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Nach Parteiausschluss

Regula Hess als Bezirksrätin? SP zaubert neuen Kandidaten aus dem Hut

Sandro Turcati soll anstelle von Regula Hess als Ersatzmitglied in den Bezirksrat Pfäffikon gewählt werden. Nach dem Antisemitismus-Skandal in Illnau-Effretikon tauscht die SP die Kandidaten aus.

Der ehemalige Wilemer Gemeinderat Sandro Turcati (SP) ist kurzfristig für seine ehemalige Parteikollegin Regula Hess eingesprungen. (Archiv)

Foto: Mirjam Müller

Regula Hess als Bezirksrätin? SP zaubert neuen Kandidaten aus dem Hut

Nach Parteiausschluss

Sandro Turcati soll anstelle von Regula Hess als Ersatzmitglied in den Bezirksrat Pfäffikon gewählt werden. Nach dem Antisemitismus-Skandal in Illnau-Effretikon tauscht die SP die Kandidaten aus.

Jetzt muss es schnell gehen. Genau ein Vorschlag für die Wahl eines Ersatzmitglieds des Bezirksrats Pfäffikon ist bis dato eingegangen. Dies geht aus den amtliche Mitteilungen in den Freitagsausgaben des «Zürcher Oberländers» und «Anzeigers von Uster» hervor.

Der Name in der amtlichen Publikation erstaunt: Regula Hess. Die Stadtparlamentarierin aus Illnau-Effretikon war erst am Dienstag unter ordentlich Getöse aus der SP des Kantons Zürich ausgeschlossen worden. Sie hatte auf X (vormals Twitter) mehrfach Beiträge gepostet und geteilt, die sich klar gegen Juden richten.

Dass ihr Name trotz allem amtlich publiziert wurde, ist systembedingt. Das kantonale Gesetz über die politischen Rechte (GPR) sieht es vor. Denn schon am Tag zuvor hatte die SP des Bezirks reagiert und mitgeteilt: «Aufgrund des Parteiausschlusses von Regula Hess hat die SP Bezirk Pfäffikon entschieden, ihren Wahlvorschlag als Ersatzmitglied des Bezirksrats zurückzuziehen.»

Zeit bis am 13. März

Bis am 13. März können Wahlvorschläge geändert oder zurückgezogen werden. Anstelle von Regula Hess schickt die SP nun Sandro Turcati ins Rennen. Damit sei sichergestellt, dass der Bezirk im Falle einer Vakanz «durch eine integre Persönlichkeit vertreten wird, die sich uneingeschränkt für eine solidarische und diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzt», schreibt die Bezirkspartei.

Die Wahl ist nötig geworden, weil Katrin Thompson-Albiez (SVP) im Herbst 2025 für die verstorbene Sabine Sieber ins dreiköpfige Gremium nachgerückt ist.

Sandro Turcati ist Verkehrsingenieur beim Tiefbauamt des Kantons Zürich. Von 2014 bis 2022 war er Gemeinderat von Wila. Brigitte Röösli, Co-Präsidentin der SP Bezirk Pfäffikon, beschreibt den 57-Jährigen als «Kandidaten, der durch sein früheres Amt das nötige Hintergrundwissen mitbringt».

Eine Urnenwahl ist für den 14. Juni terminiert. Auch wenn Turcati einziger Kandidat bleibt – und davon ist auszugehen –, ist eine stille Wahl wegen des kurzfristigen Austauschs der Kandidierenden nicht möglich.

Auf X hat Sandro Turcati übrigens keinen Account.

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