Tössbrücke gesperrt: Was bedeutet das für die Gewa in Turbenthal?
Für den «finalen Schliff» wird die Tössbrücke vom 13. bis 21. April vollständig gesperrt. Das ist ausgerechnet dieselbe Woche, in der die alljährliche Gewerbemesse Gewa stattfindet.
Der Erfolg der Gewerbemesse Gewa in Turbenthal ist ungebrochen. Während andere Messen – beispielsweise in Uster und Pfäffikon – eingestellt werden mussten, feiern die Turbenthaler vom 17. bis 19. April deren 50-jähriges Bestehen. Bereits im vergangenen Juli waren alle Stände ausgebucht.
Jahr für Jahr lockt die Gewa nicht nur viele Gewerbebetriebe, sondern auch Zuschauer an. Dass jedoch just in derselben Woche die Tössbrücke wegen Belagsarbeiten gesperrt ist und umfahren werden muss, könnte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung machen.
Platz- statt Besuchermangel
Das Organisationskomitee sieht die Sperrung jedoch nicht als grosses Problem. «Die Umfahrungen sind gut signalisiert, der Mehraufwand für Besucher und Aussteller ist gering», sagt OK-Präsident Sandro Carnazza. «Wir sind zuversichtlich, dass die Gewa trotz Sperrung ein Erfolg wird.»
Das zeige nur schon die hohe Nachfrage: «Zum 50‑Jahr‑Jubiläum gab es so viele Ausstelleranmeldungen wie noch nie.» Es müssten sogar zusätzliche Zelte aufgestellt werden, da die Reithalle nicht ausreiche.
Von den ausstellenden Gewerbebetrieben seien bisher keine negativen Reaktionen eingetroffen. «Es gab weder Kritik noch Bedenken wegen der Brückensperrung.» Die Umleitungen über Wildberg seien kein riesiger Umweg.
Ähnlich entspannt sieht Carnazza den Besucherzahlen entgegen. «Vor allem bei schönem Wetter nutzen ohnehin viele der Besucher alternative Anreisemöglichkeiten.» Wer zu Fuss oder mit dem Velo komme, könne auch gut noch etwas «verhöcklen». Doch auch mit dem Auto sei die Umfahrung keine grosse Sache.

Auf die Frage, ob man das hätte anders organisieren können, räumt Sandro Carnazza ein: «Frühere und aktivere Abklärungen von unserer Seite wären sinnvoll gewesen.» Eine Nachfrage beim Kanton habe gezeigt, dass die Brückensperrung bereits rund zwei Jahre im Voraus geplant gewesen sei.
Tiefbauamt nutzt Synergieeffekt
Sascha Rhyner von der kantonalen Baudirektion erklärt die Beweggründe: «Um die Einschränkungen möglichst gering zu halten, nutzen wir die Vollsperrung der SBB für unsere abschliessenden Belagsarbeiten, die ebenfalls eine Vollsperrung brauchen.» Auf diese Weise benötige es – gutes Wetter im April vorausgesetzt – nicht zwei separate Vollsperrungen.
Denn die SBB werden vom 17. bis 21. April den angrenzenden Bahnübergang bei der Tösstalstrasse in Turbenthal umbauen. Entsprechend werden die Gleise durchgehend gesperrt, da die Arbeiten am Tag und in der Nacht durchgeführt werden. Das kantonale Tiefbauamt hat die Vollsperrung für den Einbau des Deckbelags auf der Tössbrücke entsprechend vorher, ab dem 13. April, eingeplant. «Dieser muss bis zum Beginn der Arbeiten der SBB am 17. April um 22 Uhr abgeschlossen sein.»
Die Gemeinden seien so früh wie möglich über die damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen informiert worden. «Da wir uns bei den SBB ‹angehängt› haben, konnten wir auch die Gewerbeausstellung nicht in diese Abwägung einbeziehen», erklärt Rhyner. «Aber wir haben beispielsweise die geplante Vollsperrung Schalchen zeitlich koordiniert.» Diese beginnt entsprechend erst am 22. April.
Beim Organisationskomitee der Gewa sieht man es pragmatisch und positiv. «Die Sperrung kann man nicht ändern, deshalb legen wir den Fokus bewusst auf das Positive», sagt Carnazza.