Über den Rekord sagt er: «Es wäre schön, wenn ich den mitnehmen dürfte»
Gian Andrea Thöny ist drauf und dran, Rekordtorschütze Kurt Bachmann im EHC Wetzikon abzulösen. Vier Treffer fehlen ihm noch.
Über 30 Jahre hält sich Kurt Bachmann mit 174 Toren an der Spitze. Das ist eine lange Zeit. Doch jetzt ist der Bestwert des erfolgreichsten Stürmers des MHL-Klubs EHC Wetzikon in Gefahr.
Gian Andrea Thöny ist ihm in den letzten Wochen immer näher gerückt. Bei 171 Treffern ist er angekommen. Drei Tore fehlen Thöny also noch, um mit dem 1994 zurückgetretenen Bachmann gleichzuziehen. Deren vier, um sich bei den Wetzikern zum Rekordtorschützen aufzuschwingen.
Wie treffsicher Thöny ist, lässt sich anhand mehrerer Beispiele illustrieren. Bachmann absolvierte 299 Partien für seinen Stammklub, sein Verfolger kommt erst auf 208 beim EHCW. Dreimal gelangen Thöny in einer Saison mehr als 30 Tore für Wetzikon, Bachmanns Bestwert: 28 Treffer. Und in den Top 60 findet man keinen einzigen noch bei den Oberländern aktiven Spieler.
Auf Platz 62 folgt mit Rubio Schir (28) der erste. Bei 26 Toren in 76 Spielen steht der Captain. Was zeigt: Schir müsste ab jetzt richtig Gas geben und noch länger spielen, um nur in die Top Ten vorzustossen, die Peter Weidmann (98) abschliesst.
Thöny steht in der achten Saison beim EHC Wetzikon, bei dem er längst zum Inventar gehört. 33 ist der Bündner mit dem aussergewöhnlichen Torinstinkt mittlerweile.
Er ist stets ein Stürmer mit überdurchschnittlich vielen Abschlüssen gewesen, der seine Chance auch gerne aus ungünstigen Positionen sucht.
Auf der Abschiedsrunde
Unter vielen Jungspunden ist Thöny nicht nur der älteste Spieler im Kader. Der Stürmer ist zugleich auf Abschiedstour, denn mit dem Wetziker Meisterschaftsende ist für ihn Schluss. So sagt er mit einem Blick auf den Rekord: «Es wäre schön, wenn ich den in meiner letzten Saison noch mitnehmen dürfte.»
Den einen oder anderen Fehler dürfte es in der Statistik der besten Wetziker Torschützen zwar drin haben. Das lässt sich bei einem solchen Wust an Zahlen – der Verein wurde 1949 gegründet – kaum vermeiden. Für einige mögen solche Bestlisten zudem eine Spielerei sein. Thöny misst dem Ranking indes eine gewisse Bedeutung zu. Er sagt: «Klar würde mir dieser Rekord etwas bedeuten.»
Der Start in die Meisterschaft ist ihm tipptopp gelungen. Er traf in den ersten fünf Spielen fünfmal, darunter am 1. Oktober beim 5:1-Sieg gegen Frauenfeld doppelt. Seither aber harzt es nicht nur ein klein wenig, Thönys Torproduktion ist komplett versiegt. Mit der 2:6-Niederlage im Derby gegen Dübendorf ist seine Serie von torlosen Auftritten auf sieben Spiele angewachsen.
Zufall oder nicht – auch die Wetziker tun sich in der Offensive schwer, seit Thöny nicht mehr trifft. Mehr als drei Tore gelangen den Oberländern in den letzten sieben Partien nie, der Schwung ist dem EHCW abhandengekommen.
Es ist auch ein Grund, weshalb für Thöny die persönliche Statistik derzeit weit in den Hintergrund gerückt ist. Was für ihn zählt: «Ich muss mit dem Team einen Weg finden, die Matches positiv zu gestalten.»
Er nimmt die Durststrecke gelassen hin
Wie häufig wird Thöny auf seine Rekord-Jagd angesprochen? «Immer wieder.» Der Stürmer macht aber auch klar, das er diese im Spiel selbstredend auszublenden vermag. «Da macht es keinen Unterschied, ob jetzt viel oder nur noch wenig fehlt zum Rekord.»
Er sieht es als eine seiner zentralen Aufgaben an, dem Team mit Toren zu helfen. Was ihm momentan nicht gelingt. Und so sagt Thöny: «Ich muss einen Weg finden, das wieder zu ändern, denn am Schluss fehlen uns auch diese Tore.»
Dass das Selbstvertrauen bei ihm wie bei seinen Teamkollegen nicht auf dem höchstmöglichen Level ist, zeigt sich beispielhaft am Mittwoch gegen Dübendorf. Bei einer 2-gegen-1-Situation erhält Thöny in bester Abschlussposition die Scheibe zugespielt, verhaspelt aber den Abschluss.
Der Routinier ist erfahren genug, in der Durststrecke gelassen zu bleiben. Er sagt sich: Irgendwann ist sie vorbei. Derweil spielt es ihm keine Rolle, dass die für die Rekordtorschützenliste relevante Online-Datenbank eliteprospects.com Tore im Cup nicht zählt.
Thöny schmunzelt und sagt: «Es gibt ja noch genügend Meisterschaftsspiele.» Deren 18 verbleiben allein in der Qualifikation. Und allenfalls einige in der K.o.-Phase.
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