Gesellschaft

Energie selber produziert

Wie das Gehörlosendorf in Turbenthal selber Strom erzeugen will

Die Stiftung Schloss Turbenthal setzt auf 150 Solarpanels. Die Bevölkerung kann investieren und vom Stromverkauf profitieren.

Das Gehörlosendorf in Turbenthal will eigenen Strom erzeugen, dies im grossen Stil.

Foto: Sara Keller

Wie das Gehörlosendorf in Turbenthal selber Strom erzeugen will

Energie selber produziert

Die Stiftung Schloss Turbenthal setzt auf 150 Solarpanels. Die Bevölkerung kann investieren und vom Stromverkauf profitieren.

Auf dem Areal des Gehörlosendorfs der Stiftung Schloss Turbenthal entsteht ein neues Solarkraftwerk, an dem sich die Bevölkerung finanziell beteiligen kann. Die Anlage soll jährlich rund 66’000 Kilowattstunden Strom produzieren und damit einen wesentlichen Teil des Eigenbedarfs der Stiftung decken. Dies teilt die Stiftung Schloss Turbenthal mit.

Geplant sind mehr als 150 Solarpanels sowie ein leistungsstarker Batteriespeicher. Mehr als die Hälfte der erzeugten Energie wird direkt in den Gebäuden der Stiftung verbraucht, der restliche Strom wird ins Netz eingespeist. Laut der Stiftung entspricht die künftige Jahresproduktion dem Stromverbrauch von rund 15 Haushalten.

Die Bevölkerung als Miteigentümerin

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Solarunternehmen Solarify realisiert. Über die Onlineplattform solarify.ch können sich Privatpersonen und Unternehmen aus der Region bereits an einem einzigen Solarpanel beteiligen. Die Investorinnen und Investoren erhalten vierteljährlich Erträge aus dem Stromverkauf.

Solarify übernimmt Planung, Betrieb, Unterhalt, Versicherung und Stromvermarktung der Anlage. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen schweizweit bereits über 160 vergleichbare Solarprojekte umgesetzt. Insgesamt seien schon 26 Millionen Franken über die Plattform in die Energiewende investiert worden.

Batterie kann zeitversetzt einspeisen

Ein zentrales technisches Element ist der Batteriespeicher mit einer Leistung von 100 Kilowatt. Er speichert überschüssigen Solarstrom und stellt ihn zeitversetzt wieder zur Verfügung oder speist bei Bedarf innert Sekunden sogenannte Regelenergie ins nationale Stromnetz ein. Damit will die Anlage nicht nur zur Eigenversorgung der Stiftung, sondern auch zur Stabilisierung der lokalen Netze und des Schweizer Stromsystems beitragen.

Für die Stiftung Schloss Turbenthal ist das Projekt Teil ihrer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie. Ziel sei es, die Energieversorgung schrittweise zu dekarbonisieren und gleichzeitig die Bevölkerung aktiv an der Energiewende zu beteiligen.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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