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Stille Feiertage in Greifensee

Völlig ausgeböllert in Greifensee: Feuerwerk wird generell verboten

Greifensee ist die erste Gemeinde, die einen radikalen Weg wählt: Künftig darf gar kein Feuerwerk mehr abgebrannt werden. Auch solches, das keinen Lärm macht.

Feuerwerk ist in Greifensee bald passé. Ob es an den Feiertagen 2026 knallen darf, ist noch unklar. (Archivfoto)

Foto: Mano Reichling

Völlig ausgeböllert in Greifensee: Feuerwerk wird generell verboten

Stille Feiertage in Greifensee

Greifensee ist eine der ersten Gemeinden, die einen radikalen Weg wählen: Künftig darf gar kein Feuerwerk mehr abgebrannt werden. Auch solches, das keinen Lärm macht.

An der Gemeindeversammlung in Greifensee standen zwei Vorschläge zum Thema Feuerwerksverbot zur Debatte. Einerseits die Einzelinitiative von Peter Hochreutener, die jegliches Feuerwerk verbieten will, andererseits der Gegenvorschlag des Gemeinderats, künftig «nur» lärmendes Feuerwerk einzustellen. Was genau unter dem Wort «lärmend» zu verstehen ist, sollte dabei noch ausgearbeitet werden.

Der Gemeinderat begründete seinen Vorschlag damit, dass insbesondere Knallkörper Menschen sowie Haus-, Nutz- und Wildtiere belasten können. Nicht lärmendes Feuerwerk verursache deutlich weniger Konflikte und könne deshalb aus Gründen der Verhältnismässigkeit weiterhin erlaubt bleiben.

Radikaler Entscheid

Die Stimmbevölkerung war an der Gemeindeversammlung aber anderer Meinung und wählte einen radikaleren Weg: Sie will nun gar kein Feuerwerk mehr erlauben. Mit deutlicher Mehrheit nahm der Souverän die Einzelinitiative «Feuerwerksverbot in der Gemeinde Greifensee» an.

Somit darf künftig gar kein Feuerwerk mehr in Greifensee gezündet werden. Darunter fallen auch leise Feuerwerke wie Vulkane oder Sonnen. Somit ist Greifensee eine der ersten Gemeinden der Region, die Feuerwerk ganz vom Tisch haben wollen. Als Argument wurde vor allem angeführt, dass ein ganzheitliches Verbot einfacher umzusetzen sei und weniger Diskussionen darüber auslöse, was als lautes Feuerwerk gelte – und was nicht. Insgesamt waren 116 Stimmberechtigte an dem Abend vor Ort.

Als nächsten Schritt wird der Gemeinderat nun eine Vorlage zur Teilrevision der Polizeiverordnung erarbeiten. Die revidierte Verordnung muss anschliessend erneut von der Gemeindeversammlung beschlossen werden.

Die Diskussion um Feuerwerksverbote wird auch in anderen Gemeinden geführt. Der Bezirk Hinwil nahm in dieser Debatte eine Vorreiterrolle ein. Die Gemeinden Bubikon und Gossau führten bereits 2024 ein Verbot für Böller ein, wobei in Bubikon schon am 1. August 2024 kein lautes Feuerwerk mehr gezündet werden durfte. Dürnten zog 2025 nach. Diese Verbote beschränken sich jedoch «nur» auf lärmendes Feuerwerk.

Derzeit darf Feuerwerk in Greifensee ohne Bewilligung an Silvester und am 1. August abgebrannt werden. Da die Stadtpolizei Uster auch für Greifensee zuständig ist, wird die Ausarbeitung der neuen Bestimmungen in Zusammenarbeit mit der Stadt Uster erfolgen. Bis zum 1. August 2026 wird das Verbot voraussichtlich noch nicht umgesetzt werden können.

Jahresrechnung 2025 und zwei Bauabrechnungen

Die Jahresrechnung 2025 wurde mit grosser Mehrheit genehmigt. Sie schliesst mit einem Aufwand von 36’003’809 Franken und einem Ertrag von 33’287’539 Franken ab. Das ergibt einen Verlust von 2'716'270 Franken. Das Budget 2025 ging von einem geringeren Verlust aus, gerechnet wurde ursprünglich mit einem Aufwandüberschuss von 1’942’900 Franken. Der Grund für die grössten Abweichungen waren steigende Kosten in den Bereichen Gesundheit und soziale Sicherheit. Zudem sind die Steuern deutlich zurückgegangen.

Schulhaus Breiti teurer als geplant

Die Bauabrechnung für den Anbau beim Schulhaus Breiti wurde gutgeheissen. Das Projekt kostete insgesamt rund 2,35 Millionen Franken und überschritt den bewilligten Kredit um rund 441'000 Franken. Als Hauptgründe für die Mehrkosten nannte der Gemeinderat die Teuerung sowie den Konkurs der ausführenden Baufirma während der Bauphase.

Kindergarten Müllerwies lag mit 330’000 Franken drüber

Auch die Bauabrechnung für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Müllerwies wurde genehmigt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,86 Millionen Franken und lagen damit rund 330'000 Franken über dem bewilligten Kredit. Als Hauptgrund für die Mehrkosten und die Verzögerung des Bezugs um ein Quartal wurde der Konkurs der beauftragten Baufirma genannt. (eru)

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