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Wirtschaft

Umsatz leicht rückläufig

Huber+Suhner in Pfäffikon vertröstet auf das laufende Jahr

Das Industrieunternehmen Huber+Suhner kann das gute erste Halbjahr 2025 nicht ganz bestätigen. Doch dafür gibt es Gründe.

Urs Ryffel leitet Huber+Suhner seit 2017. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Huber+Suhner in Pfäffikon vertröstet auf das laufende Jahr

Umsatz leicht rückläufig

Das Industrieunternehmen Huber+Suhner kann das gute erste Halbjahr 2025 nicht ganz bestätigen. Doch dafür gibt es Gründe.

Noch vor einem halben Jahr hatte Huber+Suhner ein beachtliches Wachstum bei Umsatz (+3,6 Prozent) und Betriebsergebnis (+8,5 Prozent) präsentieren können. Im zweiten Semester konnte die Gruppe mit Sitz in Herisau und Pfäffikon diese starken Halbjahreszahlen nicht bestätigen.

Der Nettoumsatz des Herstellers von Kabel- und Verbindungstechnik sank um 3,3 Prozent von 893,9 auf 864,1 Millionen Franken. Das ist ernüchternd, aber nicht überraschend. Bereits im Dezember hatte Huber+Suhner seine Umsatzprognose nach unten korrigiert.

Negativ habe sich der starke Schweizer Franken ausgewirkt, schreibt Huber+Suhner in einer Mitteilung: «Bereinigt um Währungs-, Kupferpreis- und Portfolioeffekte resultierte ein unveränderter Wert gegenüber dem Vorjahr.»

Trotzdem hätten sich die Investoren wohl mehr erwartet. Nachdem sich der Aktienkurs des Herstellers von Komponenten und Systemen für Verbindungstechnik im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt hatte, befindet er sich seit Bekanntgabe der Zahlen im Sinkflug.

Gute Aussichten für 2026

Die Stagnation im Jahr 2025 ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn während der Umsatz leicht sank, liegt der Auftragseingang der Gruppe bei 1,03 Milliarden Franken und somit 13,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Verantwortlich sind Grossaufträge in der Wachstumsinitiative Rechenzentren und eine breit abgestützte Nachfrage im Industriesegment.

Huber+Suhner teilt sein Geschäft in die drei Segmente Industrie, Kommunikation und Transport auf. Im Marktsegment Industrie stiegen sowohl der Nettoumsatz (+17,5 Prozent) wie auch der Auftragseingang (+16,2 Prozent). In dieses Segment fallen die Prüf- und Messtechnik, Schnellladesysteme für Elektromobilität, aber auch Produkte in der Luft-, Raumfahrt und Wehrtechnik.

Das Segment Transport – hier geht es vor allem um Kommunikationslösungen für den Schienenverkehr – blieb beim Auftragseingang (–0,3 Prozent) und beim Nettoumsatz (+0,3 Prozent) stabil zum Vorjahr.

«Signifikante Umsätze» bei Rechenzentren erwartet

Spannend ist der Blick auf die Kommunikation. In diesem Marktsegment setzt CEO Urs Ryffel grosse Hoffnungen auf die Wachstumsinitiative Rechenzentren. Mit optischen Switches (englisch: Optical Circuit Switches, OCS), die in der Lage sind, Verbindungen zwischen Prozessoren dynamisch und bedarfsgerecht zu konfigurieren, befindet sich Huber+Suhner in einer vielversprechenden Position.

Viele bunte Kabel in einem Datencenter.
Wachstumschancen sieht Huber+Suhner im Bereich Rechenzentren. (Archiv)

Dank Grossaufträgen von einem globalen Betreiber von Rechenzentrumsinfrastrukturen konnte der Auftragseingang im Marktsegment Kommunikation um 21,9 Prozent gesteigert werden. Diese Steigerung dürfte sich in zwölf Monaten in der Erfolgsrechnung manifestieren. «Die OCS-Aufträge sollten ab 2026 zu signifikanten Umsätzen für die Wachstumsinitiative Rechenzentren führen», schreibt Huber+Suhner.

2025 musste die Gruppe hier einen Umsatzrückgang von satten 22,4 Prozent hinnehmen. Ein Grossprojekt zum Ausbau der Mobilinfrastruktur in Indien lief aus. Zudem sei die Nachfrage im Festnetz- und Mobilkommunikationsmarkt allgemein schwach.

Das detaillierte Geschäftsergebnis 2025 wird Huber+Suhner am 10. März präsentieren. Das Unternehmen rechnet mit einer Betriebsergebnismarge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 10 bis 11 Prozent.

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