Politik

Abstellgleise beim Bahnhof Kempten

Wetzikon prüft SBB-Pläne mit – fordert aber Alternativen

Beim Bahnhof Kempten könnten dereinst bis zu zwölf S-Bahn-Züge abgestellt werden. Nachdem sie den Plänen bisher skeptisch gegenüberstand, beteiligt sich die Stadt Wetzikon nun an der Machbarkeitsstudie.

Wetzikon prüft SBB-Pläne mit – fordert aber Alternativen

Abstellgleise beim Bahnhof Kempten

Beim Bahnhof Kempten könnten dereinst bis zu zwölf S-Bahn-Züge abgestellt werden. Nachdem sie den Plänen bisher skeptisch gegenüberstand, beteiligt sich die Stadt Wetzikon nun an der Machbarkeitsstudie.

Die Stadt Wetzikon setzt sich mit den umstrittenen Plänen für eine SBB-Abstellanlage beim Bahnhof Kempten nun vertieft auseinander. Der Stadtrat hat beschlossen, sich gemeinsam mit den SBB und unter Einbezug des Kantons an einer Machbarkeitsstudie zu beteiligen. Das sei ausdrücklich noch keine Zustimmung zum Standort oder zum Bau der Anlage, schreibt die Stadt.

Untersucht werden soll unter anderem, wie viel Platz die Anlage benötigen würde, wie sie sich auf Verkehr, Umwelt und Nachbarschaft auswirken würde – und ob sich die Gleise mit Wohnungen, Gewerbe oder anderen Nutzungen kombinieren liessen.

Der Stadtrat hält damit an seinen Vorbehalten fest. Er sieht in der gemeinsamen Prüfung aber die Möglichkeit, die Interessen von Wetzikon direkt einzubringen. Denn ganz verhindern könnte die Stadt weitere Planungen nicht: Laut Stadtratsbeschluss haben die SBB grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Projekt eigenständig weiterzuentwickeln.

Auch Aathal soll im Rennen bleiben

Gleichzeitig stellt Wetzikon eine klare Forderung: Die vertiefte Prüfung soll sich nicht auf Kempten beschränken. Die SBB und der Kanton sollen parallel weitere mögliche Standorte wie im Gebiet Cherschiben im Aatal und in Aathal selbst vertieft prüfen und weiterentwickeln. Insbesondere den Kanton nimmt der Stadtrat dabei in die Pflicht. Dieser soll die planerischen Voraussetzungen schaffen, damit geeignete Alternativstandorte überhaupt möglich werden.

Damit geht die Stadt weiter, als die gemeinsame Medienmitteilung von Wetzikon und den SBB erkennen lässt. Im Stadtratsbeschluss hält sie zudem fest, dass sie einer reinen Abstellanlage als offenem Gleisfeld nicht zustimmen würde. Aus Sicht der Stadt kommt der Standort nur infrage, wenn eine Mehrfachnutzung städtebaulich möglich, rechtlich gesichert und wirtschaftlich tragbar ist.

Die SBB hatten dem Stadtrat Anfang September erläutert, weshalb sie Kempten favorisieren. Insgesamt waren 28 Standorte im Zürcher Oberland evaluiert worden, 13 davon wurden aufgrund ihrer Erreichbarkeit näher geprüft. Kempten schnitt laut SBB unter anderem wegen seiner Lage im Baugebiet, der guten Erreichbarkeit, der Eigentumsverhältnisse und vergleichsweise geringen Auswirkungen auf die Umwelt am besten ab.

Platz für bis zu zwölf Züge

Die SBB benötigen für den geplanten Ausbau der Zürcher S-Bahn zusätzliche Abstellmöglichkeiten im Oberland. In Kempten prüfen sie mindestens drei je 300 Meter lange Gleise für sechs Züge. Im Idealfall sollen sechs Gleise Platz für bis zu zwölf Züge bieten. Dafür wären rund 15'000 bis 20'000 Quadratmeter nötig.

Brisant ist der Standort, weil die Stadt für den Binzacher bereits ein neues Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und öffentlichen Nutzungen plant. Diese Entwicklung will Wetzikon parallel zur Machbarkeitsstudie weiterverfolgen.

Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, will der Stadtrat über seine Haltung zur Abstellanlage entscheiden. Am 29. Oktober informieren Stadt und SBB die Bevölkerung in der Alten Turnhalle über das weitere Vorgehen. Die Veranstaltung startet um 19 Uhr und ist öffentlich.

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