«Unser Geschäftsmodell zwingt uns, über die Schweiz hinauszudenken»
100 Jahre Kuhn Rikon
Vor 100 Jahren erwarb Heinrich Kuhn die «Pfanni» in Rikon. Heute führt seine Urenkelin Dorothee Auwärter als VR-Präsidentin das Unternehmen. Ein Gespräch über den Einfluss der Geopolitik bis ins Tösstal, den Druck der Geschichte und das Kochen.
Frau Auwärter, auf dem Weg zu Ihnen nach Rikon bin ich an einer Landi-Filiale vorbeigefahren. Dort habe ich ein Plakat hängen sehen: «Bratpfanne 24 cm mit Deckel 9,95.» Was löst das in Ihnen aus?
Dorothee Auwärter: Das ist nicht die Liga, in der wir spielen. Ich weiss, was hinter einem solchen Produkt an Material, Arbeit und Logistik steckt. Und da frage ich mich schon, ob das eine gesunde Entwicklung ist.
Ich besitze verschiedene Pfannen und Töpfe aus Ihrem Haus, unter anderem zwei Durotherm-Töpfe, die mindestens 25 Jahre alt sind. Ich gehe davon aus, dass ich diese bis an mein Lebensende benutzen werde. Lohnt sich eine derartige Qualität für Sie als Herstellerin? Sie sehen einen Kunden einmal im Leben und dann nie wieder.

