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Politik

Regierungsrat setzt auf Prävention

Warum die Gemeinden die Tapinoma-Ameise selbst bekämpfen müssen

Die eingeschleppte Ameisenart richtet Schäden an Häusern und Rasenflächen an. Grössere Befälle gibt es auch in Uster, Schwerzenbach und Volketswil. Der Kanton Zürich überlässt die teure Bekämpfung den Gemeinden.

Tapinoma-Ameisen können Superkolonien mit Millionen von Arbeiterinnen bilden.

Foto: Patrick Martin

Warum die Gemeinden die Tapinoma-Ameise selbst bekämpfen müssen

Regierungsrat setzt auf Prävention

Die eingeschleppte Ameisenart richtet Schäden an Häusern und Rasenflächen an. Grössere Befälle gibt es auch in Uster, Schwerzenbach und Volketswil. Der Kanton Zürich überlässt die teure Bekämpfung den Gemeinden.

50’000 Franken kostete eine Kolonie der Tapinoma-Ameise 2023 die Stadt Winterthur. Die Art ist für den Menschen ungefährlich, kann aber grosse Schäden anrichten – etwa am Isolationsmaterial von Häusern. Oder auf Fussballplätzen, weil die Ameisen Samen von Pflanzen fressen und Wurzeln angreifen. Ausserdem verdrängen sie heimische Arten.

Denn die Tapinoma magnum, wie ihr offizieller Name lautet, ist eine eingeschleppte Art. Sie bildet riesige Kolonien mit mehreren Millionen Arbeiterinnen. Und weil natürliche Feinde hierzulande fehlen, kann sie sich ziemlich ungehindert verbreiten. Ausser der Mensch bekämpft sie. Und das kostet dann eben. Immerhin ist das erfolgreich möglich, wie der Fall von Winterthur-Seen zeigt: Die Art wurde dort vollständig ausgerottet.

In Uster, Volketswil und Schwerzenbach gefunden

Seen ist kein Einzelfall: Bisher wurde die Tapinoma magnum an 15 Standorten im Kanton Zürich gefunden. Neben Winterthur gab es auch in Oberengstringen, Uster, Zürich, Oetwil an der Limmat und im Grenzgebiet zwischen Volketswil und Schwerzenbach grössere Befälle. Das führte zu einer Anfrage der Kantonsräte Jean-Philippe Pinto (Die Mitte, Volketswil) und Christoph Fischbach (SP, Kloten).

Jetzt liegt die Antwort des Regierungsrats vor. Diese verdeutlicht die Schwierigkeiten, die es bei der Bekämpfung gibt. Denn: «Da die Etablierung einer Kolonie in der Regel erst spät erkannt werden kann, ist der Aufwand für eine wirksame Bekämpfung erheblich.»

Der Schwerpunkt der Massnahmen liegt laut Regierungsrat auf der Prävention. Etwa werden Betriebe wie Gärtnereien auf die Gefahr der Verschleppung aufmerksam gemacht. Denn für die direkte Bekämpfung durch den Kanton fehle eine genügende gesetzliche Grundlage. Deshalb können allgemeine Präventiv- oder Bekämpfungsmassnahmen nicht angeordnet werden. Auch seien die Mittel beschränkt.

Bekämpfung der Tapinoma-Ameise ist Sache der Gemeinden

Das bedeutet: Die Bekämpfung der Tapinoma magnum – wie auch der anderen unerwünschten Arten wie der Asiatischen Hornisse und der Tigermücke – ist Sache der Gemeinden. Laut Regierungsrat ist ein Vorgehen nötig, das auf die lokalen Verhältnisse abgestimmt ist. Wobei der Kanton die betroffenen Gemeinden bei der Planung und Organisation der Bekämpfung unterstütze. Seitens Kanton werden Befallszonen regelmässig überprüft und auf Karten erfasst. Diese Daten werden dann den Gemeinden zur Verfügung gestellt, inklusive Empfehlungen, wie gehandelt werden sollte.

Der Kanton Zürich sei zudem federführend in der Arbeitsgruppe «Invasive Ameisen». Diese ist Teil der interkantonalen Zusammenarbeit, Bereich Neobiota. Man setze sich dort ein für die Koordination sowie die Weiterentwicklung von Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen.

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