«Attraktives Stadtzentrum» kommt – aber nur in Etappen und ohne Velos
Nervenkrimi im Parlament Uster
Nach stundenlanger Debatte zähmt das Parlament Usters Prestigeprojekt: Eine Mitte-rechts-Allianz setzt Gewerbeanliegen durch. Die Wortmeldungen sind dabei äusserst hitzig.
Jahrelang warnte das Ustermer Gewerbe vor logistischen Engpässen und Parkplatzabbau, nun hat das Parlament Fakten geschaffen: Uster erhält zwar sein «attraktives Stadtzentrum», aber ganz anders als vom Stadtrat geplant. Dank einem taktischen Coup von FDP und Mitte sowie Schützenhilfe aus GLP und EVP wird das Prestigeprojekt etappiert – die Parkplätze vor der Post bleiben vorerst erhalten. Dazu kommt ein striktes Velofahrverbot.

Es war kurz vor 22 Uhr am Montagabend, als sich die Mienen im links-grünen Lager sichtlich verfinsterten. Nach einem mehr als zweistündigen Debattenmarathon, einem halben Dutzend Stichentscheiden und einem hektisch einberufenen Sitzungsunterbruch stand fest: Das Schlüsselprojekt der Ustermer Zentrumsentwicklung hat die parlamentarische Hürde zwar mit 25 zu 7 Stimmen genommen. Doch von der ursprünglichen Vision des Stadtrats ist nur ein Kompromiss übrig geblieben.
