Kuhn Rikon plant Überbauung: Arbeiterhäuser haben ausgedient
Die Pfannenfabrik schwingt die Abrissbirne: Arbeiterwohnungen aus den 1960er Jahren werden ersetzt. Die Neubauten sollen indes nicht nur Wohlhabende anziehen.
Etwas versteckt in Hinterrikon liegt das Tobelsteig-Quartier. Dort, auf dem Boden der Pfannenfabrik Kuhn Rikon, schmiegt sich eine Wohnsiedlung an den Hang. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass hier Veränderungen anstehen: Die Briefkästen sind leer, die Wohnungen unbewohnt, die Fensterläden verschlossen. Baugespanne lassen die Dimensionen grösserer Gebilde erahnen.
Ein Blick in das Baugesuch, das Ende 2025 öffentlich auflag, verrät: Die Kuhn Rikon AG will hier einen Teil der bestehenden Überbauung aus den 1960er Jahren durch Neubauten ersetzen, weil diese nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wohnqualität und Energieeffizienz entspricht.
Verschiedene Wohntypen
Die Bewohnerinnen und Bewohner der zu ersetzenden Häuser seien vor einigen Monaten informiert worden und hätten individuell umziehen können, sagt Verwaltungsratspräsidentin Dorothee Auwärter auf Anfrage. Einzelne Wohnungen wurden noch zu «sehr günstigen Mieten» zwischengenutzt.
Auf den vier Grundstücken sind total vier neue Häuser mit insgesamt 20 Wohnungen geplant. Die oberhalb am Hang liegenden Gebäude sind als Reihenhäuser mit jeweils vier 5½-Zimmer-Wohnungen konzipiert. Am Hangfuss entstehen zwei Blöcke mit Wohnungen in verschiedenen Grössen.

Am Projekt beteiligt ist auch die Pensionskasse der Pfannenfabrik, der eines der vier Grundstücke gehört. Ursprünglich war das Quartier im Tobelsteig als Arbeitersiedlung mit erschwinglichen Preisen für die Mitarbeitenden der Pfannenfabrik Kuhn Rikon erstellt worden.
«Bereits seit den 1960er Jahren hat die Kuhn Rikon AG Wohnraum für tibetische Geflüchtete bereitgestellt und damit eine wichtige soziale Verantwortung übernommen», heisst es im Projektbeschrieb.
Mitarbeiter haben Vorrang
Die neue Überbauung stehe in diesem Geist und solle zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Quartiers beitragen. Das soll sich auch in der Architektur widerspiegeln: So werden die Gebäude teilweise aus Holz gebaut. Zwischen den Häusern ist unter anderem ein Gemeinschaftsgarten mit Pavillon geplant.
Laut dem Baugesuch belaufen sich die geschätzten Baukosten auf 13,5 Millionen Franken. Die Mietpreise sollen gemäss Verwaltungsratspräsidentin Auwärter ortsüblich und angemessen angesetzt sein, «um ein vielfältiges und durchmischtes Wohnumfeld zu unterstützen».
Die Wohnungen sprechen verschiedene Zielgruppen an, darunter Familien und Mitarbeitende der Pfannenfabrik. Sie erhalten bis heute Vorrang bei den Vermietungen eigener Liegenschaften.
Gebaut werden soll ab Spätsommer 2026, einziehen können die neuen Mieterinnen und Mieter im besten Fall im Herbst 2028.