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Zurück nach Verletzung

Er hat den Tritt sofort wieder gefunden

Der Ustermer Gian Maria Odermatt ist verspätet in die Saison gestartet – und hat gleich überzeugt.

Erfolgreiches Comeback: Gian Maria Odermatt (rechts) ist zurück im Sägemehlring.

Foto: Robert Pfiffner

Er hat den Tritt sofort wieder gefunden

Der Ustermer Gian Maria Odermatt ist verspätet in die Saison gestartet – und hat gleich überzeugt.

Gian Maria Odermatt hat dem Comeback richtiggehend entgegengefiebert. «Ich wartete nur noch auf diesen Tag», sagt er. Und erklärt seine Ungeduld so: «Man darf nicht vergessen, dass dieses Jahr das Eidgenössische ist. Deshalb bin ich extrem motiviert.»

Im Januar hatte sich der Ustermer im Training verletzt. Er fiel wochenlang aus, was eine mögliche Teilnahme am Saisonhöhepunkt gefährdete. Odermatt verpasste mehrere Feste, erst am zweiten Juni-Sonntag griff er in Hochfelden wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

Erfreulich für den 20-Jährigen: Er war damit dem Zeitplan leicht voraus. Und liess gleich aufhorchen. In seinem ersten Wettkampf des Jahrs stiess er am Unterland-Schwinget in den Schlussgang vor. Zum ersten Mal bei den Aktiven. Eine Woche später gewann er beim Bündner-Glarner Kantonalschwingfest als Fünfter einen Kranz.

Der Kranzgewinn hat einiges an Druck aus dem Kessel genommen. Odermatt jedenfalls geht davon aus, beim Grossanlass Ende August im glarnerischen Mollis dabei zu sein.

Die starke letzte Saison spielt ihm beim Kampf ums Ticket fürs Eidgenössische in die Karten. «Um die Selektion mache ich mir keine Sorgen», gibt er sich entspannt.

Kein Angriff ohne zu lesen

Daniel Spörri freut sich über Odermatts geglückte Rückkehr. «Er hat schon wieder ein schönes Level erreicht», sagt der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO).

Odermatt zeigt sich derweil nicht überrascht, den Tritt schnell gefunden zu haben. Er hat sofort gespürt: «Das Schwingerische ist schon da.» Jetzt kann er sich darauf konzentrieren, die konditionellen Defizite abzuarbeiten.

An der entsprechenden Einstellung und dem nötigen Fleiss scheitert es sicher nicht. Bis zu sechsmal wöchentlich trainiert Odermatt. Präsident Spörri bezeichnet den Schwinger als «richtige Motivationsspritze». Und lobt dessen Zielstrebigkeit: «Er ist wahnsinnig fokussiert.»

Was zeichnet ihn im Kampf aus? «Er ist ein sehr überlegter Schwinger», sagt Spörri. Odermatt ist keiner, der überhastet vorgeht. Stattdessen liest er erst den Gegner. «Wenn er dann angreift, ist er sehr explosiv.»

Odermatt ist einer der jungen Hoffnungsträger im SKZO. 2021 gewann er seinen ersten Kranz und stand am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag im Schlussgang. Danach gings ziemlich rasant weiter. 2022 erklomm der Ustermer mit dem Kranzgewinn am Nordostschweizer Schwingfest die nächste Stufe. Im Alter von erst 17 feierte er auch seine Premiere an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest.

Sieben Kränze hat Odermatt bisher gesammelt, darunter einen zweiten Teilverbandskranz. Es ist eine Bilanz, von der andere in seinem Alter träumen. Und doch: Vorbehaltlos zufrieden ist Odermatt mit der Entwicklung nicht. Er hat mehrere Rückschläge erlitten.

2023 verletzte er sich am Rücken, musste die Saison frühzeitig und ohne Kranz abbrechen. Im Jahr darauf wurde er vom Pfeifferschen Drüsenfieber gestoppt. «Ich lag zwei Monate flach», sagt Odermatt. Wieder gesund, drehte er auf. Und erreichte mit der Teilnahme am Eidgenössischen Jubiläumsfest in Appenzell das grosse Ziel.

Wenn der Fluss noch fehlt

Die Erfahrungen mit Licht und Schatten haben Odermatt heuer geholfen in der Verletzungspause. Diese war nicht frei von Dämpfern. Erst im zweiten Anlauf erkannte man, dass er sich das Syndesmose- und Aussenband gerissen hatte. Dann hatte die konservative Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, sodass eine Operation unumgänglich war.

«Irgendwas muss abenand sein», hatte sich Odermatt im Januar aufgrund der grossen Schmerzen im Moment der Verletzung sofort gedacht. Bald einmal war für das Talent indes auch klar: «Es ist nicht das ganze Jahr weg.»

Diese Erkenntnis hat ihm in den letzten Monaten geholfen, zuversichtlich zu bleiben. Das erfolgreiche Comeback gibt ihm zusätzlich Mumm. «In Topform bin ich aber bei Weitem noch nicht», wiegelt Odermatt ab. Ihm fehle nach der langen Pause die Routine in den Abläufen, sagt er und hat sich vorgenommen, «besser in den Fluss zu kommen».

Gelegenheit dazu hat der 20-Jährige ausreichend. Mit dem Schwarzsee-Schwinget vom Sonntag, dem Nordostschweizer Schwingfest in St. Gallen sowie dem Weissenstein-Schwinget folgen für ihn gleich drei hochkarätige Feste hintereinander.

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