Wie ein Black Friday die Maurmer Cricket-Maschine ausbremste
European Cricket
Millionen Zuschauer, 1800 Spiele und ein rasant wachsendes Geschäft in Indien: Der TV-Macher Roger Feiner hatte mit European Cricket ein Erfolgsmodell gebaut. Dann brachte es ein einziges Gesetz zum Einsturz.
Dass sich bei European Cricket etwas verändert hat, merkt man bereits an den Büroräumlichkeiten in Maur. Als diese Redaktion die Organisation im Januar 2025 besuchte und ihre erstaunliche Erfolgsgeschichte porträtierte, hatte sie noch grosse Flächen im ersten Stock gemietet. Inzwischen hat sie sich auf zwei deutlich kleinere Räume im Parterre zurückgezogen.
«Wie möchten Sie Ihren Kaffee?», fragt Mitgründer und CEO Roger Feiner höflich und läuft gleich selbst zur Maschine. Vor anderthalb Jahren waren fünf Personen anwesend, an diesem Morgen ist er allein hier. «Wir mussten den Personalbestand innert weniger Tage drastisch reduzieren. Von 65 auf 5», erzählt er. «Das war Krisenmanagement at its best.»
Tatsächlich jährt sich just heute der Black Friday, wie ihn Feiner nennt. An jenem Freitag, dem 22. August 2025, trat in Indien ein Gesetz in Kraft, das die Regierung im Eiltempo durch die Institutionen gepeitscht hatte. Es verbot Online-Spiele mit Geldeinsätzen – und entzog damit dem landesweit grössten Fantasy-Sport-Anbieter Dream 11 über Nacht die Geschäftsgrundlage.

