Eine «wunderbare Halbzeit» reicht Uster nicht zum Sieg
Der FC Uster erkämpft sich zum Rückrunden-Auftakt in der 2. Liga interregional gegen Lachen/Altendorf nach Zwei-Tore-Rückstand immerhin noch ein 2:2.
Selbst Fabian Inglin gelang es in der hektischsten Phase der Partie nicht immer, die Ruhe zu bewahren. Die Spieler des FC Lachen/Altendorf hatten mit dauerndem Meckern, einer rüden Gangart und anderen Mätzchen derart Chaos gesät, dass auch der gewöhnlich umsichtig agierende Ustermer Innenverteidiger zuweilen die Geduld verlor und sich zu wenig zielführenden Zuspielen verleiten liess. Prompt musste der lange Zeit überlegene FCU den bis dahin in der Offensive harmlosen Gästen gleich zwei Treffer zugestehen.
Weil es Inglin und seinen Kollegen gelang, sich noch einmal auf ihre Stärken zu besinnen, schaffte Uster dank eines Doppelschlags von Giuliano Scarpa und Gionata Centoducato zum Start in die Rückrunde der interregionalen Zweitliga aber doch noch ein 2:2.
«Auf allen Ebenen eine Verstärkung»
Dass Fabian Inglin hektisch wird, kommt nur selten vor. Normalerweise behält der 24-Jährige in jeder Lage die Übersicht und ist äusserst pressingresistent. Der beidfüssige, stets präsente Abwehrspieler mit Erstliga-Erfahrung hat ein Gespür für den richtigen, nicht selten langen Pass, erkennt Situationen, die andere nicht sehen, und versteht es auch, sich im richtigen Moment in den Angriff miteinzuschalten. Und dabei ist er auch noch torgefährlich: Als Abwehrspieler ist er mit fünf Treffern bester Schütze seines Teams.
FCU-Trainer Etienne Scholz, der Inglin im Sommer aus Schaffhausen nach Uster gelotst hat, gerät denn auch ins Schwärmen, wenn er über den «immer Vollgas gebenden und Fussball denkenden» Winterthurer spricht. Weil dieser «eine klare Tendenz zu richtigen Entscheidungen» zeige, gewährt er ihm denn auch besonders viele Freiheiten.
Auch dass Inglin keine Karriere in einer höheren Liga mehr anstrebt, sondern sich auf seine berufliche Laufbahn in der Finanzplanung konzentriert und sich künftig dafür an der Seitenlinie sieht, ist bereits deutlich zu erkennen. Er erleichtert seinem Trainer die Arbeit nämlich schon jetzt, indem er den Jungen beim Coaching hilft und sich mit Scholz derart oft austauscht, dass dieser ihn als verlängerten Arm auf dem Platz bezeichnet. «Er ist einfach auf allen Ebenen eine Verstärkung», sagt der FCU-Coach.
Nichts Neues bei Uster
Dass sich den Gästen nach der Pause überhaupt erst die Möglichkeit bot, Inglin und seine Ustermer kurzzeitig aus der Bahn zu werfen, hatten sich diese im Übrigen selbst zuzuschreiben.
Der FCU knüpfte nämlich in der ersten Hälfte zwar an seine Leistungen aus den Vorbereitungsspielen an, die er allesamt gewonnen hatte, trat wie so oft dominant auf und erspielte sich reichlich Torchancen. Nur konnte er die Chancen erneut nicht nutzen, um den erhofften Schritt in der Tabelle zu machen.
Mindestens der stets bemühte, aber noch immer auf sein erstes Saisontor wartende Raphael Bachmann hätte ein Tor erzielen müssen, als er mit seinem Kopfball nur den gegnerischen Goalie traf. Ebenso wenig zielsicher waren aber auch der von seinem Knöchelbruch genesene Leonit Trolli bei seinen beiden Gelegenheiten sowie der in der Vorbereitung überzeugende Neuzugang Caner Türkmen. Und auch Bujar Ajeti liess bei seinem vielversprechenden Abschluss kaltes Blut vermissen.
«Abgesehen von den vergebenen Möglichkeiten war es eine wunderbare Halbzeit», resümierte Scholz, der in Anbetracht des Spielverlaufs am Ende mit dem gewonnenen Punkt einigermassen gut leben konnte.
Uster - Lachen/Altendorf 2:2 (0:0). – Tore: 67. Rexhepi 0:1. 73. Bislimi 0:2. 77. Scarpa 1:2. 79. G. Centoducato 2:2.