Seegräben entscheidet über Anschluss an Stadtpolizei Uster
Einzige Abstimmung
Fährt die Stadtpolizei Uster bald durch Seegräben? Die Stimmberechtigten entscheiden am 10. Mai darüber. Es ist die einzige Abstimmung an diesem Tag.
Es soll schnell gehen in Seegräben. Stichtag ist der 1. Juli 2026. Ab dann soll nicht mehr die Kantonspolizei Zürich ab ihrem Posten in Wetzikon, sondern die Stadtpolizei Uster in der kleinen Gemeinde patrouillieren und für Ordnung sorgen.
Damit die Zusammenarbeit zustande kommt, braucht es aber noch eine Urnenabstimmung in Seegräben. Angesetzt ist diese auf den 10. Mai. Es ist die einzige Abstimmung an diesem Sonntag in der Region. In den übrigen Gemeinden stehen erst am 14. Juni wieder Entscheidungen an.
Den Grund für den speziellen Termin kennt der Seegräbner Gemeindeschreiber Marc Thalmann: Einerseits will der Gemeinderat bis zur Herbstsaison 2026 Klarheit haben, andererseits soll noch genügend Zeit für eine allfällige Einarbeitung des städtischen Polizeikorps bleiben.
April war zu knapp
Der Zeitplan macht insofern Sinn, da in Seegräben im Herbst wieder die alljährliche Kürbisausstellung auf dem Juckerhof ansteht. Erfahrungsgemäss bringt diese viel Verkehr mit sich und damit auch Arbeit für die Polizei.
Eigentlich hätte man in Seegräben gerne schon im April abgestimmt. «Aber der Entscheidungsprozess in Uster dauerte länger als ursprünglich geplant», erklärt Thalmann. Erst Mitte Januar hatte das Ustermer Stadtparlament den Anschlussvertrag mit 25 zu 7 Stimmen gutgeheissen. Das war zu knapp für den Abstimmungstermin im April.
Die nächstmögliche Alternative war dann der 10. Mai. Es handelt sich dabei um einen ausgewählten Tag, an dem der Kanton Zürich neben den nationalen und kantonalen Wahl- und Abstimmungssonntagen die Auszählungssoftware den Gemeinden gratis zur Verfügung stellt.
Mehr Flexibilität und Präsenz
Im Anschluss an die Ustermer Stadtpolizei sieht der Seegräbner Gemeinderat vor allem Vorteile. «Nachteile sind keine zu erwarten», heisst es explizit in den Abstimmungsunterlagen.
Hervorgehoben wird beispielsweise die bessere Präsenz an den Wochenenden. Bisher habe Seegräben bei der Kantonspolizei jeweils nicht die höchste Priorität genossen. «Mit der Stapo Uster wird die Abdeckung der polizeilichen Aufgaben besser geregelt», sagte Gemeindeschreiber Thalmann schon im vergangenen September.
Hinzu sollen kürzere Reaktionszeiten und eine höhere Flexibilität bei den Verkehrskontrollen kommen. Letztere könne die Stadtpolizei Uster auch dank ihren Patrouillen zu Fuss und per Velo gewährleisten, heisst es in den Abstimmungsunterlagen. «Gerade um den Pfäffikersee und in den Waldgebieten ist die Bike Police ein besonders effizientes Einsatzmittel.»
25 Stunden pro Woche im Einsatz
Der Gemeinderat hat auch Anschlüsse an andere Kommunalpolizeikorps geprüft. Die Stadtpolizei Uster sei schliesslich aus verschiedenen Gründen als einzige Option übrig geblieben. Naheliegend sei die Zusammenarbeit aber auch deshalb, weil an Wochenenden mit Veranstaltungen mit grossem Besucheraufkommen und Zufahrtsbeschränkungen nach Seegräben sowieso schon Absprachen stattfänden.
Durchschnittlich würde die Stadtpolizei künftig 25 Stunden pro Woche in Seegräben im Einsatz stehen. Das entspricht einem Pensum von 60 Prozent. Für die Gemeinde Seegräben fallen damit jährliche Kosten von gut 91’500 Franken an.
Dank den erwarteten Einnahmen durch Park- und Geschwindigkeitsbussen sollen diese aber letztlich nur noch bei 20’000 Franken liegen. Das wären in der Endabrechnung 5000 Franken mehr als die bisherige jährliche Entschädigungspauschale für die Kantonspolizei Zürich. Aufgrund der erwarteten Mehrleistungen durch die Ustermer Stadtpolizei sei dieser Betrag gerechtfertigt, findet der Gemeinderat.