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Neues Motocross-Rennen in Bäretswil – das sind die Fakten zur Premiere

Die Motocross-Saison der Amateure beginnt mit einem Rennen im Zürcher Oberland – organisiert von einem Profi. Mittendrin ist auch der frühere Spitzenfahrer Franco Betschart aus Wetzikon.

Am Wochenende vom 21. und 22. März rasen in Bäretswil die Töffpiloten über die Strecke – wie hier beim Motocross Gutenswil 2019. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Neues Motocross-Rennen in Bäretswil – das sind die Fakten zur Premiere

Die Motocross-Saison der Amateure beginnt mit einem Rennen im Zürcher Oberland – organisiert von einem Profi. Mittendrin ist auch der frühere Spitzenfahrer Franco Betschart aus Wetzikon.

Wer steckt hinter dem Motocross Bäretswil?

Der Anstoss zum Motocross Bäretswil ging vom Hittnauer Albert Betschart aus, einem früheren Motocross-Fahrer, sowie Landwirt Res Gerber. Auf dessen Land finden die Rennen statt. Zugleich hatte der professionelle Rennorganisator Christian Chanton bei Betschart schon seit Längerem sein Interesse am Standort Oberland deponiert. Der Solothurner, einst WM-Pilot, ist ebenfalls an Bord. Genauso Albert Betscharts Sohn. Franco Betschart zählte zu den besten Schweizer Motocross-Fahrern und gewann beispielsweise 2019 den Schweizer-Meister-Titel in der MX2. Nach der letzten Saison gab der in Wetzikon lebende Töffpilot den Rücktritt vom Leistungssport. Klar ist, weshalb der 31-Jährige am Bäretswiler Motocross dabei ist. Betschart junior verweist auf seinen Vater: «Ich bin durch ihn reingerutscht.» Die Aufgaben sind klar verteilt: Die Betscharts sind für die Festwirtschaft zuständig. Den kompletten Rennbetrieb organisiert Chanton. Der ursprünglich am Wochenende geplante Anlass ist aufgrund der Wetterprognosen um eine Woche verschoben worden – auf den 21. und 22. März.

Wo finden die Rennen statt?

Das Areal liegt auf dem Weg von Adetswil nach Hittnau, unterhalb der Hittnauerstrasse. Der Standort hat laut Veranstalter Christian Chanton alles, was er sich wünscht. Er schwärmt darum: «Es ist perfektes Motocross-Gelände.» Die Strecke, die Chanton mit nur einer Handvoll an Helfern in wenigen Tagen vorbereitete, ist rund 1500 m lang und enthält mehrere Sprungkombinationen. Grosse Erdarbeiten sind dafür weder nötig noch erlaubt. «Man trägt nur etwas Oberboden ab und baut mit der Natur», sagt Chanton. «Nach den Rennen wird das Gelände wieder instand gestellt. Neben der Strecke braucht auch der Rennpark beträchtlich Platz. Für ihn hat ein Nachbar von Landwirt Res Gerber Hand geboten. «Sonst wäre so etwas nicht machbar», sagt Chanton und verweist auf die Dimensionen des Anlasses. Der Motocross-Zirkus ist gross. Nur mit Fahrern und Helfern sind schnell 1000 Leute auf dem Platz.

Wie sieht das Rennprogramm aus?

An den jeweiligen Renntagen fahren die Motocrosser in den unterschiedlichsten Kategorien. Deren elf verschiedene sind es. Veranstalter Christian Chanton rechnet mit rund 400 Startenden, ziemlich gleichmässig verteilt auf die zwei Tage. Die Motocross-Rennen in Bäretswil sind derweil nicht nur eine Premiere, sie sind zugleich der Startschuss zur nationalen Amateurmotocross-Serie. Die Kategorie Superrace ist hingegen speziell. In dieser sind professionelle oder halbprofessionelle Motocross-Piloten trainingshalber am Werk, die in den offiziellen nationalen Meisterschaften um den Titel fahren. Also da, wo Franco Betschart seine Erfolge feierte. Einmal im Zürcher Oberland zu fahren, «wäre schon geil», sagt Betschart. Er ist dennoch unschlüssig, ob er antreten soll. Zu wenig sass er heuer bisher auf dem Töff, zu ehrgeizig ist er, um im Superrace einfach hinterherzufahren. Veranstalter Christian Chanton ist guter Dinge, den Lokalmatadoren ebenfalls am Start zu sehen, wie er mit einem Grinsen sagt: «Wir werden ihn schon noch ‹überschnorre›.»

Ist der Anlass eine einmalige Sache?

Das wird sich weisen. Veranstalter Christian Chanton sagt: «Wir hoffen schon, dass wir das längerfristig machen können.» Zugleich macht er lieber Schritt für Schritt, als durch vollmundige Aussagen aufzufallen. «Ich beginne lieber klein, grösser werden kann man immer noch», lautet sein Credo. Er glaubt, dass das Motocross Bäretswil eine Zukunft hat. Beispielsweise darum, weil es in der Gemeinde jahrelang Töff-Rennen gab. Und damit eine gewisse Rennsport-Tradition vorhanden ist. Wichtig ist ihm zugleich, dass er Zuschauerpotenzial im Zürcher Oberland sieht. Die Nähe zu Wetzikon ist sicher positiv. Von der Stadt aus ist die Rennstrecke nur wenige Fahrminuten entfernt. Welchen Fanzuspruch erwartet Chanton bei der ersten Auflage der Rennen in Bäretswil? «800 bis 1000 Zuschauer wären in Ordnung.»

Drei Männer vor einem Stall, zwei davon tragen eine Dächlikappe verkehrt herum.
Sie sind beim Motocross Bäretswil federführend: Christian Chanton (Mitte) und Franco Betschart (rechts). Mirco Peter (links) gehört zu Chantons Crew.

Was ist die NAM-Meisterschaft?

NAM ist die Abkürzung für die Nationale Amateurmotocross-Serie. Diese wurde 2023 erstmals ausgetragen und startet in Bäretswil in die neue Saison. Die NAM entstand durch den Zusammenschluss zweier Serien – der Motocross-Meisterschaft des Schweizerischen Auto- und Motorfahrerverbands sowie der Motocross-Race-Serie. Letztere war 2004 vom ehemaligen Motocross-Piloten Christian Chanton ins Leben gerufen worden, der neben anderen das Bäretswiler Rennen organisiert. Von März bis im Oktober stehen diese Saison 23 Termine im Motocross-Kalender. Es sind nicht bei jeder Veranstaltung dieselben Kategorien im Angebot. Neben dem Saisonauftakt in Bäretswil gibt es in der Region zwei weitere Rennen. Das vom MC Wila durchgeführte Motocross in Schlatt (2./3. Mai) und das ebenfalls von Chanton organisierte Motocross Agasul (8./9. August).

Gab es schon Motorrad-Rennen in Bäretswil?

Ja, wenn auch in den letzten Jahren keine Motocross-Rennen. Bis zum Jahr 2019 gab es Supermoto-Rennen im Bäretswiler Quartier Schürli. Diese waren ein etablierter Fixpunkt im Kalender der Gemeinde. Die Strecke führte durch die Kiesgrube sowie Häuserzeilen, weshalb der Anlass gerne als «Monaco der Schweiz» bezeichnet wurde. Organisator war Kurt Hürlimann, notabene ohne Klub im Rücken. Nach der 14. Austragung war indes Schluss. Supermoto und Motocross unterscheiden sich derweil primär durch die Bereifung und Strecke. Supermotos nutzen kleine, breite 17-Zoll-Felgen mit Slicks oder Strassenprofil, die Rennen sind auf Strecken mit 70 bis 80 Prozent Asphaltanteil. Motocross-Maschinen haben grosse und schmale Räder, die Rennen sind auf unbefestigten Strecken im Gelände.

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