Politik

Mehr Grün für mehr Gesundheit

Achtet die Stadt Uster genügend auf ihre Bäume?

Die Grüne Partei sorgt sich um die Ustermer Bäume und will, dass die Stadt Stellung nimmt dazu, wie sie bei der Umsetzung von eigenen Projekten den Baumbestand schützen will. Diese sagt, das tue sie bereits.

Achtet die Stadt Uster genügend auf ihre Bäume?

Mehr Grün für mehr Gesundheit

Dauerbrenner Baumschutz: Die Grüne Fraktion sorgt sich um den Baumbestand in Uster und will wissen, wie die Stadt im Rahmen von eigenen Projekten diesen besser schützen will.

Die Grüne Fraktion des Ustermer Parlaments sorgt sich um den Baumbestand der Stadt: Nicht nur die im Sommer auf Eis gelegte Umgestaltung der Wermatswilerstrasse hätte zu einer Verminderung des Baumbestands geführt. Auch der Neugestaltung des Bahnhofplatzes dürfte der eine oder andere Baum zum Opfer fallen.

Da die Grüne Partei der Überzeugung ist, dass Bäume in einer Stadt wie Uster unverzichtbar sind, forderte sie den Stadtrat im Dezember 2025 in einem Postulat dazu auf, zu prüfen, wie er bei eigenen Projekten den Baumbestand besser schützen will.

Die Grünen beziehen sich dabei auf das kantonale Planungs- und Baugesetz.

Der Stadtrat bestätigt in seiner Antwort nun, dass die Bäume nicht nur die Quartiere prägen, sondern zu einem guten Stadtklima beitragen. Er ist aber der Überzeugung, dass es nicht primär darum gehe, neue Regeln zu schaffen, sondern darum, die bestehenden Grundlagen konsequent anzuwenden. Bereits heute räume er dem Erhalt von Bäumen in städtischen Projekten einen hohen Stellenwert ein, so der Stadtrat.

Zudem verfüge die Stadt über die nötige Fachkompetenz, um den Baumbestand in Planungsprozessen frühzeitig zu berücksichtigen und bei unvermeidbaren Fällungen angemessene Ersatzpflanzungen sicherzustellen. So versprach er in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Gemeinderat Peter-Mathis Jäggi (SP) im vergangenen Jahr, dass auch die in Oberuster gefällte Linde im Bereich Bachgasse/Steigstrasse ersetzt werde.

Bäume sind in Uster ein Dauerbrenner

Die rund 3500 Stadtbäume in Uster sind ein politischer Dauerbrenner. Wo einem Bauprojekt Bäume weichen müssen, findet sich immer ein Gegner. Der populärste dürfte Paul Stopper (BPU) sein, der im vergangenen Jahr sogar eine Initiative eingereicht hat, mit welcher er die Bäume auf dem Zeughausareal retten wollte. Der Stadtrat hat die Volksinitiative damals als unzulässig eingestuft und legte einen Gegenvorschlag über 500’000 Franken zur ökologischen Aufwertung vor. An der Fällung dreier Bäume hielt er aber fest.

Weil sowohl Initiative als auch Gegenvorschlag im Parlament keine Mehrheit gefunden hatten, wird nun der Souverän über die bereinigte Initiative entscheiden.

Auch die Grünen Uster forderten in einer kommunalen Volksinitiative im April dieses Jahrs «mehr Bäume für Uster». Sie verlangt, dass die Stadt ein Baumförderprogramm einführt, um den Baumbestand im Siedlungsgebiet zu schützen, zu pflegen und auszubauen. Der Stadtrat hat die Initiative zur Ablehnung empfohlen, weil er wollte, dass zuerst die kantonalen Vorschriften zur klimaangepassten Siedlungsentwicklung zu wirken beginnen sollen. Mit dem Programm «Nachhaltige Stadtbäume für attraktive Stadträume» hat die Exekutive aber einen Gegenvorschlag präsentiert. Beide Varianten kommen in der nächsten Parlamentssitzung zur Abstimmung.

Derweil geht das Baumfällen weiter. Etwa im Zellweger Park, wo das Eschentriebsterben und abgestorbene Bäume zum Problem geworden sind. Die zu fällenden Bäume sind im Rahmen einer Begehung mit den Verantwortlichen des Kantons ausgewählt worden.

Im Juni liess die Stadt beim Bildungszentrum drei Bäume fällen. Die 23-jährigen Weiden seien wegen Stürmen zum Risiko geworden. Diese Fällung fiel in die Brutzeit der Vögel. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz hatte die Stadt sichergestellt, dass sich weder Vogelnester noch Höhlen in den Stämmen der betroffenen Bäume befinden.

Individuelle Interessenabwägung

Der Stadtrat weist in seiner Antwort auf das Postulat der Grünen Fraktion weiter darauf hin, dass sich Bauprojekte oft in einem Spannungsfeld verschiedener Nutzungsbedürfnisse befinden. Er versichert, dass aus diesem Grund bei jedem Projekt eine Interessenabwägung stattfinde und individuell entschieden werde, ob ein Baum gefällt oder erhalten wird.

Zudem erwähnt der Stadtrat die bereits bestehenden Grundlagen und Instrumente für den Baumschutz. Konkret nennt er das Baumkataster, die Schutzverordnungen, das Inventar für Natur- und Heimatschutz sowie den Massnahmenplan Klima und das revidierte kantonale Planungs- und Baugesetz.

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