC Uster hat in der NLA seine bisher beste Qualifikation hinter sich. In den Playoffs wartet dennoch ein grosser Brocken.

Ab durch die Mitte: Uster-Stürmer Yves Klöti versucht sich gegen zwei Gegner durchzusetzen. (Archiv)

Foto: Robert Pfiffner

Darum ist das Überraschungsteam doch nur Aussenseiter

Der UHC Uster hat in der NLA seine bisher beste Qualifikation hinter sich. In den Playoffs wartet dennoch ein grosser Brocken.

Die Qualifikation: Uster setzt neue Massstäbe

Der UHC Uster ist die positive Überraschung der NLA-Saison. Das Team des langjährigen Trainers Simon Meier wurde Sechster. Besser waren die Ustermer in der höchsten Liga noch nie klassiert. Sie holten in 22 Partien 35 Punkte. Auch das ist ein Bestwert. Schon vier Runden vor dem Qualifikationsende sicherte sich Uster den Playoff-Einzug, was zeigt, wie souverän das Team diesen Schritt bewältigte. Eindrücklich ist die Ausbeute gegen schwächere Teams. 21 von möglichen 24 Punkten gewann Uster gegen die vier Playout-Teams Basel, Malans, Chur und Wasa St. Gallen.

Dabei hatte der UHC Uster einmal mehr vor einer Saison gewichtige Abgänge zu verkraften. Den Schweizer Nationalspieler Pascal Schmuki zog es nach Schweden, der 17-fache Torschütze Claudio Schmid wechselte zu Rekordmeister Wiler-Ersigen. Der UHC Uster reagierte darauf so, wie er es immer tut. Er füllte die Lücken weitgehend intern und ging seinen Weg unbeirrt weiter. In der Offensive legten Leistungsträger wie die Schweden Johannes Wilhelmsson und Ted Nivestam sowie Yves Klöti alle punktemässig eine Schippe drauf. Den grössten Sprung machte U23-Nationalspieler Klöti, von dem man das Gefühl hat, er fliege unter dem Radar. Der Stürmer schoss 16 Tore und sammelte 35 Punkte – 14 mehr als in der letzten Qualifikation.

Der Playoff-Gegner: Erneut vom Titelverteidiger gewählt

Würden die Playoff-Duelle wie in anderen Sportarten anhand der Rangliste bestimmt, wäre der UHC Uster (6.) auf die Langnau Tigers (3.) getroffen. Die Top 3 der NLA dürfen im Unihockey jedoch ihren Gegner wählen. Und der nach der Qualifikation an zweiter Stelle liegende Titelverteidiger Zug zog eine Viertelfinal-Serie (best of 7) gegen Uster jener gegen den Tabellensiebten Winterthur vor. Schon im Vorjahr hatten die Zentralschweizer den UHC Uster gewählt. Und setzten sich damals auf dem Weg zu ihrem zweiten Meistertitel in Serie 4:1 gegen Uster durch. So klar, wie das Resultat vermuten lässt, verlief die Serie nicht. Zwei der vier Niederlagen kassierte der Underdog in der Verlängerung.

An der Ausgangslage hat sich bei der Wiederauflage des Duells nichts geändert, das am Samstag in Zug beginnt und dann mit einem weiteren Heimspiel für die Zentralschweizer fortgesetzt wird. Uster mag das effizienteste Powerplay der Liga haben und konnte Zug in einem der zwei Qualifikationsduelle hart fordern, gegen den meistgenannten Titelkandidaten sind die Ustermer gleichwohl klarer Aussenseiter. Wie stark die Zuger sind, zeigt sich schon beim Blick auf die Mannschaft des Titelverteidigers. Neben dem Schweizer Nationalgoalie Nils Schälin stehen im Team gleich sechs hochkarätige Ausländer. Am Wochenende spielten sie erstmals diese Saison alle gleichzeitig von Beginn weg.

Die Zukunft: Ein Transfer mit Signalwirkung

Der UHC Uster hat sich einen guten Ruf in der Ausbildung von jungen Spielern erarbeitet. Und ist nun auch für aufstrebende Talente von ausserhalb eine attraktive Adresse geworden, wie sich im Fall von Matteo Gervasoni gezeigt hat. Der von zahlreichen Vereinen umworbene U19-Nationalspieler, der bei Ticino Unihockey in der NLB rund zwei Punkte pro Spiel produziert, hat unlängst für zwei Jahre in Uster unterschrieben. Gervasoni begründet die Entscheidung unter anderem damit, dass der UHC Uster auf junge Spieler setzt und er im Team von Simon Meier viel Verantwortung übernehmen kann.

Vor Gervasonis Zuzug haben die Ustermer in den letzten Wochen lediglich ein paar Vertragsverlängerungen vermeldet. Dazu fädelte Sportchef Markus Kulmala die Rückkehr von Flügelstürmer Linus Chrétien ein, der zuletzt studienbedingt in Schwedens dritthöchster Liga spielte. Es sind Meldungen, die nicht einmal in der Unihockeyszene für etwas Wellengang sorgen. Überhaupt gilt: Der UHC Uster hat in den letzten Jahren mit seinen Transfers kaum je Schlagzeilen generiert. Schlichtweg darum, weil er in der Regel keine hochkarätigen Ausländer oder etablierten NLA-Spieler verpflichten kann. Letztere bilden die Ustermer selbst aus – um sie dann wie im jüngsten Fall der Aushängeschilder Pascal Schmuki und Claudio Schmid zu verlieren, wenn sie den Schritt zu Topteams machen. Gervasonis Zuzug jedoch zeigt: Usters Philosophie trägt Früchte. Und der Transfer könnte durchaus Signalwirkung haben.

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