Warten auf den Aufschwung: Wann nimmt Meier Tobler Fahrt auf?
Druck auf die Margen
In einem verhaltenen Jahr im Markt der Wärmepumpen kann die Meier Tobler AG ihre Position ausbauen. Für den Aufschwung sei man gut gerüstet, heisst es aus Schwerzenbach.
So richtig rund läuft es gerade nicht bei der Meier Tobler AG aus Schwerzenbach. Der Umsatz des Gebäudetechnikspezialisten stagniert, die Margen sinken, und auch der Gewinn ging in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Irgendwie passte es da ins Bild, dass ein auf Donnerstagvormittag um 10.30 Uhr anberaumter Webcast einfach nicht funktionieren wollte.
Nach einer guten Dreiviertelstunde und einigem digitalen Hin und Her wich man dann auf Microsoft Teams aus, um rund 20 Medienschaffenden und Finanzanalysten ein durchzogenes Ergebnis des Geschäftsjahrs 2025 zu präsentieren.
Der Umsatz blieb im vergangenen Jahr mit 496,6 Millionen Franken praktisch unverändert im Vergleich zum Vorjahr (+0,1 Prozent). Bereinigt um den Verkauf einer kleinen Tochtergesellschaft (Meier Tobler Lüftungshygiene AG) betrug das organische Wachstum überschaubare 0,5 Prozent.
Derweil ist das Ebitda auf 37,9 Millionen Franken gesunken (–8,2 Prozent) und der bereinigte Konzerngewinn vor Goodwill-Amortisationen auf 25,6 Millionen Franken, ein Minus von 19 Prozent.
Noch immer mehr als 100 Millionen Goodwill
Zur Erklärung: Diese Goodwill-Amortisationen haben keine Auswirkungen auf die Liquidität. Ihr Ursprung liegt im Kauf der Tobler Haustechnik AG durch die Walter Meier AG im Jahr 2017. Der bei der Akquisition bezahlte Mehrwert kann gemäss Schweizer Recht über maximal 20 Jahre abgeschrieben werden. Derzeit beträgt der Goodwill in der Bilanz der Meier Tobler AG noch 116 Millionen Franken.
Über die wichtigsten Kennzahlen hatte die Meier Tobler AG bereits im Januar informiert. Entsprechend war man vielmehr auf die Begründung der mässigen Entwicklung und auf den Ausblick in eine potenziell rentablere Zukunft gespannt.
CEO Roger Basler und Finanzchef Lukas Leuenberger stellten fest, dass der Markt für Wärmepumpen in der Schweiz auch im vergangenen Jahr stagniert hat. Dazu kam laut Leuenberger ein unvorteilhafter Produktmix, der auf die Profitabilität drückte: Margenstarke Produkte waren wenig gefragt, dafür liefen Sanitär- und Installationsprodukte mit tiefen Margen sehr gut. Zudem wirkte sich das Verbot von Elektroboilern in einigen Kantonen negativ aus.
Erholung, aber wann?
Nach einem Boom in den Jahren 2022 und 2023 war der Gesamtmarkt für Wärmepumpen in der Schweiz im Jahr 2024 um 20 Prozent eingebrochen, auch letztes Jahr gab es einen leichten Rückgang von 1 Prozent. «Unerwartet» nannte Roger Basler dieses Minus, schöpft daraus aber auch verhaltenen Optimismus. Einerseits habe man der Konkurrenz Marktanteile abnehmen können, andererseits sei es jetzt wirklich an der Zeit für eine Erholung: «Unsicher ist, wann sie sich einstellt.»
Während man ertragsseitig auf den Aufschwung wartet, soll ein Effizienzprogramm auf der Aufwandseite für Entlastung sorgen. Dank optimierten Prozessen will CEO Basler einen einstelligen Millionenbetrag einsparen. Die ersten Effekte davon sollen im zweiten Halbjahr 2026 spürbar sein.
Auf weitere Prognosen will Basler wie schon vor Jahresfrist verzichten, verweist aber auf sinkende Zinsen, eine Zunahme der Baugesuche und den nach wie vor hohen Sanierungsbedarf bei Heizungen in der Schweiz. Alles Faktoren, die der Meier Tobler AG Rückenwind verleihen sollen.
Höhere Dividende beantragt
Mittelfristig sieht sich der Gebäudetechnikspezialist gut aufgestellt: Nach dem Bau des Logistikzentrums in Oberbuchsiten SO und der Umstellung der Geschäftssoftware auf SAP soll bis Ende Jahr der E-Shop als drittes und letztes grosses Infrastrukturprogramm abgeschlossen sein.
Auch deshalb will die Meier Tobler AG die Dividende von 1,60 auf 1,70 Franken pro Aktie erhöhen. Aufgrund der gestiegenen Verschuldung verzichtet man dafür auf die erste Tranche des Aktienrückkaufprogramms im März. «Wir wollen unsere Bilanz stärken», erklärt Finanzchef Leuenberger.