Der Dominator aus Weisslingen ist im Zentimeter-Pech
Urs Hutmacher schreibt am Eidgenössischen im Steinstossen Geschichte. Die Krönung aber verpasst er.
Im Final der besten fünf Steinstösser am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Mollis läuft vorerst alles wie erwartet. Seriensieger Urs Hutmacher wuchtet den 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein auf 3,95 m. Eine stattliche Weite, wie der Weisslinger hinterher findet. Sie verschafft dem haushohen Favoriten die Führung.
Nun ist der einzige Sieg, der dem besten Steinstösser der Gegenwart im Palmarès noch fehlt, zum Greifen nahe. Dann aber nimmt das Drama seinen Lauf. Mauro Betschart stösst im zweiten und zugleich letzten Versuch den legendären Stein drei Zentimeter weiter als der Oberländer vom TV Wislig.
Der 20-jährige Schwyzer verfügt mit seinen zwei Metern und 120 Kilogramm über Gardemasse, hat aber erst dieses Jahr mit Steinstossen begonnen. Im Gegensatz zu Hutmacher, der seine Esaf-Premiere schon 2013 feierte. Mit 80 Siegen in etwas mehr als hundert Wettkämpfen hat er der Szene in den letzten Jahren den Stempel aufgedrückt.
Nach Betscharts Stoss ist Hutmacher unter Zugzwang. Er geht «all in». Hutmachers zweiter Stoss ist tatsächlich besser als der erste. Doch er übertritt, der Versuch ist ungültig. Damit ist die Überraschung perfekt. Hutmacher muss sich mit dem zweiten Platz begnügen, der ebenfalls im Final stehende Egger Daniel Kranzelbinder wird Vierter.
