SVP Uster ist empört über den zweiten Stadtratskandidaten der GLP
Wahlkampf brodelt auf
Fast alle Ustermer Ortsparteien schicken für die Stadtratswahl gleich viele Kandidierende ins Rennen, wie sie bereits heute stellen. Nur die GLP hat bisher eine zusätzliche Person nominiert – zum Unmut der SVP.
Nur wenige Tage ist es her, seitdem die GLP Uster ihre zwei Kandidierenden für den Stadtrat bekannt gegeben hat. Neben der bisherigen Stadträtin Beatrice Caviezel nominierten die Grünliberalen Daniel Frei als zusätzlichen Kandidaten.
Doch der SVP passt das Vorhaben gar nicht, sie findet scharfe Worte: «Diese Kandidatur steht nicht für Verantwortung gegenüber der Stadt, sondern für parteitaktisches Kalkül.» Die Grünliberalen würden offenkundig versuchen, die bürgerliche Vertretung in der Regierung weiter zu schwächen. So nehme die SVP die Nominierung von gleich zwei GLP-Kandidierenden «mit Befremden zur Kenntnis».
Wer will wem den Sitz wegschnappen?
Der Grund für den Unmut ist die aktuelle Verteilung der Sitze, die sich nun verändern könnte. Die SP stellt derzeit drei Stadträte, die Grünen einen, die GLP einen und die FDP zwei. Dabei ist Cla Famos (FDP) der Einzige, der auf eine weitere Kandidatur verzichtet.
Mit der Nominierung von zwei Kandidierenden erhofft sich die GLP, einen weiteren Stadtratssitz zu ergattern. Vor diesem Hintergrund spricht die SVP von einem «Angriff auf die bürgerlichen Stadträte» und einem «durchsichtigen Machtspiel».
Auf den Vorwurf angesprochen, zeigt sich GLP/EVP-Co-Fraktionspräsident Andreas Pauling (GLP) überrascht. «Es geht uns weder um Machtspiele noch darum, den Bürgerlichen einen Sitz wegzuschnappen.» Es sei nicht in Stein gemeisselt, welche Partei im Fall eines Erfolgs einen Sitz verlieren würde. «Das entscheidet letztlich das Stimmvolk.»
Die GLP hätte zudem ihren zweiten Kandidaten Daniel Frei auch dann vorgeschlagen, wenn sich ein Stadtrat einer anderen Partei nicht mehr zur Wahl gestellt hätte. «Ohne unsere zweite Kandidatur gäbe es gleich viele Sitze wie Kandidierende und damit keine Auswahl. Das wäre keine echte Demokratie», so Pauling.
SVP unterstützt FDP
Indessen stellt sich die SVP hinter die Kandidierenden der FDP – also die bisherige Stadträtin Petra Bättig und Richard Sägesser. «Er bringt Sachverstand, Verantwortungsgefühl und eine tiefe Verbundenheit mit Uster mit. Dafür verdient er die Unterstützung aller bürgerlich gesinnten Kräfte», lässt sich Daniel Schnyder, Präsident der SVP Uster, in der Medienmitteilung zitieren.
In den anstehenden Wahlen konzentriert sich die SVP auf das Parlament. Dort erhofft sie sich, zusätzliche Sitze zu erkämpfen. Man habe sich nach sorgfältiger Abwägung dazu entschieden, zugunsten der bürgerlichen Geschlossenheit auf eine eigene Kandidatur für den Stadtrat zu verzichten.
Eine Entscheidung, die Andreas Pauling wenig nachvollziehen kann: «Weshalb schickt die SVP als grösste Partei im Parlament nicht selbst jemanden ins Rennen?»