Extremradfahrerin aus Wetzikon wird von einem Auto angefahren
Oberländer Ultracyclerin
Schreckmoment für die Weltmeisterin und Weltrekordhalterin: Nach einer Kollision stürzte Isabelle Pulver und schlug mit dem Kopf auf den Boden. Die 54-Jährige muss pausieren.
Es hätte eine lockere Trainingsfahrt sein sollen, als Vorbereitung auf ein anstehendes Rennen in Italien. Doch in der Region Solothurn erlebte Isabelle Pulver am Dienstagnachmittag einen Schreckmoment: Die gebürtige Wetzikerin wurde von einem Auto angefahren und zu Fall gebracht. Dabei schlug sie mit dem Kopf heftig auf dem Boden auf und musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.
Fehlverhalten vom Autofahrer
Pulver, die mehrfache Weltmeisterin und Weltrekordhalterin im Ultracycling, erlitt eine Brustbeinverletzung, am Kopf wurden glücklicherweise keine Auffälligkeiten diagnostiziert. Laut Polizeiangaben lag das Fehlverhalten eindeutig beim Lenker des Wagens.
Pulver hätte am Wochenende das Race Across Italy bestreiten wollen, eine Veranstaltung über 775 Kilometer quer durchs Land.
Race Across America erneut im Blickfeld
Der Saisonhöhepunkt wiederum ist das Race Across America, das wichtigste und härteste Rennen im Extremradsport, welches Pulver 2015 und 2023 für sich entschied. Es führt über rund 5000 Kilometer und 53’000 Höhenmetern von der US-West- an die Ostküste, unter anderem durchs Monument Valley und über die Rocky Mountains.
Vor zwei Jahren triumphierte Pulver fast ohne zu schlafen in neun Tagen, elf Stunden und sechs Minuten – sie war sogar schneller als sämtliche Männer.
Nicht der erste Rückschlag
Die Vorbereitung ist nun also gestört, wobei Pulver mit Rückschlägen umzugehen weiss. Im Frühling 2022 hatte die gelernte Physiotherapeutin, die Schwerstbehinderte betreut, eine Hirnblutung erlitten, sieben Wochen später nahm sie bereits wieder an Rennen teil.
Gegen Ende der vorletzten Saison verunfallte sie beim Training in der Nacht; auf einer langen Geraden schoss ein Dachs aus dem hohen Gras und knallte ihr seitlich ins Velo, die 54-Jährige stürzte schwer, erlitt eine Schulterverletzung sowie diverse Prellungen und musste operiert werden. Nichtsdestotrotz bestritt sie ein paar Monate später die 24-Stunden-WM in Kalifornien – sie strampelte 725 Kilometer weit und holte Gold.
