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Gesellschaft

Das Dorf im Dorf

Das Gehörlosendorf in Turbenthal stellt sich vor

Zum Internationalen Tag der Gebärdensprache am 23. September öffnete die Stiftung Schloss Turbenthal ihre Türen. Die Bewohner und Bewohnerinnen zeigten, was sie können.

Susanna übersetzt für Shaban. Er gehört zur Aussengruppe und ist für die Pflege der Umgebung zuständig.

Foto: André Gutzwiller

Das Gehörlosendorf in Turbenthal stellt sich vor

Das Dorf im Dorf

Zum Internationalen Tag der Gebärdensprache am 23. September öffnete die Stiftung Schloss Turbenthal ihre Türen. Die Bewohnerinnen und Bewohner zeigten, was sie können.

Das Gehörlosendorf der Stiftung Schloss Turbenthal ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Unauffällig und gepflegt steht das kleine Dorf mitten in Turbenthal. Wer die Anlage nicht kennt, nimmt sie als solche gar nicht wahr.

Das Gehörlosendorf in Turbenthal ist eine von nur drei vergleichbaren Institutionen in der Schweiz. Etwa 70 Menschen mit einer Hörbehinderung leben dort. Zusätzlich bietet die Stiftung rund 110 geschützte Arbeitsplätze für externe Mitarbeitende mit Beeinträchtigung. Betreut werden sie von rund 115 Angestellten, die sich gemeinsam etwa 80 Vollzeitstellen teilen. (gu)

Diesen Dienstag hatten Anwohnerinnen und Anwohner aus der näheren und weiteren Umgebung die Gelegenheit, einen Blick in die Werkstätten und Ateliers der Stiftung zu werfen. Dabei konnten sie Wissenswertes zum Thema Gebärdensprache dazulernen.

Ein Ort voller Möglichkeiten

Bei einem Rundgang durch die Arbeitsräume erhielten die Besuchenden einen Einblick in die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten, die den gehörlosen Mitarbeitenden angeboten werden. Zum Betrieb gehören eine Schreinerei, eine mechanische Werkstatt, eine Gärtnerei und ein paar Ateliers.

Für alle Bewohnerinnen und Bewohner wird eine Beschäftigung gefunden, die ihren motorischen Fähigkeiten entspricht. Diese Beschäftigungen reichen vom Zählen und Verpacken von Produkten bis hin zum Bedienen grosser Maschinen in den Werkstätten.

Kommunikation kennt viele Wege

Was sie alle miteinander verbindet, ist die Beeinträchtigung des Gehörs, die das Sprechen schwierig oder unmöglich macht. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass hier nicht kommuniziert wird. Mit grosser Freude präsentieren die Beeinträchtigten ihre Arbeiten und erzählen, in einer Kombination aus Gebärdensprache und phonetischen Lauten, den Besuchenden aus ihrem Leben. Hoch konzentriert versuchen diese den Ausführungen der Bewohnenden zu folgen und finden irgendwie den Draht mit «Händen und Füssen».

Das Erlernen der Gebärdensprache ist ebenso anspruchsvoll wie das Erlernen einer Fremdsprache. Dabei ist es sehr hilfreich, auf die eigene Gestik beim Sprechen zu achten, denn viele der unbewussten Bewegungen werden in die Gebärdensprache übernommen. Wichtig dabei sind immer der Blickkontakt, eine langsame hochdeutsche Aussprache für das Mundbild und eine bewusste Mimik. Damit kann man schon viel mit den Bewohnerinnen und Bewohnern kommunizieren. Mit diesen Grundlagen ist eine einfache Konversation möglich, und es gibt viel, was diese Menschen zu erzählen haben.

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