Konstanz und Erneuerung gehen in Schlatt Hand in Hand
Vorschau auf die Wahlen
Der neue Gemeindepräsident in Schlatt wird vermutlich der alte sein. Doch in seiner Behörde wird es neue Impulse geben.
Schlatt ist die kleinste Gemeinde in der Region. Ende 2025 wohnten 787 Personen in der durch mehrere Ortschaften zerstückelten Gemeinde. Ihr Präsident ist seit 20 Jahren Urs Schäfer (parteilos).
Und auch nach insgesamt 24 Jahren als Gemeinderat hat der 68-Jährige noch nicht genug – und kandidiert nochmals als Gemeindepräsident. Er ist der einzige Kandidat, seine erneute Wahl scheint damit fast auf sicher.
«Ich habe mir natürlich Gedanken über die Kandidatur gemacht», sagt Schäfer. «Ich finde es aber immer noch eine spannende und interessante Aufgabe, mich für die Schlatter Bevölkerung einzusetzen.»
Ein bestimmtes Projekt, das er noch abschliessen möchte, gibt es nicht. «Fertig machen kann man ja nie etwas, es kommt immer etwas Neues dazu», meint er.

Und da der Gemeindevorstand sicher mit drei neuen Mitgliedern in die Legislatur starte, kämen auch wieder neue Ideen und neue Impulse. «Ich hoffe, dass wir die sachliche Zusammenarbeit im Vorstand fortführen können.» In der Arbeit im Gremium soll es vor allem um die Sache gehen.
In den nächsten vier Jahren sieht Schäfer keine grösseren Projekte in der Gemeinde. «Ein grosses haben wir nun ja abgeschlossen, den Bau des Glasfasernetzes.» Nun müsse die Gemeinde wieder etwas sparen, um neue Dinge anzugehen. «Ein Punkt wird dabei sicher die Zukunft der Gemeindeliegenschaften sein.»
Drei wollen nicht mehr
Beim Gemeindepräsidenten können die Schlatterinnen und Schlatter also auf Konstanz zählen. Anders sieht dies beim Gemeindevorstand aus. Im fünfköpfigen Gremium wird es zu Wechseln kommen. Neben Schäfer stellt sich nur Sandra Rechsteiner, Vorsteherin des Ressorts Soziales und Gesundheit, nochmals zur Wahl. Sie ist wie alle Kandidierenden aus Schlatt parteilos.
Dieter Schellenberg (Tiefbau und Werke), Gunnar Fluck (Hochbau, Umwelt und Landwirtschaft) und Christian Egli (Sicherheit und Liegenschaften) haben sich entschieden, für keine weitere Amtszeit zu kandidieren. Im Gegensatz zu den letzten Gemeindewahlen 2022 haben die Schlatterinnen und Schlatter heuer die Qual der Wahl. Denn für die insgesamt fünf Sitze im Gemeindevorstand gibt es sieben Kandidierende.
Einer von ihnen ist schon länger Behördenmitglied in Schlatt: Thomas Keller. Der ZHAW-Dozent ist aktuell Mitglied der Schulpflege Elsau-Schlatt. Dort ist er Vizepräsident und für das Ressort Schulentwicklung zuständig.
Vor der Schulfusion 2019 war er drei Jahre lang auch Mitglied der Primarschulpflege von Schlatt. «Nach zehn Jahren zeigen sich nun gewisse Ermüdungserscheinungen», sagt Keller.
Grosses Kandidatenfeld
Als er erstmals für das Schulpflegeamt kandidierte, hatte er auch noch schulpflichtige Kinder. Diese Nähe zum Schulbetrieb habe er in der Zwischenzeit nicht mehr.
Keller tritt deshalb nicht nochmals als Schulpfleger an – sondern strebt jetzt ein Amt im Gemeindevorstand an. «Ich bin jetzt bald 60 Jahre alt und bringe Lebenserfahrung mit, die ich in die Behörde einbringen kann», sagt er. Schlatt umkrempeln, das will er nicht. Der bisherige Gemeindevorstand habe seine Sache gut gemacht.
Dass seine Wahl angesichts der Zahl der Kandidierenden nicht sicher ist, freut Keller. «Es ist für die Demokratie wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger auch eine Wahl haben.»
Denn neben Keller treten auch der ehemalige Feuerwehrkommandant André Beugger, Bereitschaftspolizist Reto Böni und Postautochauffeur Ralf Bill an. Ebenfalls kandidiert Alex Peter. Dieser ist Teil der Projektgruppe Schlatt, die jeweils die Pétanque-Meisterschaft und das Family-&-Friends-Open-Air organisiert.
Zwei von fünf aus Schlatt
Keine Kampfwahlen gibt es im Gegenzug für die Schulpflege Elsau-Schlatt. Die Behörde wird von sieben auf fünf Sitze verkleinert – und es gibt genau fünf Kandidierende.
Damit werden in der kleineren Behörde voraussichtlich zwei Schulpfleger aus Schlatt vertreten sein. Die beiden bisherigen Mitglieder Dominique Hänggi und Simon Hausammann (beide parteilos) treten nochmals an.
Der Elsauer Andreas Derrer (parteilos) stellt sich erneut als Präsident zur Verfügung. Katrin Balta-Jurisic (SP, bisher) und Louis Brauer (FDP, neu) aus Elsau stehen ebenfalls auf dem Wahlvorschlag.
Die Kandidierenden für den Gemeinderat Schlatt
André Beugger (parteilos, neu)
Ralf Bill (parteilos, neu)
Reto Böni (parteilos, neu)
Thomas Keller (parteilos, neu)
Alex Peter (parteilos, neu)
Sandra Rechsteiner (parteilos, bisher)
Urs Schäfer (parteilos, bisher), auch als Präsident (bisher)