Captain Di Modica steuert Greifensee-Schiffe in ruhigere Gewässer
Verlust halbiert
Das Budget verfehlt, aber das Ergebnis deutlich verbessert: Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee blickt auf ein zufriedenstellendes Jahr 2025 zurück – und mit Zuversicht ins Jahr 2026.
Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG) hat auch im Geschäftsjahr 2025 in den roten Zahlen angelegt. Bei einem Umsatz von 932’000 Franken (+3 Prozent) weist die SGG einen Verlust von 132’000 Franken aus. Das liest sich unschön, täuscht aber über die Tatsache hinweg, dass hinter dieser Zahl eine deutliche Verbesserung steckt.
Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Verlust nämlich halbiert werden. Auf Stufe Ebitda (Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erzielte die SGG sogar erstmals seit 2019 ein Ergebnis mit einem positiven Vorzeichen. Mit 5500 Franken ist es ein sehr kleiner Betriebsgewinn, aber immerhin.
Während die Erträge einer Schifffahrtsgesellschaft von externen Einflüssen wie dem Wetter abhängen, können die Kosten direkt beeinflusst werden. Und hier fällt auf, dass unter dem neuen Geschäftsführer Andy Ehrentraut sowohl die Sachaufwände wie auch die Personalkosten markant um je rund 40’000 Franken gesenkt werden konnten.
Die SGG befinde sich «grundsätzlich wieder auf dem richtigen Kurs», schreibt Verwaltungsratspräsident Gianluca Di Modica im Bericht zum Geschäftsjahr. So konnten die Fahrgastzahlen auf 58’882 Personen (+3,1 Prozent) gesteigert werden. Zudem wurden die Schiffe der SGG 122-mal für private und geschäftliche Anlässe vermietet (2024: 108), und es fanden 75 Kulinarik- und Erlebnisfahrten statt (2024: 69).
Gleichzeitig störten keine Wetterextreme und schon gar kein Hochwasser wie 2024 die Fahrten auf dem zweitgrössten See im Kanton. Die rentablen Kulinarikfahrten werden erneut ausgebaut. So finden sich im Jahresprogramm neben den bisherigen Angeboten wie dem Muttertagsbrunch oder dem «Wine and Dine» neue lukullische Versuchungen wie das Metzgete-Schiff, das Wild-Schiff und – für Menschen, denen ein hoher Seegang nichts ausmacht – ein Oktoberfest-Schiff.
Unterstützung der öffentlichen Hand
Die Zuversicht, die Verwaltungsratspräsident Di Modica versprüht, schlägt aufs Budget 2026 durch. Die SGG rechnet im laufenden Jahr mit knapp 14 Prozent höheren Erträgen. Ein grosser Teil davon geht auf das Konto der Gemeinden im Bezirk Uster. Neun von zehn Gemeinden haben beschlossen, die SGG von 2026 bis 2028 mit jährlich rund 67’000 Franken zu unterstützen.
Dass diese Beiträge jetzt flössen, sei eine grosse Erleichterung, sagt Di Modica. «Aber sie sind für uns auch eine Verpflichtung, aus eigener Kraft zu einem besseren Ergebnis beizutragen.» Ein Thema bleibt die angestrebte Aufnahme in den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Aktuell ist lediglich die Kursschifffahrt zwischen Maur und Uster ein Teil des ZVV und von dessen Tarifstruktur.
Und solange das so bleibt, verfügt die SGG über die weit kürzeren Spiesse im Vergleich mit der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG), bei der auch die Rundfahrten vollständig in den ZVV eingebunden sind.
Und was ist mit dem Ölpreis?
Bleibt als letzte Frage jene nach der Geopolitik: Im Budget ist der Treibstoff für die Schiffe mit 21’000 Franken aufgeführt. Der deutliche Anstieg des Ölpreises durch die Blockade der Strasse von Hormus dürfte der SGG keinen Strich durch die Rechnung machen, meint Di Modica.
Das Kursschiff «e-MS Heimat» verkehrt seit 2022 elektrisch. Für die «MS Stadt Uster» und die «MS David Herrliberger» habe man genügend Diesel vorrätig. «Und sollten wir mehr Treibstoff brauchen, weil wir mehr Extrafahrten verkaufen, steigen auch unsere Erträge.»