Brandschutz, Bewährtes, Blick nach vorn: Der Plan für den neuen «Speck»
Im Speck weht eine hoffnungsvolle Brise – nach dem grossen Schicksalsschlag letztes Jahr konkretisieren sich die Pläne für einen Ersatzneubau des Restaurants.
Sabrina Gislers Blick schweift vom alten Standort des Restaurants Speck zur Wand des Holzchalets, auf dessen Terrasse sie gerade sitzt. Knapp acht Monate ist das Inferno auf dem Flugplatz inzwischen her, bei dem das gesamte Restaurant ausbrannte. Wo früher die Gastwirtschaft stand, klafft heute eine Mulde. Schwarzer Russ an den Wänden und grüne Planen auf dem Dach der Werkstatt zeugen vom Vorfall im letzten Juli. Vom Gebäude steht nur noch das Fundament.
«Bei mir ist der Brand schon noch präsent. Aber wir konnten ihn inzwischen gut verarbeiten», sagt die Wirtin. Ihr Partner Markus Zürcher nickt. «Wir mussten weitermachen. Ich blicke nach vorn.» Es weht ein feiner Wind, die Sonne wärmt. Die Terrasse ist gut besetzt. Die Sorgenfalten aus Zürchers Gesicht sind verschwunden: «Die Kapazität zum Nachtrauern war nicht da, wir mussten weitermachen.»
Der Speck befindet sich im Umbruch. Nach dem Brand, bei dem das Wirtepaar sein Restaurant verloren hat, folgte schon bald ein Provisorium mit Zelt und später ein hölzernes Chalet als Übergangslösung. Nun sind dort, wo Mitte Juli das Feuer wütete, die Dimensionen eines Neubaus ausgesteckt.
Mix aus Fortschritt und Bewährtem
Eigentümerin des Grundstücks ist die Flugsportgruppe Zürcher Oberland (FGZO) und somit auch Bauherrin. Vizepräsident Daniel Stäubli kennt Details zur Planung des neuen Restaurants. «Wir wollen nichts Neues bauen, sondern das Alte ersetzen.» Der Ersatzneubau des Restaurants im Speck wird deshalb in seiner Grösse mit dem alten Bau identisch sein und gleich viele Sitzplätze bieten.
Viele verbinden mit dem Flugplatz Speck Kindheitserinnerungen, existiert das Restaurant doch seit 40 Jahren. «Diese familiäre Authentizität und das zum Flugplatz passende Ambiente soll mit dem Ersatzneubau wiederhergestellt werden», so Stäubli.
Die Veränderungen sind nicht gross, die Auswirkungen schon.»
Daniel Stäubli, Vizepräsident FGZO
Trotzdem gibt es natürlich Veränderungen: Beim Bau des Restaurants werden die neusten Auflagen und Vorschriften umgesetzt. Zudem hat man das Gebäudekonzept stark überarbeitet und die Räume des früheren Obergeschosses verstärkt ins Untergeschoss verlagert. Den Ersatzneubau sehen alle Beteiligten als Fortschritt. «Die Veränderungen sind nicht gross, die Auswirkungen schon», lächelt Stäubli.
Der FGZO nutzt die Chance und überarbeitet auch sein Brandschutzkonzept. Zwischen der Werkstatt und dem Ersatzneubau wird eine neue Brandschutzmauer errichtet. Zudem prüft der Verein im Rahmen der Detailplanung den Einbau einer flächenabdeckenden Brandschutzanlage. Damit könnte bei einem möglichen Brandereignis künftig deutlich schneller reagiert werden.
«Für das Speck-Areal wäre das eine Neuerung», sagt Vizepräsident Daniel Stäubli. Früher habe es eine solche Anlage nicht gegeben, und auch heute sei sie nicht vorgeschrieben. Gerade auf dem eher abgelegenen Gelände könnte ein solches Brandmeldesystem helfen, Brände frühzeitig zu erkennen und die Feuerwehr rasch zu alarmieren. «Im Nachhinein ist man immer schlauer», meint Stäubli.
Ein starkes Team
Man sei «ein eingespieltes Team», sagt Stäubli über die Beziehung zwischen der FGZO und den Pächtern des Restaurants. Der Verein hat bereits in den ersten Tagen nach dem Brand zwei Projektteams gebildet. Das eine kümmerte sich um die aktuelle Übergangslösung, das andere begann sofort mit der Planung des Ersatzneubaus.

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Zwischen dem Flugplatz als Ausflugsziel und dem Restaurant als gastronomisches Angebot gibt es eine Art Symbiose. Beides gehört zusammen, betont Stäubli: «Ein Restaurant ohne Flugplatz da draussen würde wohl viel weniger Menschen anziehen. Und dank dem Restaurant kommen auch Leute auf den Flugplatz, die nicht fliegen.»
Ständige Veränderung
Der Neubau ist ein Lichtblick nach dem turbulenten letzten Jahr: «Seit dem Brand gab es stetig Veränderung, Optimierung und Lösungssuche», sagt Zürcher. Der Fokus lag stets auf der Lösung. Mit dem Chalet ist nun ein wichtiges Zwischenziel erreicht.
«Unser Ziel ist, dass Ruhe einkehrt» – die letzten Monate waren intensiv und geprägt von Veränderungen. Und gleichzeitig ist da diese Hoffnung, die sie spüren. Und die Vorfreude, ein neues Kapitel des «Speck» zu schreiben. «Es macht Spass», sagt Gisler strahlend.
Das ist der aktuelle Stand des Projekts
Das Projekt befindet sich derzeit in der Bewilligungsphase. Seit dem 13. Februar liegt es bei der Gemeinde Fehraltorf öffentlich auf. Läuft alles nach Plan, kann Mitte 2026 mit dem Baubeginn und rund ein Jahr später, Mitte 2027, mit der Eröffnung des neuen Restaurants Speck gerechnet werden. In der Zwischenzeit läuft der Betrieb im Chalet regulär weiter. Nach dem Rückbau des im letzten Herbst notprovisorisch montierten Zelts wird ab Anfang April auch der Windy Corner in alter Frische zurückkehren. (rem)