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Trotz weniger Umsatz

Huber+Suhner in Pfäffikon steigert Gewinn und meldet Rekordaufträge

Weniger Umsatz, deutlich mehr Gewinn und folglich eine höhere Rendite. Fürs Jahr 2025 meldet Huber+Suhner etwas zwiespältige Zahlen. Für 2026 versprüht man viel Optimismus.

Huber +Suhner machte 2025 weniger Umsatz, steigerte aber den Gewinn. (Archiv)

PD/René Niederer

Huber+Suhner in Pfäffikon steigert Gewinn und meldet Rekordaufträge

Trotz weniger Umsatz

Weniger Umsatz, mehr Gewinn und folglich eine höhere Rendite. Fürs Jahr 2025 meldet Huber+Suhner etwas zwiespältige Zahlen. Für 2026 versprüht man viel Optimismus.

«Mindestens 10 Prozent Umsatzwachstum» verspricht Urs Ryffel für das laufende Jahr. Die optimistische Prognose tätigte der CEO von Huber+Suhner bei der Präsentation des detaillierten Jahresergebnisses am Dienstagvormittag.

Die 2025er-Zahlen, die in groben Zügen schon im Januar publiziert wurden, sind von zwei Faktoren geprägt, die Huber+Suhner selbst nicht beeinflussen kann: Einerseits sind da die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, die nicht weniger werden. Auf der anderen Seite verhagelt der starke Schweizer Franken gerade massenhaft Erfolgsrechnungen von international tätigen Unternehmen.

Um 3,3 Prozent auf 864,1 Mio. Franken sank der Umsatz des Herstellers von Kabel- und Verbindungstechnik im vergangenen Jahr. Bereinigt um Effekte wie Währung oder Kupferpreis lag der Umsatz bei 894,7 Millionen und damit auf Vorjahresniveau. Huber+Suhner habe sich in diesem schwierigen Umfeld sehr gut behauptet und seine Position in wichtigen Zielmärkten gestärkt, lobt sich das Unternehmen selbst.

Das operative Betriebsergebnis (Ebit = Gewinn vor Zinsen und Steuern) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf 90,8 Millionen Franken. Die Ebit-Marge stieg von 9,7 auf 10,5 Prozent und liegt damit im mittelfristigen Zielband von 9 bis 12 Prozent.

Dividende steigt von 1,90 auf 2 Franken

Der Konzerngewinn erhöhte sich um 74,9 Millionen Franken (+3,6 Prozent), was einem Gewinn pro Aktie von 4,03 Franken entspricht. Die Hälfte davon will Huber+Suhner als Dividende ausschütten. Sie soll von 1,90 auf 2 Franken steigen.

61,5 Millionen Franken investierte Huber+Suhner in die Forschung und Entwicklung; das entspricht 7,1 Prozent des Nettoumsatzes. Die Anzahl der Mitarbeitenden betrug per Ende des Berichtsjahrs weltweit bei 4224 (Vorjahr 3975), in der Schweiz bei 1176 (Vorjahr 1164).

Rekordhohe Bestellungen – dank Kommunikation und Industrie

Der Auftragseingang lag 2025 mit 1,032 Milliarden Franken um 13,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Das ist ein Rekord für das Unternehmen, das 1969 durch die Fusion der beiden Familienunternehmen Aktiengesellschaft R.+E. Huber in Pfäffikon und Suhner & Co. AG in Herisau entstanden war. 

Diese Entwicklung war vor allem der Wachstumsinitiative Rechenzentren im Kommunikationssegment sowie der breit abgestützten Nachfrage im Industriesegment zu verdanken.

Etwas unschön kommt dafür das vergangene Jahr im Kommunikationssegment daher: Der Nettoumsatz sank um 22,4 Prozent auf 274,4 Millionen. Grund war ein abgeschlossenes Grossprojekt im Bereich 5G in Indien. Auch die Nachfrage im Mobil- und Festnetz sei allgemein schwach, so Huber+Suhner.

Dafür wächst das Segment dank einem Blockbuster für Datencenter: Es sind optische Umwandler, sogenannte Optical Circuit Switches (OCS). Die Bauteile konfigurieren Verbindungen zwischen Computerchips und helfen mit, die Rechenleistung von Datencentern optimal zu nutzen. Huber+Suhner rechnet ab 2026 mit signifikanten Umsätzen mit diesen OCS. Der Auftragseingang stieg um 21,9 Prozent auf 418,3 Millionen Franken.

Wie interessant diese optischen Umwandler sind, zeigte die Bilanz-Medienkonferenz: Praktisch jede zweite Frage drehte sich im OCS, um deren Abnehmer und um das Werk in Polen, wo Huber+Suhner die Bauteile herstellt. Man habe seitens der Kunden verbindliche Zusagen über Abnahmemengen, sagte Ryffel: «Auf dieser Grundlage sind wir daran, die Produktionskapazitäten auszubauen.»

Wachstum dank Wehrtechnik

Stark wächst auch das Industriesegment mit Anwendungsbereichen wie Prüf- und Messtechnik, Schnellladesysteme für Elektrofahrzeuge, Luftfahrt, Raumfahrt und Wehrtechnik: Der Nettoumsatz stieg um 17,5 Prozent auf 325,2 Millionen. Der Auftragseingang erhöhte sich um 16,2 Prozent auf 355,7 Millionen Franken.

Steigende Verteidigungsetats und anhaltende Investitionen in kommerzielle Satellitenprogramme sind die Gründe. Zur Wehrtechnik habe er einen pragmatischen Ansatz, meinte CEO Urs Ryffel im September im Interview mit uns: «Wenn es darum geht, unsere freiheitlichen Überzeugungen und Werte zu verteidigen, dann braucht es entsprechende Technologie, und dann muss man auch in die Verteidigung dieser Werte investieren.»

Porträt von Urs Ryffel. Der Mittfünfziger trägt einen grauen Anzug und ein weisses Hemd und steht vor einer Wand, auf der eine Zugkomposition abgebildet ist.
CEO Urs Ryffel vermeldet weniger Umsatz, aber eine höhere Profitabilität bei Huber+Suhner. (Archiv)

An Ort und Stelle tritt das dritte Marktsegment, der Transport. Hier geht es vor allem um Kommunikationslösungen für den Schienenverkehr. «Es ist klar, dass wir nicht in allen Märkten zulegen», erklärte Ryffel. Aber genau darum gehe es bei der Diversifikationsstrategie und dem breiten Produktportfolio des Unternehmens: «Diese Diversifikation gibt uns Widerstandskraft.»

10 Prozent Wachstum erwartet, wenn …

Im Ausblick auf das Jahr 2026 rechnet Huber+Suhner mit einem organischen Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent. Die Ebit-Marge soll in der oberen Hälfte des Zielbands von 9 bis 12 Prozent zu liegen kommen. Voraussetzung dafür ist, dass sich wichtige Einflussfaktoren wie Inflation, Wechselkurse und geopolitische Spannungen nicht übermässig nachteilig auf das Geschäft auswirken. Und das weiss man in Zeiten wie diesen halt nie.

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