Wirtschaft

Prepaid-Karte

Greifensee setzt auf ein neues Bezahlsystem

Mit jeder Zahlung etwas Gutes tun. Neben Turbenthal ist nun auch die Gemeinde Greifensee auf den Schweizer Zahlungsdienstleister Verd aufmerksam geworden.

Greifensee setzt auf ein neues Bezahlsystem

Prepaid-Karte

Mit jeder Zahlung etwas Gutes tun. Neben Turbenthal ist nun auch die Gemeinde Greifensee auf den Schweizer Zahlungsdienstleister Verd aufmerksam geworden.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie gehen in ein Geschäft und bezahlen bargeldlos mit der Karte. Gut, das ist an sich noch keine Sensation. Nun zum Besonderen: Sie bezahlen den Betrag, und ein Teil des Gelds fliesst in Projekte zurück, die in Ihrer Gemeinde umgesetzt werden. Tatsächlich gibt es dieses Konzept bereits in Turbenthal – und neu auch in Greifensee.

Der Schweizer Zahlungsdienstleister Verd, der in einer Genossenschaft organisiert ist, hat eine neue Bezahllösung namens Verd Cash entwickelt. Die Idee dahinter ist einfach: Mit jeder Zahlung soll wieder Geld an die Gesellschaft zurückfliessen. Vom neuen Bezahlsystem profitieren sollen alle. Und wie funktionierts?

Tiefere Gebühren, mehr Geld für alle

Wenn jemand in einem Geschäft per Twint, Debit- oder Kreditkarte bezahlt, geht ein Anteil des Betrags in Höhe von 1,25 bis 2,5 Prozent an die Zahlungsdienstleister. So wandern schweizweit jährlich rund 1,7 Milliarden Franken an Gebühren ab.

Bei Verd bezahlt man ebenfalls mit einer Karte. Also einer Prepaid-Karte, die vorher per Banküberweisung mit einem Geldbetrag aufgeladen wird. Bezahlen kann man damit in allen Geschäften, die Zahlungen mit Verd Cash anbieten. Die Aktivierung ist für die Geschäfte kostenlos. Im Vergleich zu anderen Kartenanbietern gibt es bei Verd allerdings zwei wesentliche Unterschiede.

Einerseits werden beim Zahlen mit der Verd-Karte bedeutend weniger Gebühren eingesackt – nämlich 0,6 Prozent. So profitieren die lokalen Geschäfte von einer höheren Marge auf die verkauften Produkte. Andererseits fliesst die Hälfte der Gebühren in einen Geldtopf, der der jeweiligen Gemeinde zugutekommt. Denn diese Erträge werden für lokale Projekte zur Verfügung gestellt. Die andere Hälfte der Gebühren geht – abzüglich der Betriebskosten – in den sogenannten Landestopf für Projekte in der ganzen Schweiz.

Erste Gebühren eingenommen

Damit das angesammelte Geld tatsächlich für Projekte in der Gemeinde bezogen werden kann, müssen die Gemeinden einmalig den Gemeindetopf aktivieren. Für diesen Schritt hat sich der Gemeinderat Greifensee nun entschieden. Er will damit eine Möglichkeit schaffen, die «Gebührenlast» beim lokalen Gewerbe zu lindern. Für die Aktivierung muss die Gemeinde einmalig einen bescheidenen Betrag von 1141 Franken bezahlen, also 50 Rappen pro Haushalt.

Für welche Projekte das geäufnete Geld letztlich eingesetzt wird, können die in Greifensee wohnhaften Genossenschafter von Verd selbst entscheiden. Für fünf Franken kann jede Einwohnerin und jeder Einwohner Teil der Genossenschaft werden.

Greifensee ist erst die dritte Gemeinde im Kanton, die den Gemeindetopf aktiviert hat. Die erste war noch vor wenigen Monaten Turbenthal. Dort gibt es bereits diverse Geschäfte, die Zahlungen mit Verd anbieten. In Greifensee ist es bisher lediglich die Apodro Apotheke, über die bereits Gebühren in Höhe von Fr. 159.75 in den Gemeindetopf geflossen sind. In Turbenthal haben sich bisher sehr bescheidene Fr. 14.11 angesammelt.

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