Politik

Unerwartete Begründung

Die Badi Dübendorf bleibt auch nächsten Sommer geschlossen

Eigentlich hätte das Freibad in der kommenden Saison wieder öffnen sollen – trotz der Bauarbeiten für das neue Hallenbad auf dem Areal. Doch jetzt ist alles anders. Wie konnte es dazu kommen?

Die Badi Dübendorf bleibt auch nächsten Sommer geschlossen

Eigentlich hätte das Freibad in der kommenden Saison wieder öffnen sollen – trotz den Bauarbeiten für das neue Hallenbad auf dem Areal. Doch jetzt ist alles anders. Wie konnte es dazu kommen?

Die Dübendorfer müssen ein weiteres Jahr schwitzen: Das Freibad Oberdorf, das diese Saison wegen der Bauarbeiten für das neue Hallenbad geschlossen ist, bleibt auch 2027 zu. Die Gründe sind nicht etwa Verzögerungen beim Bau, sondern Sicherheitsbedenken, Mehraufwand und zusätzliche Kosten, wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt.

Damit werfen die Verantwortlichen ihren ursprünglichen Plan über den Haufen. So war vorgesehen, das Freibad in der kommenden Saison bei laufenden Bauarbeiten auf dem Areal wieder zu eröffnen, wenn auch etwas später als üblich. In der Abstimmungsweisung für das Hallenbad stand explizit: «Der Bau des Hallenbades soll darauf ausgerichtet werden, dass das Freibad maximal eine ganze Saison geschlossen bleiben muss.»

«Keine adäquate Lösung»

Wieso ist jetzt alles anders? Stadtpräsident André Ingold (SVP) sagt: «Wir haben das Ganze in den letzten Monaten nochmals mit Fachleuten angeschaut.» Man habe verschiedene Varianten geprüft, um den Badi-Betrieb im kommenden Jahr dennoch möglich zu machen.

In Betracht gezogen wurde laut Ingold etwa eine Verlegung des Eingangs, wofür jedoch ein Provisorium mit der dafür nötigen Infrastruktur nötig gewesen wäre. Es habe sich auch gezeigt, dass der Gastrobereich nicht wie geplant bereits kommendes Jahr bereit sei. «Da hätten wir mit Foodtrucks arbeiten müssen, was auch keine adäquate Lösung ist.» Und dann ist da auch noch das Problem mit den Parkplätzen. Für die hat es aufgrund der Baustelleninstallation an der Oberdorfstrasse keinen Platz.

Nicht sicher, mühsam, teuer

Der Bau des Hallenbads sei hochkomplex und mache Eingriffe auf dem ganzen Areal nötig, gerade bei der Technik gebe es sehr viele Schnittstellen zwischen dem Hallen- und dem Freibad, so Ingold. Technische Anlagen müssten zugänglich bleiben, die Versorgung mit Wasser und Strom wäre teilweise nur über Provisorien möglich, und Chemikalienlieferungen müssten durch die laufende Baustelle erfolgen.

«Die Sicherheit der Badegäste, der Bauarbeitenden und aller weiteren Personen im Umfeld der Baustelle hat für den Stadtrat oberste Priorität. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist ein Freibadbetrieb im Sommer 2027 nicht verantwortbar.»

In seiner Mitteilung listet der Stadtrat noch einen weiteren Grund auf. Auch mit grossem Aufwand und den damit verbundenen hohen Mehrkosten wäre nur ein eingeschränktes Angebot mit voraussichtlich geringeren Einnahmen möglich.

Was ist mit dem Personal?

Der Entscheid fiel laut Ingold in enger Absprache mit der Sport- und Freizeitanlagen Dübendorf (SFD) AG, die für den Betrieb der Badi zuständig ist und auch das Personal unter sich hat. Er gehe davon aus, dass für die Angestellten im nächsten Jahr die gleichen Alternativen möglich seien wie schon in dieser Saison. Aktuell arbeiteten die Festangestellten für die Sportanlagen Im Chreis, für die ebenfalls die SFD AG zuständig sei. Und die im Stundenlohn angestellten Mitarbeiterinnen an der Kasse würden in der Stadt weiterbeschäftigt. Die Bademeister hätten ohnehin nur saisonale Anstellungsverträge.

Aus finanzieller Sicht sieht Ingold keine Nachteile für die SFD AG. «Die gestaffelte Erhöhung des Beitrags für den Betrieb der Badeanlagen war Teil der Abstimmung, das wird die fehlenden Einnahmen abfedern, zumal der Betriebsaufwand praktisch wegfällt.»

Falsche Info vor Abstimmung

Die Stimmberechtigten haben das 46 Millionen Franken teure Hallenbad im November 2023 mit 58 Prozent Ja-Stimmen bewilligt. Doch wie hätten die Dübendorfer entschieden, wenn schon damals klar gewesen wäre, dass das Freibad zwei Jahre geschlossen bleibt? Schliesslich war im Abstimmungskampf – neben anderen Kritikpunkten – bereits die einjährige Schliessung moniert worden.

«Hätten wir damals gewusst, was wir heute wissen, hätten wir das auch so kommuniziert», sagt Ingold. «Tatsächlich haben wir die Komplexität unterschätzt.» Er bedaure, dass die Dübendorferinnen und Dübendorfer nun ein weiteres Jahr auf die umliegenden Freibäder ausweichen müssten. «Und falls sich jemand von den Aussagen in der Weisung getäuscht fühlen sollte, stehe ich hin und sage: ‹Es tut mir leid.› Denn das war ganz bestimmt nicht unsere Absicht.»

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