Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

Bei den Winterspielen Aussen vor

War es das mit fast 32?

Für Dominik Schläpfer wurde auch im zweiten Anlauf nichts mit dem Traum vom Olympia-Start. Der Bob-Anschieber aus dem Tösstal ist konsterniert – und lässt seine sportliche Zukunft offen.

Dominik Schläpfer hätte sich mit Blick auf die Olympischen Spiele eine breitere Beurteilung von der Selektionskommission gewünscht.

Foto: IBSF (Viesturs Lacis)

War es das mit fast 32?

Für Dominik Schläpfer wurde es auch im zweiten Anlauf nichts mit dem Traum vom Olympia-Start. Der Bob-Anschieber aus dem Tösstal ist konsterniert – und lässt seine sportliche Zukunft offen.

Mitte Februar hätte sich für Dominik Schläpfer der Traum vom ersten Olympia-Start im Viererbob erfüllen sollen. Doch bereits seit Wochen ist klar – dem Bob-Anschieber aus dem Tösstal bleibt nur die Zuschauerrolle aus der Distanz. Er sagt: «Ich bin enttäuscht.» Beim entscheidenden Anschiebetest war er in der Gesamtzeit aus drei Starts um wenige Hundertstel zu langsam – mit weitreichenden Folgen bis hin zur verwehrten Olympia-Selektion.

Nach diesem Entscheid wurde Schläpfer bei den letzten Weltcups vor den Winterspielen nur noch als Ersatz-Anschieber gemeldet. In St. Moritz und Altenberg war er auf Abruf, falls ein Athlet ausfallen sollte. In Altenberg wurde er tatsächlich nachträglich aufgeboten. «Zum Rumstehen», wie er rückblickend sagt. Aus einem Einsatz wurde nämlich nichts.

Besonders bitter ist die Situation für ihn, weil sich die Geschichte wiederholt. Wie schon vor vier Jahren in China fehlten ihm auch diesmal nur wenige Hundertstel. Bereits damals scheiterte Schläpfer beim internen Qualifikationswettkampf der Anschieber.

Ausschlaggebend für die aktuelle Selektion war einzig die Rangliste des Anschiebetests in Oberhof (GER) von Ende Dezember. Das Dokument mit den Richtlinien dazu war den Athleten bereits im Mai 2025 zugestellt worden. Dieses lässt durchaus Interpretationsspielraum zu. Gerade angesichts des sehr geringen Abstands zu den nominierten Anschiebern hätte Schläpfer sich allerdings eine breitere Beurteilung gewünscht.

Weitere Kriterien – etwa Startleistungen bei Weltcups oder das Zusammenspiel innerhalb der Teams – seien ausser Acht gelassen worden, sagt er. «Es war eine Momentaufnahme.»

Beim Verband vorstellig geworden

Schläpfer wandte sich deshalb an die Rekurskommission des zuständigen Verbands Swiss Sliding. Selbst mit Ralph Stöckli, dem Schweizer Chef de Mission, führte er ein Gespräch. Ohne Erfolg. Swiss Olympic nominierte elf Anschieber für drei Schweizer Bob-Teams. Schläpfer gehörte nicht dazu.

Doch nicht in allen Fällen waren die Ergebnisse vom Test in Deutschland entscheidend. Exemplarisch dafür steht Anschieber-Kollege Enrico Güntert. Der Leichtathletik-Sprinter und Bob-Neuling war dort im Zweierbob der schnellste und im Viererbob der zweitbeste Anschieber und wurde daraufhin für die letzten Weltcups nominiert. Im Bob-Kanal konnte der Schaffhauser seine athletischen Qualitäten jedoch nicht wie erhofft umsetzen.

Für Schläpfer keine Überraschung: «In der Praxis sind es andere Distanzen, Tempos und Gewichte, es ist nicht vergleichbar mit dem Renngeschehen.»

Der Tösstaler Bob-Anschieber Dominik Schläpfer mit dem Team Vogt unterwegs.
Einzig beim Weltcup in Lillehammer kam Dominik Schläpfer (ganz links) im Team seines Stammpiloten Michael Vogt zum Einsatz.

Insgesamt kam der aus Wila stammende Schläpfer in der ersten Saisonphase zweimal im Weltcup zum Einsatz. Zunächst im Schlitten von Cédric Follador (9. Platz), dann in Lillehammer bei seinem Stammpiloten Michael Vogt (8. Platz), zu dessen Crew er seit 2024 zählt. Das Team erzielte dort die besten Schweizer Startzeiten.

In drei weiteren Weltcups blieb er bei Vogt jedoch in der Reservistenrolle. Der Pilot wollte im Kampf um den Olympia-Quotenplatz jeweils mit denselben Anschiebern antreten. «Um Ruhe hineinzukriegen», wie Vogt ihm erklärte.

Akzent im Europacup

Seinen vorläufig letzten Einsatz bestritt Schläpfer im Europacup in St. Moritz im Viererschlitten des Bob-Neulings Sandro Felder – gemeinsam mit den ebenfalls nicht für Olympia berücksichtigten Nicola Mariani und Gregory Jones.

«Wir wollten dem Verband aufzeigen, dass unsere Nichtnominierung ein Fehler ist», sagt Schläpfer. Tatsächlich war die neu formierte Crew beim Start nahezu gleich schnell wie das Team von Timo Rohner bei der EM im Engadin zwei Wochen zuvor – trotz deutlich schlechteren Voraussetzungen. Für Schläpfer zumindest eine kleine Genugtuung.

So oder so: Für Schläpfer ist die Saison zu Ende. Wie es weitergeht, lässt er offen. Im Mai wird er 32. Die Olympischen Spiele waren sein Antrieb und das grosse Ziel gewesen.

Seine Zukunft hängt auch davon ab, welche Piloten nach den Olympischen Spielen ihre Karriere fortsetzen. Ein mögliches nächstes Ziel wäre die WM 2028 in St. Moritz. Eine Heim-Weltmeisterschaft war ihm vor drei Jahren wegen seines zweiten Achillessehnenrisses verwehrt geblieben. Schon damals kämpfte sich Schläpfer zurück – und bewies, dass Rückschläge ihn nicht zwingend stoppen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns