Mindestens fünf Sitze im Parlament Uster werden neu vergeben
Die Stadt Uster hat die Wahllisten für den Gemeinderat veröffentlicht. Um die 36 Plätze im Parlament kämpfen 248 Kandidierende. Ein grosser Umbruch steht den Grünen bevor.
Ein Siebtel, in Zahlen 5 von 36: So viele Mitglieder des Gemeinderats Uster treten am 12. April nicht zu den Erneuerungswahlen an. Das geht aus den vor wenigen Tagen amtlich publizierten Wahllisten hervor.
Auf neun Listen tummeln sich 248 Kandidierende, 153 Männer und 95 Frauen.
Gemeinderat: Viele Bisherige im bürgerlichen Spektrum
Der grösste Umbruch kommt dabei auf die Grünen zu, die zu viert eine Fraktion bilden. Mit Deborah Zahn und Dominique Rahmspeck treten zwei der vier Fraktionsmitglieder nicht mehr zur Wahl an. Auffällig ist, dass der erst während der Legislatur ins Parlament nachgerückte Lukas Adam die Liste der Grünen anführt. Und das als jüngstes Ratsmitglied.
Ebenfalls zu mindestens zwei Wechseln kommt es links der Grünen in der SP. In der achtköpfigen Fraktion haben sich Nina Nussbaumer und Andreas Kronenberg nicht mehr aufstellen lassen. Weil aber der Bisherige Peter Mathis den zwölften Listenplatz belegt, ist nicht ausgeschlossen, dass drei neue SP-Mitglieder ins Parlament einziehen werden.
Für die grösste Partei im Ustermer Parlament, die SVP, treten bis auf Hans Denzler alle Gemeinderäte wieder an. Der Landwirt, der seit 2016 für die Volkspartei im Gemeinderat politisiert, erzielte vor vier Jahren noch das beste Wahlergebnis aller Kandidierenden. Nun ist Schluss. Für ihn könnte mit Desirée Gruber allenfalls eine Frau die nur noch aus Männern bestehende Partei ergänzen. Während die Bisherigen die Listenplätze eins bis acht besetzen, steht sie auf Platz neun.
Den Umbruch, der den Grünen oder auch der SP bevorsteht, hat die SVP de facto bereits während der Legislatur vollzogen. Denn so sind fünf der bisherigen acht Gemeinderäte erst im Lauf der Amtszeit aufgrund von Rücktritten ins Parlament nachgerutscht oder wie im Fall von Fraktionspräsident Ueli Schmid wegen eines Parteiwechsels von der Mitte zur SVP gestossen.
Solche Wechsel gab es im Lauf der letzten vier Jahre auch je einen bei FDP und GLP. Aber auch diese Nachzügler wollen neben den Bisherigen wieder in den Gemeinderat einziehen. Selbiges gilt auch für EDU, BPU, EVP und die Mitte, wo von absoluter Kontinuität gesprochen werden kann: Alle 2022 Gewählten wollen auch 2026 wieder in den Gemeinderat einziehen.
Die vollständigen Listen gibt es auf der Website der Stadt.
Stadtrat: Wer erhält den Sitz der FDP?
Von grosser Kontinuität geprägt ist der Stadtrat. Bis auf Finanzvorsteher Cla Famos (FDP) treten alle zur Wiederwahl an. Es kommt allerdings zur Kampfwahl um seinen frei werdenden Sitz zwischen FDP und GLP. So kämpft Ex-Nationalrat Daniel Frei neben seiner Parteikollegin Beatrice Caviezel um einen zweiten Sitz in der Exekutive für die Grünliberalen.
Nicht viel von diesem «Angriff auf die bürgerlichen Stadträte» hält die SVP Uster, die seit 2022 nicht mehr in der Exekutive vertreten ist und auch keinen Kandidaten stellt. Stattdessen unterstützt sie die FDP-Kandidatur von Richard Sägesser.
Barbara Thalmann (SP) dürfte als Stadtpräsidentin wiedergewählt werden.
Schulpflege: Kampf bei Primarschulpflege
Spannung hingegen verspricht die Wahl in die Primarschulpflege. Um einen frei werdenden Sitz des neunköpfigen Gremiums streiten sich gleich drei Kandidierende aus SVP, FDP und EDU. Wenn es ums Präsidium geht, dürfte Patricia Bernet (SP) als Bisherige und einzige Kandidierende wiedergewählt werden.
Eine Übersicht über alle Kandidierenden findet sich ebenfalls auf der Website der Stadt.
Nicht gewählt wird im April die Sekundarschulpflege. Dies aufgrund der Abstimmung um die Grenzbereinigung zwischen der Sekundarschule Uster und der Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee. Bereits im Vorfeld war der Wahltermin auf den 27. September festgesetzt worden.