Der Berglauf-Cup will jünger werden
An den bewährten Strecken halten die Organisatoren des 5-Tage-Berglauf-Cups fest. Zugleich haben sie für die 41. Ausgabe einige Neuerungen eingeführt.
Das Format: Dieselben Ziele in derselben Reihenfolge
Nicht alle Anlässe überleben so lange wie der 5-Tage-Berglauf-Cup. 1985 wurde er erstmals durchgeführt. Nun folgt vom 11. bis 15. August die 41. Austragung. Am grundlegenden Konzept hat sich nichts geändert. Auf dem Programm stehen ab Montag fünf kurze Bergläufe innerhalb von fünf Tagen im Zürcher Oberland. Die Etappen enden allesamt an bekannten Ausflugszielen mit prächtiger Aussicht. Und zwar in der Reihenfolge: Farneralp, Sunehof, Rosinli, Bachtel und Hörnli.
Die Streckenführungen sind dieselben wie im Vorjahr. Damals verlegten die Veranstalter den Zieleinlauf vom Türli aufs Rosinli – direkt vor die Gartenbeiz. «Das hat sich bewährt», freut sich OK-Chef Christof Münch. Diskussionen über neue Strecken gibt es zwar immer wieder, sagt Münch. Er macht aber auch klar: «Der traditionelle Wert ist uns wichtig.»
Die Kategorien: Wenn die Zeit keine Rolle mehr spielt
Beim 5-Tage-Berglauf-Cup mögen dieselben fünf Etappen wie 2024 auf dem Programm stehen. An Änderungen fehlt es dennoch nicht. Die Organisatoren haben das Programm aufgefrischt und Neuerungen namens «Fun Week» und «Team-Challenge» eingeführt. Sie sind für Breitensportlerinnen und Breitensportler gedacht. «Diese schätzen den gemeinsamen Feierabendsport, sind durchaus etwas kompetitiv, wollen es aber nicht zu wild», umreisst OK-Chef Christof Münch die anvisierte Zielgruppe. Die Teilnehmenden laufen so viele Etappen wie sie wollen. Auf die Zeitmessung wird verzichtet, darum gibt es auch keine Rangliste. «Wir sind gespannt, wie das Ganze anläuft», sagt Münch. Und hofft zugleich, mit der Kategorie ein Bedürfnis zu treffen.
Die «Team-Challenge» soll möglichst viele Läuferinnen und Läufer eines Vereins oder einer Firma mobilisieren. Die Zeit ist auch hier egal. Es gewinnt, wer als Team die meisten Höhenmeter sammelt. Die ursprüngliche Variante wird derweil wie bis anhin weitergeführt. Sie ist für ambitioniertere Startende. Um in die Gesamtwertung zu kommen, müssen die Läuferinnen und Läufer vier der fünf Teilstücke absolvieren. Neu ist also nur der Name. Züri Oberland Challenge heisst die Kategorie nun.


2. Etappe
Lisa Gubler


Der Plan: Vorwärts in der virtuellen Welt
Eine neue Website und eine massiv verstärkte Präsenz in den sozialen Medien – der 5-Tage-Berglauf-Cup hat einen frischen Anstrich erhalten. OK-Chef Christof Münch sagt, man habe sich zugleich unter anderem vorgenommen, die Stärken des Anlasses konsequenter herauszuarbeiten. Und vor allem, das Starterfeld zu verjüngen. Bestärkt wurde man darin durch Studenten der Fachhochschule Chur, die im Rahmen einer Arbeit den Traditionsanlass unter die Lupe nahmen und danach ein Marketingkonzept erstellten. «Eine unvoreingenommene Ansicht von aussen tut gut», findet Christof Münch. Die Studenten, von denen Yanik Deiss nun dem OK des 5-Tage-Berglauf-Cups angehört, haben eine Social-Media-Kampagne ausgearbeitet.
Sie soll nicht nur helfen, jüngere Läuferinnen und Läufer anzulocken. Letztlich soll der Anlass auch wachsen. Münch nennt dazu zwei Zahlen. Heuer strebt man «sicher über 400 Teilnehmende an». Mittelfristig dann gegen 500, sagt der OK-Chef. Der Zeitpunkt scheint ideal: Im ersten Halbjahr nahmen in der Schweiz 10 Prozent mehr Leute an Laufveranstaltungen teil als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Münch sagt: «Diese Dynamik wollen wir ausnutzen.»
Die Gesamtwertung: Offen wie seit Jahren nicht mehr
Gloria Müller und Jens-Michael Gossauer heissen die Titelverteidiger am 5-Tage-Berglauf-Cup. Letzterer ist Nationalkader-Duathlet und Seriensieger am Oberländer Traditionsanlass. Die letzten drei Austragungen gewann der Athlet des LC Uster souverän. In zwölf Etappen trat Gossauer zwischen 2022 und 2024 an. Immer war er auch als Erster im Ziel. Dieses Mal aber gibt es einen neuen Gesamtsieger: Gossauer ist verhindert. Vielleicht taucht er für die eine oder andere Etappe spontan auf, die nötigen vier Teilstücke aber werde er nicht zusammenkriegen, meldete Gossauer gegenüber den Organisatoren. «Das Rennen ist also offen», sagt OK-Chef Christof Münch.
Dieselbe Aussage gilt für die Gesamtwertung der Frauen. Titelverteidigerin Gloria Müller wird höchstens punktuell am Start sein. Das tun seit vielen Jahren auch immer wieder Profisportlerinnen und Profisportler am 5-Tage-Berglauf-Cup. Sie nützen die knackigen Rennen mit Distanzen zwischen 3,5 und 5,5 Kilometer als Training. So, wie vor einem Jahr die Dürntner Profi-Triathletin Alissa König, die die 4. Etappe auf den Bachtel lief und gewann. Oder die Walder Biathlon-Brüder Gion und Sebastian Stalder. Sie bestritten 2024 die Startetappe. Im Bemühen um den einen oder anderen bekannten Starter wirbelt Münch im Hintergrund. Er hat Oberländer Profis aus verschiedensten Bereichen angeschrieben. Kommt jemand, umso besser. Und sonst? Münch bleibt gelassen. Spannung ist für ihn auch ohne klingende Namen garantiert.