Unterführung am Bahnhof Wetzikon wird erneuert
Nach langem Hin und Her
Lange wurde sie aufgeschoben, nun ist sie beschlossene Sache: die Sanierung der Bahnhofsunterführung in Wetzikon. Die SBB und die Stadt Wetzikon teilen sich die Kosten.
Die Personenunterführung am Bahnhof Wetzikon stammt aus den 1980er Jahren und zeigt deutliche Spuren der Zeit: schlechte Beleuchtung, Pfützen auf dem Boden und abgeplatzte Wände prägen den Weg von einer Bahnhofsseite zur anderen.
Nun kommt Bewegung in die Sache. Wie die Stadt Wetzikon mitteilt, hat der Stadtrat 360’000 Franken als gebundene Ausgabe für die Instandstellung der Unterführung bewilligt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 720’000 Franken; die andere Hälfte davon trägt die SBB, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
Unklare Zuständigkeiten
Grundlage für die Aufteilung ist ein Bahnhofsvertrag von 1988, der Unterhalt, Erneuerung und Kostenaufteilung regelt. Trotzdem schoben sich Stadt und SBB die Verantwortung für die Instandsetzung der Unterführung gegenseitig zu, wie ein uns vorliegender Mailverkehr bestätigt.
Seit 2024 konnte der betriebliche Unterhalt der Leuchten nicht mehr sichergestellt werden, da sie das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hatten. Die SBB erklären, dass die Stadt grundsätzlich dafür zuständig sei. «Weil es nun aber nicht um einen einfachen Unterhalt geht, sondern die gesamten Leuchten ersetzt werden müssen, kümmern sich die SBB darum. Das musste im Vorfeld geklärt werden», konkretisiert Mediensprecher Reto Schärli.

Heinrich Vettiger (SVP), zuständiger Wetziker Stadtrat, führt aus: «Für die Leuchtmittel bestehen keine Ersatzmöglichkeiten mehr. Deshalb konnten die vereinbarten Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr eingehalten werden.»
Wegen «akuter Sicherheitsrisiken» wurden bereits LED-Bänder installiert. Nun soll die Unterführung und die alte Lichtanlage im Sommer rundum saniert und ersetzt werden. Dabei werden die Verkabelung erneuert, die Wände grundiert, gestrichen und mit Graffitischutz versehen sowie Schadstellen an Wänden und Böden fachgerecht instand gesetzt. Während der gesamten Bauzeit bleibt die Unterführung für die Bevölkerung geöffnet.
Eine freudvolles Ende
Jürg Streuli, Einwohner von Wetzikon, beschäftigt sich schon länger mit der Bahnhofsunterführung. Er kontaktierte regelmässig die Stadt Wetzikon wie auch die SBB, um auf die Probleme – vor allem wegen der fehlenden Beleuchtung – aufmerksam zu machen. Lange Zeit ohne wirkliche Reaktion: «Beide sagten mir, da müsse sich der andere darum kümmern. Das war ein Hin und Her.»
Dass die Sanierung nun beschlossene Sache ist, freut ihn umso mehr. Denn die LED-Beleuchtung sei lediglich eine provisorische Zwischenlösung und die Unterführung auf Höhe der Post nicht damit ausgerüstet. «Gelangt dort kein Tageslicht in die Unterführung, ist es schampar dunkel. Es freut mich, dass sich das jetzt ändert.»
Umfassende Sanierung geplant

Im Rahmen der Arbeiten am Masterplan «Stadtraum Unterwetzikon» soll die sogenannte Personenunterführung «Mitte» umfassend saniert und ausgebaut werden. So ist ein Neubau der Rampe geplant sowie eine unterirdische Velostation. Die Kurve in der Unterfühung soll dabei verschwinden – auch aus Sicherheitsgründen.
Wann die Umsetzung erfolgt, ist noch offen. Denn zuerst muss der Kredit in Höhe von 82 Millionen Franken noch vom Volk bewilligt werden.