Zwei Oberländer räumen beim Swiss Men’s Award ab
Platz 1 und 3
Der letztmals vergebene Titel ging diesmal an Giuseppe Piscitelli aus Pfaffhausen – Platz 3 belegte der Ustermer Bora Okumus.
Zum allerletzten Mal wurde am vergangenen Samstag der«Swiss Men’s Award» im Stadthofsaal in Uster vor einem grossen Publikum vergeben –SRF-Moderator Sven Epiney führte durch den Abend.
Der glückliche Gewinner in diesem Jahr ist Giuseppe Piscitelli aus Pfaffhausen, der sich gegen elf weitere Finalisten und zuvor über 100 weitere Männer durchsetzte. Piscitelli, der sich selbst «Gopf» nennt, wuchs bei einer drogenkranken Mutter auf – der Vater verliess bereits früh die Familie. Heute ist der 31-Jährige Vater eines zehnjährigen Sohns, ist verlobt und hat sein Leben fest im Griff.
«Ich kann es immer noch nicht ganz glauben», erzählt Piscitelli gegenüber dieser Zeitung. «Wenn ich den Award so vor mir stehen sehe, denke ich einfach nur ‹wow›. Den Grund für seinen Erfolg beim Mister-Wettbewerb sieht er vor allem in seiner authentischen und bodenständigen Art begründet. «Ich war immer ich selbst. Auch wenn ich auf der Bühne mal Fehler gemacht habe, habe ich einfach drüber gelacht.»
Ähnlich sieht es die «Erfinderin» und Jurorin des Wettbewerbs, Renata Angehrn: «Piscitelli stand während des gesamten Wettbewerbs für Authentizität, Bodenständigkeit und Humor, kombiniert mit einer klaren Haltung. Er entwickelte sich kontinuierlich weiter und sicherte sich verdient den Sieg.»
Der 31-Jährige zeigt sich dankbar für die Erfahrung beim «Swiss Men’s Award», vor allem aber auch seiner Familie gegenüber, die zeitweise mit ihm auf der Bühne standen. «Mein Sohn und meine Verlobte haben richtig gerockt», erzählt er stolz.
Piscitelli darf nun ein Jahr lang den Titel «Mr Right» tragen – und will dies auch mit Stolz tun, wie er sagt. «Für mich ist der Satz ‹Lebe deine Träume› nicht einfach nur eine Floskel. Man kann wirklich etwas erreichen, wenn man an sich glaubt.» Und fügt hinzu: «Ich bin überzeugt, dass Fleiss Talent schlägt.»
Bora Okumus holt den dritten Platz
Der Ustermer Bora Okumus schaffte es in die Top 3 – diese Zeitung hatte den 55-Jährigen bereits vorgestellt. Auch wenn es nicht für den Sieg gereicht hat, freut sich der Cyber-Security-Spezialist trotzdem über das Ergebnis. «Die Teilnahme am ‹Swiss Men’s Award› war für mich sehr bereichernd. Immer wieder musste ich raus aus der Komfortzone – gleichzeitig wurde man vom ganzen OK-Team angeleitet und begleitet.»

Auch das Finale selbst sei so ein «Raus-aus-der-Komfort-Zone»-Event gewesen. «Grössenteils wussten wir gar nicht was auf uns zu kommt», berichtet Okumus. So standen erneut sogenannte «Challenges» im Vordergrund, bei denen die Kandidaten bestimmte Aufgaben absolvieren mussten. «So sollten wir zum Beispiel im Publikum einen ‹peinlichen› Gegenstand finden – in meinem Fall war das ein Kondom», so der Ustermer.
Weitere «Challenges»: Ein zuvor einstudierter Tanz mit seiner Partnerin und das Posen mit einem Cowboyhut. Am Ende fiel die Wahl auf Piscitelli – «ich glaube, er hat von uns allen die grösste Entwicklung hingelegt», meint Okumus. Er und der Zweitplatzierte, Alican Maglioccia (36) seien eher die «bereits gefestigerteren, erfahreneren Charaktere» gewesen – dementsprechend sei die Lernkurve vielleicht weniger steil gewesen.
Der Swiss Men’s Award fand erstmals 2019 statt – Gründerin und Unternehmerin Renata Angehrn wollte dabei moderne Männlichkeit in den Fokus stellen: Männer sollten dabei nicht lediglich nach ihrem Aussehen, sondern nach Persönlichkeit, Haltung und Entwicklung bewertet werden. Dabei wurden Elemente aus Coaching-Programm, Wettbewerb und teilweise Reality-TV miteinander kombiniert.
Angehrn kündigte bereits vor der diesjährigen Staffel an, das Format in der Zukunft nicht weiterführen zu wollen – auch weil die Sponsorensuche immer schwieriger werde. Trotzdem schaut sie glücklich auf das Finale von Samstag zurück: «Es war weit mehr als nur die Krönung eines Siegers, sondern der Abschluss einer aussergewöhnlichen Reise. Der Swiss Men’s Award war eine Plattform für Entwicklung, Mut und echte Geschichten geprägt von Menschen, die über sich hinausgewachsen sind.»