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Kommunale Wahlen im Tösstal

Wahlen in Zell: Neumitglied erzielt Top-Resultat, Nachzügler chancenlos

Kurzfristig kam es in Zell zur Kampfwahl. Der nachträgliche Kandidat verpasste den Sprung in den Gemeinderat deutlich. Einen überraschenden Erfolg gab es trotzdem.

Der neue Gemeinderat (v.l.): Annina Bauert (parteilos, neu), Ralf Weiss (SVP, bisher), Schulpräsidentin Dagmar Müller (parteilos, neu), Präsidentin Regula Ehrismann (EVP, bisher), Martin Haussener (BGV, neu) und Stefan Hochreutener (EVP, bisher). Auf dem Bild fehlt Emil Ott (BGV, bisher).

Foto: Gemeinde Zell

Wahlen in Zell: Neumitglied erzielt Top-Resultat, Nachzügler chancenlos

Kurzfristig kam es in Zell doch noch zur Kampfwahl. Der nachträgliche Kandidat verpasste den Sprung in den Gemeinderat deutlich. Einen überraschenden Erfolg gab es trotzdem.

Die offiziellen Wahlvorschläge versprachen eine wenig spektakuläre Erneuerungswahl des Zeller Gemeinderats. Zur Wahl stellten sich neben vier Bisherigen neu Annina Bauert (parteilos) und Martin Haussener (BGV) sowie Dagmar Müller (parteilos) als Schulpräsidentin. Spontan stieg zudem Sidam Hussein (parteilos) via Flyer ins Rennen um die freien Gemeinderatssitze und sorgte so kurzfristig für etwas Wettbewerb.

Der Sprung in den Gemeinderat gelang Annina Bauert und Martin Haussener. Bauert erzielte mit 1142 Stimmen das zweitbeste Resultat. Mit nur neun Stimmen mehr fuhr GemeindepräsidentinRegula Ehrismann (EVP) nach 2022 erneut das beste Resultat ein. Haussener schaffte den Einzug ins Gremium mit 884 Stimmen. Spontankandidat Hussein verpasste die Wahl klar, sein Name tauchte nur 84-mal auf den Wahlzetteln auf. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,62 Prozent.

Neben Regula Ehrismann dürfen auch die Bisherigen Stefan Hochreutener (EVP), Emil Ott (BGV) und Ralf Weiss (SVP) erneut im Gemeinderatszimmer Platz nehmen. Letztere beiden schafften 2024 in je einer Ersatzwahl den Einzug in die Exekutive.

Das Schulpräsidium, und damit der siebte Sitz im Gemeinderat, geht an Dagmar Müller mit 993 Stimmen. Müller war die einzige Kandidatin fürs Präsidium und sass bereits bis 2022 in der Schulpflege. Léa Biffi (parteilos), ebenfalls neu angetreten, schaffte die Wahl in die Schulpflege mit 879 Stimmen und manövrierte den bisherigen Markus Kägi (FDP) aus dem Amt. Er holte 808 Stimmen und schied deshalb als Überzähliger aus.

Spontankandidat sorgte für Spannung

«Ich bin zutiefst gerührt und freue mich», sagt Neu-Gemeinderätin Bauert nach der erfolgreichen Wahl. Mit einem derart guten Resultat habe sie nicht gerechnet, «besonders als neue und parteilose Kandidatin.» Bauert ist in Winterthur aufgewachsen, wohnt aber seit zehn Jahren in der Gemeinde. Politisch würde sie sich in der «kompromisssuchenden Mitte» verorten.

Ihr gutes Resultat erklärt sich die Langenharderin nicht zuletzt mit ihrer aktiven Teilhabe am Gemeindeleben – ihre Familie ist in mehreren Vereinen aktiv. «Und vielleicht traut man mir ein solches Amt auch aufgrund meiner beruflichen Erfahrung in der Zürcher Stadtverwaltung zu.»

Dass sich mit Nachzügler Sidam Hussein kurzfristig noch Wettbewerb ergab, motivierte Bauert zusätzlich. Martin Haussener dagegen glaubt, das Rennen hätte knapper werden können, hätte Hussein seine Kandidatur offiziell lanciert.

«Ich bin sehr erfreut, dass man mir das Vertrauen schenkt», kommentiert Haussener seine Wahl. Er werde sich bemühen, den Erwartungen gerecht zu werden. Im Vorfeld liess er durchblicken, dass er sich besonders fürs Ressort Sicherheit begeistern könnte.

Üblicherweise entscheiden jedoch die Amtsälteren zuerst, welches Ressort sie übernehmen wollen – mit Stefan Hochreutener hat auch der bisherige Sicherheitsvorsteher die Wiederwahl geschafft. Das sei jedoch kein Problem, versichert Haussener. «Ich habe mit Stefan beruflich zusammengearbeitet und bin sicher, dass wir uns positiv einigen werden.» Dank seiner Erfahrung in verschiedenen Kommissionen habe er auch kein Problem, ein anderes Ressort zu übernehmen.

Dass er mit 884 Stimmen deutlich weniger oft gewählt wurde als Annina Bauert, ist für Haussener eine Folge seines bescheidenen Wahlkampfes. «Es hilft sicher, zum Namen ein Gesicht zu haben, und nächstes Mal werde ich sicherlich auch Flyer verschicken.» Denn für den Rikemer steht bereits fest: «Ich gehöre nicht zu denen, die nach einer Legislatur wieder aufhören.»

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