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Harter Aufprall in 1. Liga

Das erwartete Stahlbad für Effretikon

Nur ein Sieg aus elf Spielen: Die Frauen des FC Effretikon erleben nach dem Aufstieg sportlich harte Zeiten. Und eine Prognose des Trainers hat sich bestätigt.

Die Effretikerinnen (Anna Buff, links) wehren sich in der 1. Liga nach Kräften.

Foto: Christian Merz

Das erwartete Stahlbad für Effretikon

Nur ein Sieg aus elf Spielen: Die Frauen des FC Effretikon erleben nach dem Aufstieg sportlich harte Zeiten. Und eine Prognose des Trainers hat sich bestätigt.

Aus dem erhofften ersten Heimsieg in der 1. Liga wurde nichts. Die Effretiker Frauen mussten sich am Sonntagnachmittag Schwyz 0:3 geschlagen geben. Zur Meisterschaftshalbzeit überwintern sie in der Gruppe 2 auf Rang 11 – der Rückstand auf den Abstiegsstrich beträgt bereits satte zehn Punkte.

«Der Ligaerhalt wäre ein Wunder», bestätigt Trainer Patrik Meier seine Worte von Saisonbeginn.

Bereuen tut er das Abenteuer auf national dritthöchster Stufe trotzdem nicht. «Die Reisen und Spiele gegen neue Gegner sind eine lässige Erfahrung. Auch als Team kommt man sich näher», sagt Meier. Sinnbildlich dafür steht der Ausflug ins Tessin nach Gambarogno: Gegen den Leader waren die Effretikerinnen erwartungsgemäss chancenlos – verkauften ihre Haut aber wie so oft teuer.

Enttäuscht zeigte sich der Coach einzig nach dem klar verlorenen Kantonsduell gegen die Blue Stars. Doch mit dem Sieg über Zürisee United gab es zumindest ein Erfolgserlebnis zu feiern. Beim 1:1 gegen Mels fehlte zudem ganz wenig für einen weiteren Dreier.

Der zweitletzte Tabellenplatz des Aufsteigers hat für Meier aber auch seine Logik: «Alles, was vor uns klassiert ist, hat Qualität. Diese Teams haben kaum Schwachpunkte in ihren Reihen.»

Die Verletzung der Torgarantin

Beim FCE harzt es insbesondere in der Offensive – mit lediglich neun Toren aus elf Spielen. Vier davon erzielte Natascha Frieden, die allerdings seit Mitte Oktober mit einem Aussenbandriss im Knie ausfällt. «Das tut weh. Sie ist stark am Ball und fehlt uns auch als Leaderin», sagt Meier, der hofft, dass die Angreiferin zur Rückrunde wieder einsatzfähig ist.

Solche Ausfälle kann sich der Aufsteiger kaum leisten, zumal im Sommer mehrere Leistungsträgerinnen ihren Rücktritt gegeben haben. Die Neuzuzüge konnten diese Lücken bisher nicht entsprechend füllen.

Umso wichtiger sind Spielerinnen wie Ladina Poltronieri. Sie lebt inzwischen im Bündnerland, trainiert aber weiterhin einmal pro Woche mit dem Team und springt regelmässig in den Spielen ein – ein grosses Zeichen der Verbundenheit. Zu den wichtigsten Kräften im Team entwickelt hat sich ausserdem Torfrau Shannon Bärtschi, der Meier konstant starke Leistungen attestiert: «Sie ist in der 1. Liga richtig aufgeblüht.»

Trotz der vielen Niederlagen und Rückschläge bleibt die Stimmung im Team positiv. Die Trainingsbeteiligung ist hoch, und die Spielerinnen ziehen mit. «Wir wussten ja, dass wir nicht elfmal gewinnen werden», sagt Meier mit einem Schmunzeln. «Aber die Mannschaft arbeitet weiter hart.»

Bereits im Januar – und damit so früh wie noch nie – werden die FCE-Frauen in die Vorbereitung auf die Rückrunde starten. Konditionell und taktisch soll nochmals ein Schritt nach vorne gemacht werden. Zudem hofft Meier auf die eine oder andere Verstärkung von aussen. Eines steht für ihn fest: «Wir geben noch nicht auf.»


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