Wenn der Gewinner über schwere Beine klagt
5-Tage-Berglauf-Cup
Jens-Michael Gossauer ist auch in der zweiten Etappe von Bauma auf den Sunehof nicht zu bezwingen – trotz «mässiger» Leistung, wie er findet. Bei den Frauen gibt es ein komplett neues Podest.
«Nimmt Fahrt auf», schrieb Jens-Michael Gossauer auf seinem Instagram-Kanal kürzlich. Und meinte damit sich selbst. Diesen Worten hat er nun an drei aufeinanderfolgenden Tagen Taten folgen lassen.
Am Sonntag gewann der Spitzenduathlet in seiner Kernsportart das Rennen in Nyon und sicherte sich damit auch den Sieg in der nationalen Swissduathlon-Serie. Am Montag lief Gossauer dann in der ersten Etappe des 5-Tage-Berglauf-Cups allen davon. Er hatte auch am frühen Dienstagabend genügend Reserven im Tank, um das zweite Teilstück ebenfalls klar für sich zu entscheiden.
Die 4,3 km lange Strecke von Bauma zum Sunehof mit ihren 310 m Höhendifferenz legte der vierfache Gesamtgewinner der Oberländer Berglaufserie erneut am schnellsten zurück. 17:24 Minuten brauchte der Athlet des LC Uster dafür. Mit dieser Zeit war Gossauer mehr als anderthalb Minuten schneller als der letztjährige Etappen-Sieger Martin Bader, der dieses Mal als Zweiter im Ziel eintraf.
1:19 Minuten trennten Gossauer und den Vorarlberger, der in Hombrechtikon lebt. Der souveräne Gewinner gab sich gleichwohl alles andere als euphorisch. «Mässig», antwortete Gossauer auf die Frage, wie es ihm denn ergangen sei. Und lieferte die Begründung sofort nach. «Ich bin gut reingekommen. Aber am Schluss habe ich gemerkt, dass ich extrem schwere Beine hatte.»
Baders Bitte bleibt ungehört
Zufriedener als der Seriensieger Gossauer war der zweitplatzierte Bader, der in der 42. Auflage des 5-Tage-Berglauf-Cups als Titelverteidiger antritt. «Gut, gut», lautete das Fazit des 34-Jährigen, der sagte: «Ich habe mich viel fitter gefühlt als erwartet.» Bader witzelte, er habe Gossauer am Anfang gebeten, langsamer zu laufen. «Aber bei Jens ist das schwierig.» So liess Bader den Duathleten ziehen und lief sein eigenes Tempo.
Auf dieselbe Taktik setzte der Dürntner Luca Zollinger, der bald einmal an dritter Stelle lag. Und davon überrascht war. «Ui, ist das nicht zu schnell?», fragte sich Zollinger zwischendurch. Als es steiler wurde, blickte er sich immer wieder um, merkte indes schnell, dass er nichts mehr zu befürchten hatte.
Während Jens-Michael Gossauer bei den Männern Kurs auf seinen fünften Gesamtsieg nimmt, zeichnet sich bei den Frauen bislang keine Favoritin ab. Das Podest am Dienstagabend sah komplett anders aus als noch zum Auftakt beim Rennen auf die Farneralp. Die Bubikerin Tamara Morach setzte sich vor Barbara Köhle (Andeer) durch. Dritte wurde mit Jenny Ruoss eine weitere Bubiker Läuferin.
«Es war hart, aber schön», bilanzierte Siegerin Morach glücklich. Sie hat vor, mindestens vier Teilstücke zu absolvieren, um die Kriterien für die Gesamtwertung zu erfüllen. Denselben Plan verfolgt Ruoss. Und wie sieht die Strategie für die dritte Etappe vom Mittwoch aus? Morach lacht. «Gleich schnell sein wie heute.»

