Referendum gegen «Attraktives Stadtzentrum» in Uster ergriffen
Unterschriftensammlung gestartet
Drei Ustermer Gemeinderäte stemmen sich gegen einen Kredit von rund drei Millionen Franken für die Umgestaltung der Gerichts- und der Webernstrasse.
Im Minimum 400 Unterschriften muss das Komitee um die Gemeinderäte Paul Stopper (BPU), Markus Zoller und Benjamin Streit (beide SVP) zusammenbringen, damit schliesslich das Volk über den 3-Millionen-Franken-Kredit für die Umgestaltung der Gerichts- und der Webernstrasse im Stadtzentrum von Uster abstimmen kann.
Gemeinderat beschloss Etappierung des Projekts
Mit dem Prestigeprojekt «Attraktives Stadtzentrum» möchte die Stadt Uster einen Begegnungsort schaffen. Die ansässigen Geschäfte sollen von der Neugestaltung profitieren und kurze Wege für Passantinnen und Passanten eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen.
In einer aufgeheizten Debatte hatte der Gemeinderat Uster die Vorlage am 21. September mit Änderungen bewilligt. Wichtigste Abweichung: Das Projekt soll etappiert werden – die Parkplätze vor der Post würden vorerst erhalten bleiben, und ein striktes Velofahrverbot würde verhängt werden.
Den drei Gemeinderäten, die jetzt das Referendum ergriffen haben, stösst sauer auf, dass der Kredit von rund 3,1 Millionen Franken aus ihrer Sicht in voller Höhe bewilligt wurde, obwohl das Projekt in einer reduzierten Variante umgesetzt werden soll.
Umfassende Kritik an der geplanten Umsetzung
Stopper, Zoller und Streit argumentieren, dass der vorgesehene Pavillon und die Pergola hinfällig werden, da die Parkplätze vor der Post bestehen bleiben sollen. Wegen dieser müsse das Verkehrsregime mit Zufahrt von der Tannenzaunstrasse und Wegfahrt über die Gerichtsstrasse so belassen werden, wie es aktuell sei, schreiben sie. Auch eine spätere neue Personen- und Velounterführung unter dem Bahnhof müsse berücksichtigt werden.
Ebenfalls unzufrieden zeigt sich das Referendumskomitee mit dem vorgesehenen Velofahrverbot in der Gerichtsstrasse. Die Politiker stellen die Frage in den Raum, ob dann Velos beispielsweise zu den Veloparkplätzen entlang dem Einkaufszentrum Illuster geschoben werden müssten. Die Gerichtsstrasse ist im kommunalen Richtplan als «Velo-Alltags-Route» eingetragen.
Als weiteren Grund für das Referendum führt das Komitee an, dass Bäume mit grosser Krone gefällt werden müssten. Dies, obwohl Begrünungen von städtischen Flächen der Hitze entgegenwirkten, heisst es in der Mitteilung abschliessend.

