Zu früh gefreut
No öppis …
Zeitumstellung für Fortgeschrittene – könnte man meinen. Redaktorin Lea Chiapolini wollte etwas zu viel des Guten, was sie um den Schlaf brachte und Nerven kostete. Dafür ist ein anderes Problem gelöst.
Das Leben ist schön, denn es ist Sommerzeit! Doch nicht nur scheint der Alltag um eine Stunde wertvoller geworden zu sein: Das Leben ist in diesem Fall besonders schön, weil man sich auf die Zeitumstellung gut vorbereiten kann und für einmal nicht von einem unvorhergesehenen Vorfall überrascht wird. Ich bin gerne vorbereitet. Noch mehr: Ich bin gar nicht gerne nicht vorbereitet. Kleiner Kontrollfreak halt.
So haben meine Kinder Ende März jeweils das Vergnügen, schon ein paar Tage vor der Umstellung auf die Sommerzeit schrittweise etwas früher in den Schlaf gezwungen zu werden. So, wie es die Bauern auch mit dem Melken ihrer Kühe machen (sollten). Bei denen wohl mit etwas mehr Erfolg. Anyway: Am letzten Sonntagmorgen habe ich mich aber leider in meinem Vorbereitungsstress selbst übertroffen.
Meine digitale Armbanduhr bleibt nämlich jeweils auf Winterzeit eingestellt, damit ich eine Vergleichsgrösse habe, welche Uhren im Haushalt noch umgestellt werden müssen und welche nicht. Ein über Jahre bewährtes Prinzip.
Als mein vierjähriger Sohn am Sonntagmorgen um 6 Uhr – gemäss Armbanduhr – in mein Bett gedackelt kam, gratulierte ich mir zur genialen Vorbereitung – weil wäre ja bereits 7 Uhr – und hüpfte so beschwingt wie selten aus den Federn.
Beim Blick auf das Handy war es allerdings ebenfalls 6 Uhr. Komisch. Auch das Ausschalten des Flugmodus erbrachte nicht die langsam panisch erwünschte Änderung der Ziffern.
Long story short: Meine vor drei Monaten gekaufte Digitaluhr stellt tatsächlich auch automatisch auf Sommerzeit um, und das ganz ohne aktive Verbindung zum Internet. Zu smart irgendwie, diese Watch. Ich bin also de facto mit meinem Sohn freiwillig um 5 Uhr Winterzeit aufgestanden.
So kann zu verbissene Vorbereitung eben auch hinenuse gehen. Wenigstens ging es am Abend für den Sprössling – und für mich – dann auch entsprechend früh ins Bett. Damit ist wenigstens die Umstellung vollends geglückt.
Aber wie oft meint man es zu gut und stellt sich dabei selbst ein Bein. Etwa beim Thema Nachtlicht für unser Kinderzimmer. Wir haben unzählige Modelle ausprobiert – sie waren zu hell, zu dunkel, hatten zu kaltes Licht, löschten einfach mitten in der Nacht ab. Doch mittlerweile haben wir per Zufall die Lösung gefunden.
Eine handelsübliche Steckerleiste mit orange leuchtendem On/Off-Schalter. So einfach, so gut. Wäre ich doch auch einfach bei der analogen Armbanduhr geblieben.
