Effretikons Fussballerinnen sorgen für Trainerwechsel
Ende einer Ära bei den Erstliga-Frauen des FC Effretikon: Patrik Meier musste nach sieben Jahren Amtszeit kurz vor der Rückrunde gehen.
Es ist eine Meldung, die überraschte: Der FC Effretikon trennt sich kurz vor dem Start in die Rückrunde von Patrik Meier, dem langjährigen Trainer der Erstliga-Frauen.
Präsident Rainer Bierbrodt spricht in diesem Zusammenhang von Signalen aus der Mannschaft – der Spielerrat habe sich mit dem Wunsch nach «neuen Impulsen» an die Vereinsführung gewandt.
Ursprünglich hatte der Verein die Trennung von Meier noch als einvernehmlich bezeichnet und mit der angespannten sportlichen Situation begründet.
Tatsächlich stehen die Effretikerinnen als Aufsteigerinnen zur Meisterschaftshälfte mit nur vier Punkten auf dem zweitletzten Tabellenplatz, der Rückstand auf den Relegationsstrich beträgt bereits elf Zähler.
Der Wunsch nach einer Veränderung
Laut Bierbrodt reifte intern der Wunsch nach einer Veränderung. «Wir haben das Gefühl, dass wir mit dieser unschönen Aktion dem Team einen Ruck geben können», sagt er. Den richtigen Moment für einen solchen Entscheid gebe es nie.
Für den entlassenen Meier selbst kam das Ende nicht völlig aus heiterem Himmel. Bereits im vergangenen Spätherbst spürte er in Gesprächen mit der sportlichen Leitung, dass sich etwas verändern könnte. Trotzdem fiel ihm die abrupte Trennung schwer. «Es tut schon weh», sagt er. Vom Team verabschiedete er sich per Whatsapp.
Noch Anfang März stand Meier beim ersten Testspiel der Vorbereitung an der Seitenlinie. Zuversicht gaben ihm personelle Verstärkungen: Mit drei Leistungsträgerinnen des Zweitliga-Spitzenteams Phönix Seen kam frischer Wind ins Team.
Nachfolger tritt in grosse Fussstapfen
Acht Jahre lang hatte Meier die Effretikerinnen betreut und den Klub von der 3. Liga bis in die 1. Liga geführt. Drei Finalteilnahmen im FVRZ-Cup – inklusive Titelgewinn 2023 – sowie der Aufstieg im vergangenen Sommer markieren die Höhepunkte seiner Amtszeit.
Einen Nachfolger präsentierte die Vereinsführung umgehend: Bruno Kläusli übernimmt das Team. Assistiert wird er von der früheren Spielerin Fabienne Siegenthaler.
Kläusli, bis im letzten Juni noch Trainer der Zweitliga-Frauen des FC Volketswil, ist im Verein kein Unbekannter – Präsident Bierbrodt kennt ihn seit Längerem, zudem war Kläusli in der Vergangenheit im Juniorenbereich des FCE tätig.
Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt ihm nicht. Nach zwei Testspielen gegen Südost Zürich und den FFV Basel steht die Pflichtspielpremiere an. «Es gibt nur noch Playoff-Spiele», sagt Bierbrodt.
Bereits am Sonntag bietet sich die erste Gelegenheit für ein Signal: Dann empfängt der FCE den Tabellenzweiten Sempach. Ein Sieg wäre nicht nur im Abstiegskampf von grosser Bedeutung – sondern auch ein erstes Zeichen dafür, dass der erhoffte Ruck tatsächlich durch das Team gegangen ist.