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46. Auflage des Klassikers

Der Greifenseelauf erlebt einen Jo-Jo-Effekt

So früh wie noch nie war der Halbmarathon ausgebucht. Es ist ein deutliches Zeichen für das neue Lauffieber rund um den Greifenseelauf.

Beliebter denn je: Über 15’000 Läuferinnen und Läufer werden am Samstag erwartet. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Der Greifenseelauf erlebt einen Jo-Jo-Effekt

So früh wie noch nie war der Halbmarathon ausgebucht. Es ist ein deutliches Zeichen für das neue Lauffieber rund um den Greifenseelauf.

Kein anderer Volkslauf im Kanton Zürich hat die Ausstrahlung des Greifenseelaufs. Das hängt mit der Tradition, seiner professionellen Organisation und seiner fantastischen Strecke zusammen.

Am Samstag findet der Klassiker zum 46. Mal statt – und das Hauptrennen, der Halbmarathon, ist ausverkauft. Wir liefern Antworten zu prägenden Fragen zum vollen Teilnehmerfeld, zum Wechsel der Startzeiten und zu den Aushängeschildern.

Warum ist das Hauptrennen bereits seit fast zwei Monaten ausverkauft?

Der Laufsport boomt wieder. Die Corona-Pandemie sorgte zwar für einen einschneidenden Bruch mit anfänglich ungewissen Folgen. Nun aber zeigt sich ein Jo-Jo-Effekt. Viele hatten in dieser einschränkenden Zeit mit dem Laufen begonnen. Und diese Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger beleben nun die Volkslaufszene – zusammen mit den Rückkehrern.

Die Obergrenze von 9000 Läuferinnen und Läufern auf der Greifenseelauf-Hauptstrecke legten die Organisatoren um Markus Ryffel, den Olympia-Zweiten von 1984, und dessen Bruder Urs aus Qualitäts- und Sicherheitsaspekten fest. Die schmalen Wege limitieren. Sie aber machen das Malerische und das Charakteristische des Greifenseelaufs auch aus. Zudem ist mit dem Start am Morgen das Zeitfenster wie einst am Nachmittag begrenzt.

Wie steht es um die Kinderrennen und die Kurzdistanz-Rennen für die Erwachsenen?

Sie sind nach wie vor integriert in den Greifenseelauf. Die Kinderrennen sowie die Einstiegsdistanz und das 10-km-Rennen für die Erwachsenen geniessen auch einen hohen Stellenwert. Sie sorgen dafür, dass insgesamt rund 15’200 Läuferinnen und Läufer in Uster erwartet werden.

Welche Kategorien zeigen die markantesten Anstiege an Teilnehmenden?

Es sind – und das überrascht kaum – die (jungen) Frauen. Sie holen im Vergleich zu den Männern stetig auf. Auf der 5,5-km-Strecke sind sie gar in der Überzahl. Die Frauen entdecken in diesem Alter in grosser Zahl den Mehrwert einer regelmässigen Betätigung in Form von Laufen.

Der Halbmarathon-Start ist erneut am Vormittag. Weshalb?

Die Tradition mit dem Blockstart Mitte Nachmittag erwies sich zunehmend als Hemmfaktor und Risiko. Der Grund: immer sommerlichere Temperaturen am dritten September-Samstag. Mitunter vereitelten solche Bedingungen die Ambitionen von Läuferinnen und Läufern jeglicher Leistungsstärke, ihre zeitlichen Grenzen zu verschieben. Und hohe Temperaturen erwiesen sich immer wieder als gesundheitliches Risiko. Überhitzungen, Dehydrierte, Kreislaufprobleme forderten die medizinischen Helferinnen und Helfer nicht selten stark heraus. Glücklicherweise ist es noch zu keinen wirklich ernsthaften Zwischenfällen gekommen.

Den Ausschlag für das Beibehalten der Blockstarts zwischen 10 Uhr und 10.38 Uhr gab eine Umfrage bei den letztjährigen Teilnehmenden. Eine überwiegende Mehrheit sprach sich für einen erneuten Start am Morgen aus. Der Halbmarathon-Start war im letzten Jahr wegen der gleichzeitig stattfindenden Rad-WM vorverschoben worden.

Gerade an diesem Samstag könnte sich der Vormittagsstart als entscheidender Faktor erweisen. Viel Sonne und hochsommerliche Temperaturen sind angesagt. Am Vormittag/Mittag aber sind ideale Laufbedingungen zu erwarten.

Greifenseelauf 2024 Zieleinlauf Elite
Die Wetzikerin Fabienne Schlumpf ist wie bereits im Vorjahr erneut beim Heimrennen mit dabei.

Welche grossen Namen sind am Start?

Fabienne Schlumpf, die Schweizer Marathon- und Halbmarathon-Rekordhalterin sowie dreifache Olympiateilnehmerin aus Wetzikon, ist das Aushängeschild bei den Frauen. Für sie stellt der Greifenseelauf eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg an den New York Marathon vom 1. November dar – auch wenn sie «voll aus dem Training heraus mit den grossen Kilometerumfängen in den Beinen» antritt.

Bei den Männern steht Julien Wanders an der Startlinie. Um den Halbmarathon-Europarekordhalter aus Genf sagt von sich selbst: «Ich war fast an der Weltspitze, doch dann ging es massiv bergab.» Jetzt nimmt der «weisse Kenianer» nochmals Anlauf. Beide Schweizer Idole treffen auf starke Konkurrenz aus Kenia.


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