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Vom Bohrer bis zur 20-Tonnen-Maschine

Das Inventar von Sibatec in Bubikon kommt unter den Hammer

Die Sibatec AG in Bubikon ist seit Juli definitiv zu – jetzt wird das gesamte Inventar versteigert. Über 700 Maschinen, Werkzeuge und Einrichtungen können gekauft werden. Und das teils ab zehn Franken.

Ein eigener Gabelstapler? Mit der Versteigerung des Sibatec-Inventars könnte dieser Traum wahr werden – und das zum Schnäppchenpreis.

Foto: Marie Fredericq

Das Inventar von Sibatec in Bubikon kommt unter den Hammer

Die Sibatec AG in Bubikon ist seit Juli definitiv zu – jetzt wird das gesamte Inventar versteigert. Über 700 Maschinen, Werkzeuge und Einrichtungen können gekauft werden. Und das teils ab 10 Franken.

Nach nicht einmal 13 Monaten in neuem Besitz schloss die Sibatec AG in Bubikon im Juli 2025 den Betrieb. Das Konkursamt Grüningen hatte die Räumlichkeiten damals versiegelt. «Das Unternehmen hatte bei der Übernahme schon mit einem rückläufigen Umsatz zu kämpfen», erklärte der Inhaber Urs Menzi damals.

Jetzt ist das Licht im Industriegebäude wieder an – nicht aber, weil etwa der Betrieb wieder aufgenommen wurde, sondern weil nun endgültig ausgeräumt wird.

Die Firma Platinum Industrial Plant & Machinery (kurz PIPM) hat das zurückgebliebene Inventar dem Konkursamt abgekauft und versucht, dieses nun an den Mann und die Frau zu bringen.

Zu kaufen gibt es über 700 Artikel – darunter diverse Gross- und Kleinmaschinen, Werkzeugwagen und Umkleidespinde, aber auch Verpackungsmaterial, Sicherheitskleidung, Kabel, Kranvorrichtungen und Lackiergeräte. «Prinzipiell alles bis auf den Boden, die Wände und die Türen wird zum Verkauf gestellt», erklärt Emre Galip, Projektmanager bei PIPM.

Vom Schlauch bis zur 20-Tonnen-Maschine

Obschon die Secondhand-Gegenstände vor allem für andere Unternehmer attraktiv sind, könnten auch Privatpersonen durchaus auf ihre Kosten kommen, wenn PIPM das «Zurückgebliebene» einer Firma verscherbelt. «Bei grossen Maschinen lohnt sich das meistens nicht, aber einen Werkzeugwagen oder eine Bohrmaschine kann auch für den Privatgebrauch von Nutzen sein», sagt Galip.

Unter den Artikeln befindet sich beispielsweise eine industrielle CNC-Biege- und Faltmaschine oder eine Strahlmaschine ab 2500 Franken, eine Schleifmaschine ab 1050 Franken oder eine Punktschweissmaschine bereits ab 50 Franken.

Schweisstische gibt es ab 410 Franken zu ergattern, eine Pressmaschine ab 170 Franken – und wer schon immer mal stolzer Besitzer einer Säulenbohrmaschine werden wollte, dürfte ab 70 Franken mitbieten.

Wer das Hab und Gut gleich abtransportieren will, kann sich auch gleich mit den nötigen Fahrzeugen versorgen. Ab 2000 Franken gibt es einen Lieferwagen der Marke Ford Transit Panther mit Jahrgang 2007 oder einen Gabelstapler. Hydraulische Handhubwagen gibt es zum Schnäppchenpreis ab 15 Franken.

Neben diversem Kleingut wie Zangen, Schleifmaschinen, Bohrmaschinen und Messinstrumenten sowie Zusatzteilen wie Schraub- und Klemmaufsätzen kann man auch ganze, fertig eingerichtete Werkzeugwägen ersteigern.

Wer maximale Saugfähigkeit sucht, dürfte ab 47 Franken einen Industriestaubsauger mit nach Hause nehmen, und wem der Winter jetzt noch zu kalt ist, kriegt aus dem Sibatec-Inventar ein Bauheizgerät ab 30 Franken.

Schläuche, Wasserpumpen, Färbepulver, Regale, Leitern und Waagen – sogar einen Defibrillator kann man ab 180 Franken ergattern. Wer also nicht im Januarloch feststeckt, dürfte sich am Inventar der Sibatec AG erfreuen – und ein zweites Weihnachtsfest erleben.

Ein Spiel mit Risiko

«Prinzipiell alles, was nicht niet- und nagelfest ist, kann von jedermann erstanden werden», sagt Galip. Das Inventar werde teils sehr tiefpreisig angeboten – ab 10 Franken.

Verkauft wird letztlich aber nicht vor Ort, sondern online über das Portal Dome Auctions. Auf der entsprechenden Website kann seit Mitte Dezember pro Artikel ein Angebot abgegeben werden. Erst nach Auktionsschluss aber, am 15. Januar, entscheidet sich, welche Artikel zu welchem Preis an den Höchstbietenden geht.

Ob sich das wirklich lohnt, sei immer ein Spiel mit Risiko, wie Galip erklärt – besonders, weil die Firma mit dem Kauf immer in Vorkasse gehe. Wie viel das Unternehmen konkret für das Inventar der Sibatec AG hingeblättert hat, weiss Galip nicht. «Es bewegt sich aber im sechsstelligen Bereich.»

Besonders wenige Tage und Stunden vor Ende der Auktion werde er deshalb immer etwas nervös. Dann entscheide sich nämlich, ob die Preise nochmal hochschnellen. «Viele Bietende warten natürlich bis kurz vor Ende, um ihre Chance zu erhöhen, die Artikel letztlich auch zu ergattern», erklärt der gebürtige Holländer. Dieser Nervenkitzel lasse ihn auch nach Jahren, die er bereits in der Branche arbeitet, nicht los.

Die Kasse muss stimmen

«Es kann sein, dass eine Maschine, die eigentlich einen Restwert von 100’000 Franken hat, letztlich nur für 50’000 Franken verkauft wird.» PIPM habe aber nach der Auktion immer das letzte Wort und könne entscheiden, ob die Artikel dann wirklich zu dem Preis das Gebäude verlassen.

«Es geht uns aber nicht darum, überall noch einen Franken mehr rauszuholen», sagt Galip. Vielmehr müsse am Ende die Kasse stimmen – wenn also eine andere Maschine beispielsweise mehr einbringt, könne man ein Auge zudrücken, wenn andere Artikel «unter Wert» verkauft würden.

Kleinkram, wie etwa ein Akkuschrauber oder ein Bürotisch, da mache man wegen ein paar Franken aber sowieso kein Büro auf. «Kleinere Artikel, die bei einem Originalpreis bis 1000 Franken liegen, fallen nicht so ins Gewicht – entsprechend stimmen wir da grundsätzlich dem Endpreis zu.» So könne man mit etwas Glück und wenig Konkurrenz durchaus auch schon für ein 50er-Nötli einen Werkzeugwagen mit nach Hause nehmen.

Der Transport sei dann zwar die Angelegenheit des Käufers – die Firma unterstütze aber bei Bedarf. «Die Maschinen sind teils 20 Tonnen schwer, da muss man schon entsprechende Möglichkeiten haben», sagt er schmunzelnd. Beim Transport sei es eben ähnlich wie beim Verkauf – gewusst wie. Zum Beispiel mit dem neuen Gabelstapler.

Und was brauchen Sie?

Am Dienstag, 13. Januar, können Interessierte den Betrieb besuchen und sich selbst ein Bild der zu verkaufenden Artikel machen. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmerinnen und Unternehmer können ohne Voranmeldung zwischen 10 und 16 Uhr vorbeikommen. Für die Maschinen und Werkzeuge bieten kann man aber nach wie vor nur online unter dome-auctions.com/de/1025-sibatec-ag-blechtechnik und noch bis zum 15. Januar.

Das Gebäude der Sibatec AG befindet sich an der Sennweidstrasse 1D in 8608 Bubikon.

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