Stadtfest Uster: Positiver Abschluss, aber offene Fragen für die Zukunft
Nach dem Jubiläum 2025
Das Jubiläumsfest der Stadt Uster schloss finanziell positiv ab. Zugleich zeigt der Schlussbericht, dass Grossanlässe dieser Art künftig wohl kaum mehr ohne starke Unterstützung durch die Stadt auskommen werden.
Das Stadtfest zum 1250-Jahr-Jubiläum von Uster hat finanziell positiv abgeschlossen, wie die Stadt mitteilt. Die vorgesehene Defizitgarantie von 50'000 Franken musste nicht in Anspruch genommen werden. Laut Schlussbericht besuchten rund 200'000 Personen den Anlass. Durchgeführt wurde er von einem privaten Organisationskomitee, das von der Stadt finanziell und personell unterstützt wurde.
Der Stadtrat hatte dem OK einen Beitrag von 165'000 Franken aus dem Unterstützungsfonds zugesprochen. Zusätzlich übernahm die Stadt Dienstleistungen bis zu einem Betrag von maximal 120'000 Franken. Die tatsächlich angefallenen städtischen Leistungen beliefen sich laut Abrechnung auf 115'778 Franken. Den grössten Anteil machten Sicherheitsleistungen aus, darunter Pikettkosten von Stadtpolizei und Feuerwehr sowie neu angeschaffte Strassenfernhaltesysteme. Weitere Kosten entfielen auf Infrastruktur, Reinigung, Signalisation und Mehrweglogistik.
Steuern statt Festabzeichen
Der Schlussbericht hält fest, dass das Fest trotz finanziellen Herausforderungen positiv abgeschlossen werden konnte. Die Einnahmen aus Sponsoring, Gewerbe und Festabzeichen blieben laut Bericht allerdings hinter den Erwartungen zurück. Auch der Getränkeumsatz fiel tiefer aus als budgetiert. Das OK reagierte laut Mitteilung auf die tieferen Einnahmen, indem es bewusster auf die Ausgaben achtete. Die grössten Ausgabenposten waren Sicherheit, Bauten und Infrastruktur sowie das Programm.
Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass die Stadt das Organisationskomitee wegen personeller Engpässe stärker unterstützte. Mitarbeitende der Stadt übernahmen zusätzliche Aufgaben und begleiteten die Organisation des Fests, unter anderem bei Sicherheitsfragen, der Vereinskoordination, administrativen Arbeiten sowie im Kinder- und Jugendprogramm. An sämtlichen Sitzungen des OK waren Vertreter der Stadt dabei.
Interessant ist, wie das Fest von der Bevölkerung wahrgenommen wurde. Obwohl es formell durch das private OK organisiert und verantwortet worden sei, hätten viele Besuchende es als städtischen Anlass gesehen, heisst es in der Mitteilung. Das habe sich etwa daran gezeigt, dass zahlreiche Personen kein Festabzeichen gekauft hätten, weil sie ihre Steuern bereits als Beitrag zum Fest betrachtet hätten, schreibt die Stadt. Auch kritische Rückmeldungen richteten sich teilweise direkt an die Stadt statt an das Organisationskomitee.
Zukunft des Stadtfests ungewiss
Sowohl das OK als auch die Stadt beurteilen die Zusammenarbeit positiv. Der Schlussbericht wirft jedoch die Frage auf, wie künftige Stadtfeste organisiert werden sollen. Angesichts steigender Anforderungen bei den Bewilligungen und der Sicherheit sowie rückläufiger Sponsorengelder und eines geringeren freiwilligen Engagements werde es schwieriger, einen Anlass dieser Grösse ausschliesslich mit einem privaten Organisationskomitee durchzuführen. Zum Vergleich verweist der Bericht auf das zeitgleich durchgeführte Stadtfest in Dietikon: Dort bestand das Organisationskomitee grösstenteils aus städtischen Mitarbeitenden, die auch das Präsidium stellten. Der Stadtrat hält fest, dass bei einer nächsten Durchführung die Rollen und Verantwortlichkeiten von Stadt und privatem Engagement neu geklärt werden müssten.
Für kommende Ausgaben nennt das OK selbst mehrere Punkte, die weiterentwickelt werden sollen: die OK-Struktur und die Ressortverteilung, die Kommunikation, die Konditionen für Vereine, die Mehrweg- und Abfalllogistik, das Finanzierungsmodell sowie das Getränkekonzept.
Das Engagement des Organisationskomitees wurde inzwischen gewürdigt: Ein halbes Jahr nach dem Fest erhielt es den städtischen Engagementpreis.

